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Umweltausschuss bewilligt 8,7 Millionen Euro für die Sanierung: Tropicarium im Palmengarten: Investion in die Bananen-Ernte

Von Das Tropicarium im Palmengarten wird bis 2019 saniert. Der Umweltausschuss des Stadtparlaments hat das aufwendige Projekt gestern gebilligt. Es kostet 8,7 Millionen Euro.
Die Besucher des Tropicariums können  auch Bananenstauden bewundern, pro Jahr kommen zwischen 600 000 und 800 000 Menschen. Foto: Kammerer, Bernd (.) Die Besucher des Tropicariums können auch Bananenstauden bewundern, pro Jahr kommen zwischen 600 000 und 800 000 Menschen.
Frankfurt. 

Wie schon der Name sagt, herrschen im Tropicarium im Palmengarten tropische Temperaturen. Hitze und Feuchtigkeit haben der zwischen 1983 und 1986 errichteten Anlage stark zugesetzt. Um den Gewächshauskomplex zu erneuern, müssen die maroden elektrischen Anlagen, die Klimasteuerung, Heizung und Lüftung und die Wasserversorgung samt Luftbefeuchtung saniert werden.

Wie der Palmengarten-Direktor Matthias Jenny gestern den Mitgliedern des städtischen Umweltausschusses erläuterte, müssen die Arbeiten bei laufendem Betrieb erfolgen. Denn eine Entnahme aller Pflanzen und deren Unterbringung in Provisorien wäre riskant und mit unverhältnismäßigen Kosten verbunden. Das Tropicarium beherbergt beispielsweise über 300 Jahre alte Noto-Kakteen. Die kugeligen grünen Stachelkörper werden im Volksmund „Schwiegermutterstuhl“ genannt.

Schaltschränke verlegen

Um das Risiko von Pflanzenverlusten durch Temperaturabfall zu minimieren, werden die Arbeiten nur während der Sommermonate durchgeführt. Jenny berichtet von einem kalten Februartag dieses Jahres, an dem sich wegen einer Fehlsteuerung der Klimaanlage alle Fenster öffneten und ein arktischer Polarwind durch das Tropicarium fegte. Die alte Verkabelung wird ersetzt und alles auf den neuesten Stand der Technik gebracht, wobei Schaltschränke aus dem feuchten Gewächshausklima in den Keller verlegt werden. Die Versorgung mit Gießwasser und die inzwischen unbrauchbare Befeuchtungsanlage werden ebenfalls erneuert.

Exotische Früchte

Um die gewachsene Pflanzenwelt nicht zu zerstören, werden die neuen Leitungen fast ausschließlich im Bereich der Wege verlegt, die dabei ebenfalls neu angelegt werden können. Die großen Schauhäuser erhalten Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Weil das Gebäude architektonisch einzigartig ist, mussten die Denkmalschützer ihre Zustimmung zur Montage der Lüftungsgeräte auf dem Dach erteilen. „Wir konnten sie davon überzeugen“, sagte Jenny.

Im Tropicarium wachsen exotische Bananenstauden ebenso wie Ananas, Zuckerrohr und Kakaobäume. Die jährlich geernteten Bananen reichen voll und ganz aus, um eine Frankfurter Schulklasse damit zu versorgen. „Für die Kinder ist das ein tolles Erlebnis“, berichtete Jenny am Rande der gestrigen Sitzung im Römer.

Im Tropicarium werden die Pflanzen nach ihren Lebensräumen und Verbreitungsgebieten gruppiert ausgestellt. Es besteht aus sieben großen Gewächshäusern (Grundfläche je 600 Quadratmeter, Höhe zwischen 7,5 und 15 Meter) und sechs kleinen Gewächshäusern (Grundfläche je 220 Quadratmeter, Höhe zwischen 3 und 4,5 Meter).

Nicht nur die Pflanzenwelt, sondern auch das den entsprechenden Regionen nachempfundenen Klima in den Gewächshäusern mit Bänken zum Sitzen laden die Besucher das ganze Jahr über zum Verweilen ein. In der nördlichen Gewächshausgruppe sind die Gebiete der „Feuchten Tropen“ dargestellt. Dazu gehören die Häuser mit Pflanzen des Monsun-, Tiefland- und Bergregenwaldes sowie der Mangrove.

Bis zu 800 000 Besucher

Im Tropicarium Süd werden die Pflanzen der „Trockenen Tropen“ mit der Halbwüste, Nebelwüste, Savanne und des Dornwaldes gezeigt. Das Tropicarium stellt mit seinen nach tropischen Lebensräumen gegliederten Schauhäusern ein Alleinstellungsmerkmal des Palmengartens dar. Palmengarten-Chef Jenny sagte, dass vor allem chinesische Delegationen von dem Gewächshauskomplex begeistert seien. Es gibt jedes Jahr Hunderte von Führungen, unter dem Strich kommen nach Jennys Angaben 600 000 bis 800 000 Besucher.

Jenny dankte den Stadtpolitikern, dass sie diese Millionen-Investition genehmigten, obwohl davon nicht viel zu sehen sei, da vieles im Untergrund stattfinde. Lohnend ist der Erhalt „eines der weltweit größten Gewächshauskomplexe“ (Jenny) allemal. Eine Bestandsanalyse im Auftrag des Hochbauamtes hat ergeben, dass die Konstruktion noch lange Zeit weiter betrieben werden kann. Ziel der Sanierung ist es nun, im Tropicarium langfristig die Bedingungen sicherzustellen, die die dort kultivierten Pflanzen benötigen, um weiter einem breiten Publikum präsentiert werden zu können.

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