E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 30°C
3 Kommentare

Klapperfeld: Umstrittener "Bullen"-Spruch bleibt

Der Magistrat hält den Spruch „Niemand muss Bulle sein“ für respektlos gegenüber der Polizei. Entfernt wird das Grafitto am früheren Klapperfeld-Gefängnis dennoch nicht.
Der Spruch an dem städtischen Gebäude beleidigt nach Ansicht des Magistrats die Polizei. Entfernt wird er dennoch nicht. Der Spruch an dem städtischen Gebäude beleidigt nach Ansicht des Magistrats die Polizei. Entfernt wird er dennoch nicht.
Frankfurt. 

Das frühere Polizeige-fängnis in der Klapperfeldgasse im Gerichtsviertel war schon mehrmals Thema im Stadtparlament. Seit die Stadt die Räume einem linksgerichteten Verein zur Verfügung gestellt hat, reißt die Diskussion nicht ab. So taucht die Liegenschaft zum Beispiel im Verfassungsschutzbericht auf, sie gilt als Treffpunkt radikaler Gruppen.

Zuletzt aber sorgte ein Grafitto für Erregung: „Niemand muss Bulle sein“ – eine Zeile aus einem Lied der Band „Feine Sahne Fischfilet“. Der FDP-Stadtverordnete Uwe Schulz wollte jetzt vom Magistrat wissen, ob ein solcher Spruch mit der städtischen Kampagne „Frankfurt zeigt Respekt“, die ausdrücklich auch Uniformträger einbeziehe, vereinbar sei. „Nein“, sagte Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) in der Fragestunde des Stadtparlaments. Die Aufschrift sei kein Zeichen eines respektvollen Umgangs. Der Magistrat habe bereits beschlossen, sie entfernen zu lassen.

 

Doch sei dieser Beschluss noch nicht umgesetzt worden, das zu-ständige Kulturdezernat habe darauf verwiesen, dass es im Kulturausschuss des Stadtparlaments dafür keine Mehrheit gegeben habe. Frank betonte auch: Sollte sich so ein Spruch auf Liegenschaften be-finden, für die er selbst zuständig ist, etwa an einer Sportanlage oder einem Feuerwehrhaus, wäre sie spätestens nach 24 Stunden entfernt.

„Kulturelles Prekariat“

Schulz hat kein Verständnis für die Untätigkeit des Magistrats. „Es ist nicht richtig, dass an städtischen Liegenschaften Liedzeilen des kulturellen Prekariats angebracht ist.“ Mit dieser Haltung stieß er auf Widerspruch. Ursula Busch (SPD) findet zwar auch, dass der Spruch entfernt werden sollte, möchte aber zuvor eine Debatte über die Freiheit der Kunst führen. Denn Jessica Purkhardt (Grüne) hält die Aussage durch die Kunstfreiheit gedeckt.

„Es gibt andere Berufe“

Jutta Ditfurth (Ökolinx) hält sie auch für wahr. „Es gibt doch so viele schöne Berufe.“ Und Merve Ayyildiz (Linke) findet, die mit dem Spruch ausgedrückte Kritik sei ge-rechtfertigt. „Die Polizei als Instrument des kapitalistischen Staates hat die Aufgabe, kapitalistische Interessen durchzusetzen.“ m u

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen