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Künstlerinnen-Trio will Frankfurt bunter machen: Unorte zum Lichtblick machen

Wände, Gebäude und Bahnunterführungen bemalt das Künstlerinnen-Trio „Three For Wall“ mit farbenfrohen Bildern. Im Gallus und im Günthersburgpark waren sie schon am Werk. Jetzt suchen sie geeignete Flächen im Frankfurter Süden. Am Freitag stellen sie sich im Ortsbeirat vor.
Solch ein buntes Werk wie im Günthersburgpark können sich Pia Grambart-Delalic (von links), Nicole Wächtler und Michaela Heidlas-May vom Künstlerinnen-Trio „Three For Wall“ auch für Oberrad, Sachsenhausen oder Niederrad vorstellen. Foto: Bernd Kammerer (.) Solch ein buntes Werk wie im Günthersburgpark können sich Pia Grambart-Delalic (von links), Nicole Wächtler und Michaela Heidlas-May vom Künstlerinnen-Trio „Three For Wall“ auch für Oberrad, Sachsenhausen oder Niederrad vorstellen.
Frankfurter Süden. 

Sie alle eint eine Leidenschaft: Pia Grambart-Delalic (55), Nicole Wächtler (44) und Michaela Heidlas-May (48) wollen Kunst nach draußen bringen, zu den Menschen. „Kunst gehört nicht nur ins Museum“, sagen sie. „Da geht ja nicht jeder hin.“ Deshalb haben sich die drei freischaffenden Künstlerinnen vor einem Jahr zum Trio „Three For Wall“ zusammengeschlossen, haben bereits im Gallus und im Günthersburgpark Wände mit farbenfrohen Werken versehen.

Jetzt suchen sie nach weiteren Flächen, würden auch gerne die Stadtteile im Frankfurter Süden verschönern. Deshalb hat sie Ortsvorsteher Christian Becker (CDU) in die kommende Sitzung des Ortsbeirats 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) am Freitagabend eingeladen. Dort wird sich das Trio vorstellen.

Drei Stile, ein Werk

„Nicole Wächtler und ich kennen uns privat“, erzählt Michaela Heidlas-May. Die Sachsenhäuserin Pia Grambart-Delalic lernten sie an der Frankfurter Fachhochschule und über ein Kinderprojekt kennen. Schnell dachten die drei Künstlerinnen über gemeinsame Projekte nach, doch mangels Zeit scheiterte dies – bis das Historische Museum sein „Stadtlabor unterwegs“ im Gallus anbot. „Dort habe ich mein Atelier, deshalb war es nahe liegend, uns dort zu bewerben“, sagt Grambart-Delalic. Gemeinsam beteiligten sie sich mit dem großen und farbenfrohen Bild „Verwandlung“ an der Ausstellung „Gallus Ein Viertel und ein Ganzes“. „Wenn drei gestandene Künstlerinnen zusammen ein Werk schaffen, dann ist das wirklich spannend“, sagt Grambart-Delalic, „und hat erstaunlich gut funktioniert.“ Deshalb blieben sie am Ball.

Ihr zweites Projekt war die Bemalung des kleinen Gartenhäuschens samt des angrenzenden Torbogens im Günthersburgpark, nahe der Wetteraustraße. Pia Grambart-Delalic steuerte zudem einige Figuren für die Mauerkronen und dreidimensionale Elemente an der Wand bei. Jetzt ist das farbenfrohe Projekt beendet.

Pia Grambart-Delalic hat Kommunikationsdesign studiert, arbeitet seit 30 Jahren als freischaffende Künstlerin, hat ein eigenes Atelier und gibt Kunstunterricht an einer internationalen Privatschule. Nicole Wächtler hat ebenfalls Kommunikationsdesign studiert, ist freiberuflich tätig. Schon während ihrer Diplomarbeit hat sie ein Faible für Projekte im öffentlichen Raum entwickelt. Damals gestaltete sie einen 75 Meter langen unterirdischen Tunnel mit viel Farbe und Formen. Michaela Heidlas-May hat Innenarchitektur, Design und Malerei studiert. Sie arbeitet an der Fachhochschule, unterrichtet dort künstlerische Methoden in der Sozialarbeit.

„Jede von uns hat ihre eigene Technik, von jeder steckt etwas in unseren gemeinsamen Werken. Dabei entsteht dann etwas Viertes“, sagt Grambart-Delalic. Während sie abstrakte, grafische Formen bevorzuge, sei Michaela Heidlas-May die Realistin und Nicole Wächtler eine Mischung aus den beiden. „Ich male abstrakte Flächen, die sich überlagern, aber etwa mit Gitarren oder Blumen bespickt sind“, sagt Wächtler. „Dadurch schaffen wir kleine Welten. Jetzt müssen wir nur schauen, dass es weitergeht.“

Die Menschen seien von den vorangegangenen Projekten begeistert gewesen. Viele hätten ihnen geschrieben, sich für die neuen Farbkleckse in ihrem Leben bedankt. „Ein Mann kam sogar während wir hier arbeiteten zu uns, hat uns umarmt und geküsst, weil er sich so freute“, erzählt Heidlas-May. Altersübergreifend, von Kleinkindern bis zu Rentnern, seien sie mit Menschen ins Gespräch gekommen. „Selbst Jugendliche drehten sich um und meinten: ,Echt cool.‘“ Und ihre Arbeit hätte sogar neben der Freude der Menschen noch einen ganz anderen positiven Effekt: „Unsere Kunstwerke schützen vor Vandalismus und illegalen Graffiti. Aber auch so unschöne ,Toiletten-Ecken‘, die die Menschen gerne für ihre Notdurft verwenden, verschwinden mit unserer Arbeit.“

Weg mit der Tristesse

Und genau dies ist das Hauptziel des Trios: Unorte, die gemieden werden, zu verschönern. Dazu zählen Wände, Mauern, Trafohäuschen oder triste Bahnunterführungen. „Die haben ja meist eine unheimliche Atmosphäre, aber mit Farbe bringt man Licht an einen Ort. Das verändert doch gleich die Stimmung“, ist sich Wächtler sicher. Die Kunstwerke fertigen die Künstlerinnen immer speziell für den jeweiligen Ort an. Deshalb informieren sie sich vorab immer ausführlich über die Stadtteile. „Die Menschen müssen sich mit dem Bild identifizieren können, denn wir gestalten die Orte nicht für uns, sondern für sie.“

Wer einen Vorschlag hat, kann sich unter der E-Mail-Adresse kontakt@werklabor.com an das Künstlerinnen-Trio wenden. An der Finanzierung würde sich der Ortsbeirat aus seinem Budget sicherlich beteiligen, erklärt Ortsvorsteher Becker.

 

Der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) tagt am Freitag, 3. Juni, ab 19 Uhr bei der Suchthilfe Fleckenbühl, Kelsterbacher Straße 14.

 

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