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Ortsbeirat diskutiert Gestaltung vor der Friedberger Warte: Uhr soll Platz verschönern

Von Öffentliche Uhr oder Bücherschrank? Darüber diskutieren Politiker und Bürger zur Verschönerung des Platzes an der Friedberger Warte. Die Grünen im Ortsbeirat 4 haben eine Uhr beantragt, die SPD spricht sich nun für einen Bücherschrank aus.
Sabine Krantz hätte gerne eine Uhr auf dem neuen Platz an der Friedberger Warte. Foto: Leonhard Hamerski Sabine Krantz hätte gerne eine Uhr auf dem neuen Platz an der Friedberger Warte.
Bornheim. 

Vor zwei Jahren ist Sabine Krantz an die Friedberger Warte gezogen und freut sich jeden Tag, wie der neu entstandene rund 8000 Quadratmeter große Platz östlich des Wartturms mit Bäumen und Wasserspielen Gestalt annimmt. „Dort lebe ich, dort kaufe ich ein. Der Platz an der Warte hatte von Anfang an einen Platz in meinem Herz“, stellt sie fest. Nur etwas vermisst sie noch: Eine öffentliche Uhr.

Viele Unterstützer

„Im Nordend, in der Innenstadt oder im Ortskern gibt es an vielen Plätzen schöne öffentliche Uhren, auf die man gerne schaut“, sagt Krantz. Eine Uhr, wie man sie an einem Rathaus oder einem Kirchturm sehe, sei für sie ein Zeichen von Kultur, ein Festhalten an bewährten Werten und Orientierung, falls man doch mal nicht seine eigene Handy- oder Armbanduhr dabei habe. Und mit dieser Ansicht ist sie nicht alleine: Sie hat mit ihrem Wunsch auf der Plattform „Frankfurt fragt mich“ rund 80 Unterstützer und zudem eine Mehrheit im Ortsbeirat 4 (Bornheim, Ostend) gefunden.

Dort wurde nach längerer und kontroverser Diskussion ein Antrag der Grünen verabschiedet, und zwar mit dem Zusatz, dass die Uhr künstlerisch gestaltet und möglichst umweltfreundlich betrieben werden soll. Die SPD und FDP stimmten jedoch gegen die Vorlage, dafür bringen die Sozialdemokraten nun in die heutige Sitzung einen eigenen Antrag für einen Bücherschrank ein, der die „soziale Interaktion“ fördern soll. Der Ortsbeirat würde die Kosten von 7000 Euro übernehmen, die Position soll in Abstimmung mit den Marktständen erfolgen, die dort je nach Bedarf und geeignetem Bodenbelag aufgestellt werden sollen.

Auch die genaue Position für die Uhr soll in weiteren Abstimmungen ermittelt werden, denkbar wäre ein Standort in der Nähe der Ladenzeile, der auch von der nahegelegenen Bushaltestelle aus gut sichtbar sein sollte. „Denkbar ist vieles, aber bislang ist eine Uhr in der Planung für diesen Platz nicht vorgesehen“, erklärt Mark Gellert, Sprecher des Planungsdezernats.

Im Dezernat sagt man bislang nur eine genaue Prüfung des Antrags und der örtlichen Gegebenheiten rund um die Friedberger Warte zu. Noch könne man keine Details über die bautechnischen Anforderungen einer Uhr nennen, erklärt die Sprecherin des Baudezernats Elke von Busekist. Doch es stelle sich die Frage, ob sich der Ortsbeirat mit seinem Etat nicht auch an der Finanzierung beteiligen würde.

Warte bleibt Mittelpunkt

„Das können wir ohne genauere Kostenschätzung nicht sagen, da wir ja hier anders als bei dem Bücherschrank nicht auf ein Standardmodell mit Fixpreis zurückgreifen können“, erklärt Ortsvorsteher Herrmann Steib. „Allerdings soll ja die Friedberger Warte als denkmalgeschütztes und illuminiertes Gebäude die Hauptattraktion bleiben“, findet Volker Wolf von der SPD. „Anders als eine große Uhr wird ein Bücherschrank aktiv benutzt und fördert so die Begegnung der Menschen auf dem Platz.“ Entsprechende positive Erfahrungen habe man auch mit den Bücherschränken am Hohen Brunnen, auf der Berger Straße oder am Parlamentsplatz gemacht.

Insgesamt sind bereits vier Millionen Euro zur Baumpflanzung und Platzgestaltung auch für Spielgelegenheiten, Wochenmarkt und Quartiersfeste vorgesehen. „Eine Uhr braucht aber ebenso wie ein Bücherschrank nur einen Quadratmeter Fläche“, stellt Steib klar. An ein großes Kunstwerk, das der Friedberger Warte als historische Sehenswürdigkeit Konkurrenz macht oder sie gar konterkariert, sei keinesfalls gedacht.

Diesen Punkt unterstreicht auch Sabine Krantz: „Eine Uhr hat zwar einen symbolischen Wert, steht auch für das Rad der Zeit und den Kreislauf des Lebens“, räumt sie ein. „Doch in einer überschaubaren Größe und in zeitloser Form soll sie keinesfalls die Friedberger Warte in den Schatten stellen.“

Der Ortsbeirat 4 tagt heute um 19.30 Uhr im Saalbau Bornheim in der Arnsburger Straße 24 im Clubraum 1.

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