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Sexuelle Belästigung: Uni Frankfurt wehrt sich gegen Vorwurf einer Studentin

Von Hat die Gleichstellungsbeauftragte der Uni einen Fall von sexueller Belästigung ignoriert? Eine Studentin sagt das. Die Uni stellt den Sachverhalt anders da. Fakt ist: Dem beschuldigten Dozenten wurde der Lehrauftrag entzogen.
Foto: dpa Bilder > Foto: Frank Rumpenhorst (dpa) Foto: dpa
Frankfurt. 

Die Vorwürfe sind gavierend: Die Universität soll untätig geblieben sein, das Büro der Gleichstellungsbeauftragten habe gar abgeblockt, als eine Studentin sich an das Büro gewandt habe. Ihr Anliegen: Sie wollte Hilfe, nachdem sie sexuell belästigt worden sei durch einen Dozenten. Der Vorfall beschäftigt die Uni seit Tagen; diese Zeitung hat gestern darüber berichtet, nachdem der Allgemeine Studierendenausschuss zu einer Demonstration vor dem Präsidium der Goethe-Uni aufgerufen hatte.

Das Präsidium wiederum sieht sich und die Gleichstellungsbeauftragte zu unrecht angegriffen. In einer Stellungnahme heißt es: „Die Goethe-Universität verwahrt sich daher entschieden gegen den Vorwurf, sie habe diesen Fall verschleppt oder unsachgemäß behandelt. Vielmehr ist es bei solch schweren Beschuldigungen zunächst zwingend erforderlich, im Gespräch mit allen beteiligten Seiten ein möglichst umfassendes Bild des Sachverhalts zu erlangen.“

Im Ergebnis ist der Dozent im Sommer 2017 entlassen worden. Die Anschuldigungen weist er laut einem „FAZ“-Artikel zwar von sich, befinde sich aber in Therapie.

Die Studentin hatte Anfang der Woche in der „FAZ“ geäußert, die Gleichstellungsbeauftragte sei in Kenntnis der Vorwürfe gegen den Dozenten untätig geblieben. Dem widerspricht das Uni-Präsidium: Die „Untätigkeit“ der Gleichstellungsbeauftragten nach der ersten Konsultation im Dezember 2016 „entsprach dem Wunsch der Studentin, zunächst die Exkursion und die Notengebung abwarten zu wollen. Das nächste Gespräch erfolgte dann im Frühjahr 2017.“

Die Gleichstellungsbeauftragte habe entsprechend des definierten Beratungsprozesses alle in solchen Fällen üblichen Schritte unternommen, um den Fall – auch in Kooperation mit anderen Stellen der Universität und dem Präsidium – so rasch wie möglich aufzuklären und Konsequenzen zu ziehen.

Die Studentin wirft dem Dozenten vor, sie in seiner Wohnung betrunken gemacht und aufgefordert zu haben, bei ihm zu übernachten. Später sei er während einer Exkursion zudringlich geworden, einmal habe er sie an der Innenseite des Oberschenkels angefasst. Eine zweite Studentin habe ihr auf der Exkursion erzählt, auch sie fühle sich durch den Dozenten belästigt. Die Vorwürfe dieser zweiten Studentin scheinen sich jedoch darauf zu beschränken, dass der Dozent ihr zum Geburtstag Schokolade geschenkt und vor den Augen aller anderen überreicht habe.

Dieses Beispiel zeigt, wie subjektiv in Zweifelsfällen die Grenzen zu Übergriffigkeit und Belästigung gezogen werden. Die grundlegende Position im Präsidium der Uni ist eindeutig: „Sexualisierte Diskriminierung und sexuelle Gewalt werden an der Goethe Universität aufs schärfste verurteilt. Mit Bestürzung nimmt die Universität daher wahr, dass dennoch vereinzelte Angehörige Grenzen verletzen. Solche Handlungen werden selbstverständlich geahndet.“ Auch im geschilderten Fall sei dies geschehen.

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