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4,6 Millionen Euro Verlust: Uniklinik rutscht wieder in die roten Zahlen

Von Die finanzielle Lage der Frankfurter Uniklinik bleibt angespannt. Nachdem das Hochschulkrankenhaus im Vorjahr den Sprung aus der Verlustzone schaffte, rutschte es 2016 wieder in die roten Zahlen: mit einem deutlichen Minus von 4,6 Millionen Euro. Einspareffekte soll der derzeit entstehende Zentralcampus bringen.
„Diverse Kostentreiber“ vermiesten der Uniklinik die Bilanz. Foto: Boris Roessler (dpa) „Diverse Kostentreiber“ vermiesten der Uniklinik die Bilanz.
Frankfurt. 

Noch im Juli 2016 kündigte Finanzchefin Bettina Irmscher an, dass ihr Erfolg kein kurzfristiger sein soll. Schwarze Zahlen strebe sie nicht nur für das laufende Geschäftsjahr sondern auch darüber hinaus an, sagte sie damals. Der Kaufmännischen Direktorin war es gelungen, die Frankfurter Uniklinik innerhalb von zwei Jahren von einem zweistelligen Millionendefizit in die Gewinnzone zu führen. Doch halten konnte sich das landeseigene Lehr- und Forschungskrankenhaus dort nicht. Vergangenes Jahr machte es wieder deutliche Verluste: „Das Universitätsklinikum hat das Jahr 2016 mit einem Ergebnis der operativen Geschäftstätigkeit von minus 4,6 Millionen Euro abgeschlossen“, teilte die Pressesprecherin unserer Zeitung mit.

Höhere Löhne

Als Grund für die negative Entwicklung wird auf „diverse Kostentreiber“, zum Beispiel höhere Tarifabschlüsse, verwiesen. Außerdem sei die „bauliche Zusammenführung“ einzelner Abteilungen und Teilkliniken noch nicht abgeschlossen. Der Uniklinik-Standort in Niederrad wird derzeit zum „Zentralcampus“ um- und ausgebaut. Davon erhofft sich die Klinikleitung geringere Verwaltungskosten. Eine Studie kam vor ein paar Jahren auf ein Einsparpotenzial von jährlich bis zu 7,4 Millionen Euro.

Der hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), der im Aufsichtsrat des Uniklinikums Frankfurt sitzt, wollte die aktuelle Finanzlage nicht kommentieren. Auf die Frage, wie und wann wieder ein positives Ergebnis erzielt werden soll, antwortete er: „Das ist zunächst Angelegenheit des Vorstandes und welche Maßnahmen sinnvoll sind beziehungsweise ergriffen werden sollen, wird im Aufsichtsrat diskutiert werden.“

Auch das Universitätsklinikum selbst hielt sich bedeckt. Welches Ergebnis für das laufende Jahr erwartet wird, wollte dessen Sprecherin nicht verraten. Man könne „derzeit keine Angabe zum Geschäftsergebnis 2017 machen“, antwortete sie der FNP und lehnte ein Interview mit Finanzchefin Irmscher aus terminlichen Gründen ab.

Teure Spitzenmedizin

Frankfurt ist allerdings kein Einzelfall. Universitätskliniken haben bundesweit mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie beklagen, dass medizinische Spitzenversorgung in dem über Fallpauschalen geregelten Abrechnungssystem von den Krankenkassen nicht ausreichend bezahlt werde. Der Fehler liege im System. Um dies auszugleichen, setzen sie vermehrt auf ausländische Privatpatienten, die meist wohlhabend sind und sich die Behandlung in Deutschland einiges kosten lassen. Die Frankfurter Uniklinik wirbt mit einem „International Office“ um diese Kundschaft – auf Englisch, Russisch und Arabisch.

„Ein Haus von bundesweiter Bedeutung“

Das Universitätsklinikum Frankfurt wurde 1914 zusammen mit der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität gegründet. 1967 ging die Trägerschaft von der Stadt Frankfurt auf das Land Hessen über.

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