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Täter muss sich wegen Mordes aus Habgier verantworten: Todesschüsse auf Oliver F: Anklage gegen Auftragskiller

Von Drei Jahre nach der „Hinrichtung“ des Frankfurter Geschäftsmannes Oliver F. vor seinem Wettbüro in Sachsenhausen hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den mutmaßlichen Todesschützen erhoben. Der 45-Jährige sitzt bereits in Berlin in Strafhaft.
3. Januar 2014: Vor diesem Gebäude in der Walter-Kolb-Straße wurde der Geschäftsmann Oliver F. mit drei Schüssen getötet. Foto: Kammerer, Bernd (.) 3. Januar 2014: Vor diesem Gebäude in der Walter-Kolb-Straße wurde der Geschäftsmann Oliver F. mit drei Schüssen getötet.
Frankfurt. 

Oberstaatsanwältin Nadja Niesen hielt gestern die Anklageschrift in Händen, die das Ergebnis der dreijährigen Ermittlungen zusammenfasst und mittlerweile auch der 22. Großen Strafkammer des Landgerichts zugeschickt wurde. Demnach hat sich der 45 Jahre alte Todesschütze wegen heimtückischen Mordes aus Habgier vor Gericht zu verantworten. Aber nicht nur das: Die von ihm benutzte Maschinenpistole fällt unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. Und bei seiner Festnahme am Abend des Tattages in Neu-Isenburg hatte der Mann auch noch falsche Papiere dabei. Dass er der Sachsenhäuser Schütze war, wussten die Beamten damals noch nicht. Sie nahmen ihn wegen eines anderen Delikts fest.

Lange Ermittlung

Deshalb interessierten sich zunächst vor allem die Berliner Ermittlungsbehörden für den Angeklagten. Dort wurde ihm zwischenzeitlich der Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung gemacht, der zu einer Verurteilung zu viereinhalb Jahren Haft führte. Erst im vergangenen Jahr wurde der Haftbefehl gegen ihn dann noch wegen der Frankfurter Mordtat erweitert. Er soll aber das Opfer gar nicht persönlich gekannt haben. Auftraggeber der Tat war ein früherer Geschäftspartner (49), der sich im Streit mit dem als seriös und freundlich bekannt gewesenen F. getrennt hatte.

Offenbar hatte dieser Sportwetten-Anbieter mächtig Brass auf den früheren Partner. Er habe ihn für sein geschäftliches Scheitern und für seine schlechte finanzielle Situation verantwortlich gemacht und ihm deshalb nach dem Leben getrachtet, sagte Niesen. Gegen einen der Höhe nach bislang unbekannt gebliebenen Killerlohn wurde der Angeschuldigte angeheuert.

Dies geschah aber noch im Herbst 2013. Noch bevor der Auftrag dann am 3. Januar 2014 ausgeführt wurde, hatte sich der Auftraggeber aus dem Staub gemacht. Ein internationaler Haftbefehl ist ausgestellt.

Polizei und Staatsanwaltschaft gaben sich bei den Ermittlungen alle Mühe. Warum das Ermittlungsverfahren trotz der raschen Festnahme des Täters drei Jahre in Anspruch nahm, konnte auch Niesen nicht sagen. Möglicherweise habe man auch gewartet, ob der Auftraggeber nicht vielleicht doch festgenommen werden könnte.

Prozess nach Sommer

Der zum Tatzeitpunkt gerade 50 Jahre alte Oliver F. hatte jedenfalls an jenem Januartag nicht den Hauch einer Chance. Vor seinem Geschäft in der Walter-Kolb-Straße brach er – dreifach getroffen – zusammen und starb kurz darauf an seinen massiven Verletzungen an Kopf und Rumpf. Die von Richterin Bärbel Stock geleitete Schwurgerichtskammer hat den Fall nun übernommen. Mit einem Prozess ist frühestens in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen – die Richter sind derzeit stark beansprucht unter anderem mit der Anklageschrift wegen der Schüsse an Himmelfahrt am Stoltze-Platz.

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