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Michael-Ende-Schule: Toleranz löst die Probleme

Von Besonders an schönen Sommernachmittagen ist an den Wegen entlang der Nidda der Teufel los: Fahrradfahrer, Spaziergänger, Hundebesitzer und Familien mit kleinen Kindern tummeln sich in der Natur. Aber von Rücksichtnahme ist hier oft nur zu träumen.
Gehen mit gutem Beispiel voran: Die Schüler der 4d der Michael-Ende-Schule wollen auch, dass andere Rücksicht nehmen. Foto: Heike Lyding Gehen mit gutem Beispiel voran: Die Schüler der 4d der Michael-Ende-Schule wollen auch, dass andere Rücksicht nehmen.
Rödelheim. 

Für Radfahrer, Jogger, Spaziergänger und spielende Kinder sollten die Wege entlang der Nidda eigentlich zu den Lieblingsorten in Frankfurt gehören. Grüne Wiesen direkt am Fluss laden hier zum Verweilen ein, die Natur ist so vielfältig, wie man es in der Stadt kaum für möglich hält und die meisten Wege eignen sich gut für die Rollen der Inlineskates – gerade für Kinder. Ein kleines Paradies inmitten der Großstadt, möchte man meinen.

 

Brenzlige Situationen

 

Doch die Kinder der Klasse 4d der Michael-Ende-Schule können da nur den Kopf schütteln. „Oft genug haben wir an den Niddawegen in Rödelheim, Hausen oder Praunheim schon brenzlige Situationen erlebt“, sagen viele. Der zehnjährige Miklós etwa erzählt davon, als er mit seinem Vater und der kleinen Schwester an der Nidda spazieren war und das kleine Mädchen fast von einem Fahrradfahrer umgerissen wurde. Der Vater sei dem Radler zwar noch hinterher gesprintet, der jedoch fuhr ohne Entschuldigung einfach weiter. Auch seinen Klassenkameradinnen Helin und Julia ist beim Inlineskaten bereits ähnliches Malheur widerfahren und sie schimpfen: „Die Leute nehmen einfach keine Rücksicht mehr aufeinander!“

Darum waren die 25 Kinder der Klasse 4d Feuer und Flamme, als die Mitglieder des Ortsbeirats 7 mit einem Spezialauftrag auf sie zu kamen, den ihre Klassenlehrerin Iris Braun kurzentschlossen in den Kunst- und Sachkundeunterricht integrierte. Sie sollten für die Aktion „Miteinander geht es besser“ Poster gestalten, um sie an der Nidda aufzuhängen. Die großen Plakate, in die ihre Bilder vom Ortsbeirat integriert wurden, rufen zur gegenseitigen Rücksichtnahme auf. Denn die Kinder sind überzeugt, dass die meisten Probleme an der Nidda zu vermeiden wären, wenn man nur einmal ein wenig aufeinander achtgeben würde. „Das kann doch nicht so schwer sein!“, ärgern sich Miklós, Helin und ihre Mitschüler.

Offensichtlich ist es das aber, sagen die Mitglieder des Ortsbeirats, denen das Problem vor einem guten Jahr wieder verstärkt bewusst gemacht wurde. „Damals kam eine Bürgerin in die Ortsbeiratssitzung, die berichtete, dass ein Radfahrer an der Nidda ihren Hund zuerst angefahren und dann sogar getreten hätte“, erinnert sich Ortsvorsteher Veljko Vuksanovic (CDU). „Da waren wir uns schnell einig, dass wir etwas unternehmen müssen.“

Dass dann ausgerechnet die Kinder der Michael-Ende-Schule mit ins Boot geholt wurden, war kaum verwunderlich. Schließlich ist die Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Ortsbeirat schon seit Jahren sehr eng. „Hier haben wir seit langer Zeit unsere festen Ansprechpartner und wissen, dass es den Pädagogen ein Leichtes ist, die Kinder für Projekte wie dieses zu begeistern“, freut sich Ortsvorsteher Vuksanovic.

Die Begeisterung der Kinder hörte beim Zeichnen der Poster, die gestern vom Ortsbeirat entlang der Nidda aufgehängt wurden, nicht auf: Ein Großteil von ihnen hat sich bereit erklärt, gemeinsam mit dem Ortsbeirat am kommenden Freitag, 3. Juli, von 14 bis 16 Uhr Broschüren an Passanten zu verteilen. „Einige Stellen sind einfach besonders gefährlich, etwa weil abschüssige Wege zum Rasen einladen, vermehrt Schulkinder unterwegs sind oder auch Restaurant- und Café-Besucher gestört werden könnten“, sagt Vuksanovic. Zu den Punkten, wo die Flugblätter verteilt werden sollen, gehören etwa der Willi-Petri-Steg, die Praunheimer Brücke, die Hausener Brücke oder die Stelle vorm Vereinsringhaus.

Die Plakate, die seit gestern überall im Bezirk des Ortsbeirats an der Nidda hängen, sind Vorboten für diese Verteilaktion und rufen schon jetzt zur Rücksichtnahme auf: „Wir wollen Toleranz entlang der Nidda am 3. Juli 2015 von 14 bis 16 Uhr“, steht in dicken schwarzen Buchstaben auf blauem Papier. Und hoffentlich auch darüber hinaus.

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