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Spieler wandern ab: TuS Nieder-Eschbach: Für die Kicker bleibt es hart

Weil die Fußballer des Turn- und Sportvereins Nieder-Eschbach im Winter nur auf einem Hartplatz spielen können, laufen dem Verein die Kicker weg. Der Verein braucht schnellstmöglich einen Kunstrasenplatz. Doch 2018 zieht die Stadt andere Vereine vor.
Petra Drisch, Abteilungsleiterin Fußball beim TuS Nieder-Eschbach (links), und Jugendleiterin Lucia Grillo stehen auf ihrem ungeliebten Hartplatz. Ihren ersehnten Kunstrasen bekommen sie frühestens 2019. Petra Drisch, Abteilungsleiterin Fußball beim TuS Nieder-Eschbach (links), und Jugendleiterin Lucia Grillo stehen auf ihrem ungeliebten Hartplatz. Ihren ersehnten Kunstrasen bekommen sie frühestens 2019.
Nieder-Eschbach. 

Es ist eine unglückliche Situation, in die viele Frankfurter Fußballvereine durch den sukzessiven Bau von Kunstrasenplätzen überall geraten: Jenen Clubs nämlich, die noch mit einem alten Rasen- oder gar einem Hartplatz Vorlieb nehmen müssen, laufen die Spieler davon – in der Regel eben zu Vereinen, die einen Kunstrasenplatz haben. Auf der Nieder-Eschbacher Bezirkssportanlage könnte es sich bald lohnen, Wetten auf Spiel- oder Trainingsabsagen abzuschließen, so sehr häufen sich diese derzeit. Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit.

Chaos im Trainingsbetrieb

Die B1-Jugend des Turn- und Sportvereins Nieder-Eschbach sollte gegen den SV Heddernheim antreten. Doch die Partie musste abgesagt werden, weil der Hartplatz unter Wasser stand. Auf den Rasenplatz des Vereins ließ sich nicht ausweichen. Dieser wird in den Wintermonaten geschont. Zum dritten Mal musste der Verein damit in diesem Jahr ein Spiel absagen. Die Ausfälle werden zwar meist in den Wochentagen darauf nachgeholt. Allerdings bringt das den Trainingsbetrieb durcheinander.

Viele Spieler nervt das. Und der daraus resultierende Schwund beim TuS ist erschreckend. „Im Jahr 2015 hatten wir 85 Abmeldungen im Senioren- und Juniorenfußballbereich. Im Jahr 2016 waren es 87 Abmeldungen“, berichtet Mario Fehrmann, sportlicher Leiter der Seniorenfußballer des Vereins.

Auch die Anzahl der Jugendmannschaften hat sich reduziert. Waren es im Jahr 2015 noch zwölf Teams, konnten für die aktuelle Saison nur acht sowie eine Spielgemeinschaft angemeldet werden.

Jugendleiterin Lucia Grillo sieht noch Schlimmeres auf den TuS Nieder-Eschbach zukommen: „Wenn Harheim noch einen Kunstrasen bekommt, wird es noch heftiger. Dann wären wir die Letzten im Frankfurter Norden ohne einen Kunstrasen.“ Missgönnen möchte sie dem nahen Stadtteil den Kunstrasen nicht, fürchtet aber noch mehr Konkurrenz.

Unterstützung erhält der TuS auch vom Nieder-Eschbacher Ortsbeirat 15. Die CDU-Fraktion stellte bereits vor gut einem Jahr einen ersten Antrag mit der Forderung nach einem Kunstrasenplatz, kurz darauf schlossen sich die übrigen Fraktionen an. „Die Stadt verwies in der Antwort auf die Prioritätenliste beim weiteren Bau von Kunstrasenplätzen. Wir forderten darauf, dass die TuS in der Prioritätenliste weiter nach vorne rutschen müsse“, sagt Michael Stauder, Fraktionsvorsitzender der CDU im Ortsbeirat 15.

Hoffen auf 2019

Doch trotz Spielerabgängen, Spiel- und Trainingschaos und den Mühen des Ortsbeirats macht die Stadt der TuS Nieder-Eschbach keine Hoffnung, dass der Verein im nächsten Jahr einen Kunstrasen bekommt. „Wir werden im kommenden Jahr vier weitere Kunstrasenplätze in Frankfurt bauen. In Nieder-Eschbach wird aber noch keiner entstehen, dafür aber in Harheim“, sagt Gerwin Fassing, persönlicher Referent von Sportdezernent Markus Frank.

An der Entscheidung der Stadt lasse sich nichts mehr ändern, sagt Fassing. Dies bedeute aber nicht, dass es auf der Bezirkssportanlage nicht im Jahr 2019 soweit sein könne. „Wir wissen auf jeden Fall um die Probleme beim TuS Nieder-Eschbach“, betont Fassing.

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