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Johanniter: Übung beginnt mit Ärger an der Grenze

Von Die EU-Übung „EU-ModEX“ in Liverpool hat begonnen. Mit dabei ist auch das „Emergency Medical Team“ (EMT) der Johanniter. Es hat Mitglieder aus der gesamten Bundesrepublik, drei der 23 mitgereisten Helfer sind von den Frankfurter Johannitern.
Torsten Kinghorst von den Johannitern Essen muss bei der Einreise ins fiktive „Modulistan“ seine Medikamententasche öffnen. Torsten Kinghorst von den Johannitern Essen muss bei der Einreise ins fiktive „Modulistan“ seine Medikamententasche öffnen.
Liverpool. 

Der Ärger begann schon bei der Einreise ins fiktive Land „Modulistan“. Hier, an der Grenze, die bei der Übung in ein Trainingscamp der Streitkräfte in Liverpool verlegt wurde, kontrollieren die Beamten – gespielt von britischen Soldaten – streng. Eben muss der Arzt Harald Pudritz aus München seinen privaten Rucksack öffnen, Hemden und Pullover, Waschzeug und Schlafsack zeigen. Corporal Carly Wills (35) ist mit Begeisterung dabei, kontrolliert später in einer Fahrzeughalle noch die Einreisedokumente der Helfer.

Jeder kontrolliert

„Es ist Routine“, sagt Pudritz, der 2013 schon einmal mit den Johannitern bei einem Hilfseinsatz auf den Philippinen war. „Jedes Land kontrolliert seine Grenze.“ Das gelte im Notfall, nachdem das Land internationale Hilfe angefordert hat. Sinn der Übung mit Helfern aus Deutschland, Italien, Island und Frankreich ist, alles so realistisch wie möglich einzuüben – auch den Ärger an der Grenze.

„Sie sind sehr streng“, sagt der Chirurg Harald Geißler von den Frankfurter Johannitern. „Sie haben uns einen Router weggenommen, mit dem wir unseren Funk steuern. Das sei nicht erlaubt in Modulistan, „aber es ist wichtig für unsere Kommunikation“. Notfalls müsse man jetzt mit Meldern arbeiten.

Und das in einem Land, bei dem ein Erdbeben der Stärke 7,2 mit vielen Nachbeben für Hunderte von Verletzten und Toten gesorgt hat. Aufgabe der Johanniter: Als „Emergency Medical Team“ (EMT) – zertifiziert von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und deswegen zum ersten Mal zu einer Übung der Europäischen Union eingeladen – sollen sie die ambulante Krankenversorgung übernehmen. Zwei der vier Ärzte bilden je ein Team. Zusammen mit je vier Assistenten gehen die Teams in Gegenden, in denen bislang noch keine ambulante Krankenversorgung möglich war. Die Gruppen seien mobil unterwegs, wenn möglich mit Fahrzeugen, wie Geißler sagt, aber auch zu Fuß, wenn es nicht anders gehe. Wichtig sei nur: Stationäre Versorgung von Schwerverletzten ist nicht Aufgabe des EMT.

Basislager aufschlagen

Am ersten Tag der Übung stand nach der Einreise das Wichtigste noch bevor: Notfalls bis ein Uhr nachts würden die 23 Mitglieder des Teams ihr Basislager aufschlagen. Wichtig für die Zertifizierung durch die WHO ist, dass sich das EMT bis zu 72 Stunden lang völlig autark versorgen kann. Wasseraufbereitung und Stromgenerator, Zelte, Heizung und Küche: All das lagerte neben dem medizinischen Equipment in einer Halle in Nieder-Eschbach. Von hier aus ist die Ausrüstung schon am Dienstag in einem Lastwagen der Johanniter Donauwörth losgefahren in das Land Modulistan, wo Hilfe dringend nötig ist.

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