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Fluglärm in Frankfurt: Umweltdezernentin: Mehr statt weniger Lärm wegen "Kritischem Fluglärm-Index"

Erst kürzlich hat die Stadträtin Ursula Fechter den „Kritischen Fluglärm-Index“ vorgestellt. Dieser irritiert die grüne Umweltdezernentin Rosemarie Heilig. Sie meint: Durch das neue Berechnungsmodell für Fluglärm könnte es im Frankfurter Süden noch lauter werden.
Wann wird es endlich leiser? Das fragt sich auch die Bürgerinitiative Sachsenhausen und organisiert regelmäßig Mahnwachen. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Wann wird es endlich leiser? Das fragt sich auch die Bürgerinitiative Sachsenhausen und organisiert regelmäßig Mahnwachen.
Frankfurt. 

Es ist erst wenige Tage her, dass Stadträtin Ursula Fechter (parteilos), die auch Leiterin der neu eingerichteten Stabsstelle Fluglärmschutz ist, einen „Kritischen Fluglärm-Index“ vorgestellt hat. Mit Hilfe dieser Berechnungsmethode soll die Einhaltung von Lärmobergrenzen, die das Hessische Wirtschaftsministerium noch festlegen möchte, gewährleistet werden. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) zeigt sich nicht begeistert von Fechters Vorschlag. Sie kritisiert, dass die Berechnungsmethode bereits veröffentlicht wurde, obwohl die Lärmobergrenzen noch nicht existieren.

Nicht abgestimmt

Als „Schnellschuss“, der weder mit dem Umweltdezernat, noch mit der Koalition abgestimmt gewesen sei, bezeichnet Heilig den Vorstoß der Stabsstelle. In dem neuen „Kritischen Fluglärm-Index“, der von dem Mathematiker Horst Weise vom Deutschen Fluglärmdienst erarbeitet wurde und der, wie berichtet, den heute geltenden „Frankfurter Fluglärm-Index“ ablösen soll, sieht die Grünen-Politikerin keinen Sinn. „Frau Fechter möchte, dass die heute weniger belasteten Menschen stärker als bislang belastet werden und missachtet dabei, dass bei ihrem Modell die heute ohnehin schon hoch und höchst belasteten Menschen noch stärker dem Fluglärm ausgesetzt würden“, so Heilig. „Denn eine Lärmobergrenze, die die heute weit vom Flughafen entfernt lebenden Menschen miteinbezieht, nutzt den Menschen im Nahbereich nichts. Sie führt sogar zu einer höheren Lärmbelastung.“

Eine wirksame Lärmobergrenze sollte ihrer Ansicht nach aber insbesondere die Menschen im Fokus haben, die den größten Lärmbelastungen ausgesetzt sind. Dazu gehören auch die Menschen im Frankfurter Süden, in Raunheim und in Flörsheim. „Eine Stabsstelle gegen Fluglärm im Römer sollte doch zunächst die Bürger in Frankfurt im Auge haben“, sagt Heilig, die zudem in den Aussagen Fechters vermisst, wie sie ihr Modell rechtlich umsetzen will. „Da die Stadt keinerlei Zuständigkeit hat, eine Lärmobergrenze einzuführen, ist ein mit den betroffenen Akteuren unabgestimmter Vorschlag wenig hilfreich.“

Die Antwort folgt prompt

Diese Kritik will Ursula Fechter natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Sie reagiert prompt. „Die Hauptaufgabe der Stabsstelle ist laut Koalitionsvertrag ausdrücklich die Erarbeitung eines eigenen Frankfurter Vorschlags für eine Lärmobergrenze“, so Fechter. Der vorgeschlagene „Kritische Fluglärm-Index“ habe nicht zur Folge, dass es in Frankfurt lauter wird. Er erfasse jedoch Stadtbezirke, die vom Fluglärm betroffen sind, aber unterhalb einem Dauerschallpegel von 53 Dezibel liegen. „Das Modell soll lediglich ermöglichen, dass eine – wie auch immer festgelegte – Lärmobergrenze korrekt auf ihre Einhaltung überprüft werden kann. Über die Festlegung einer lokalen Lärmobergrenze für Frankfurt sagt dies nichts aus“, sagt Fechter und bietet Heilig ein Treffen mit Horst Weise an, damit dieser sein Modell erklären kann. „Das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel, dass es in Frankfurt leiser werden soll, müssen wir gemeinsam angehen.“

(jlo)
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