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Streit im Bahnhosfviertel: Urteil: Messerstecher kommt mit Bewährung davon

Zwei Jahre zur Bewährung – gemessen an den schweren Verletzungen, die er seinem Kontrahenten mit einem Messerstich zugefügt hatte, ist ein 69-Jähriger gestern vor dem Landgericht glimpflich davongekommen.
Foto: Andrey Burmakin; Fotolia
Frankfurt. 

Beide Streithähne konnten sich eigentlich nicht ausstehen, trafen sich aber doch mit schöner Regelmäßigkeit in einem Wettbüro an der Elbestraße im Bahnhofsviertel. Dort ging man sich gehörig auf die Nerven, tauschte Beleidigungen und auch fragwürdige „Zärtlichkeiten“ aus.

Doch nun wurde ein Fall für das Landgericht daraus: Im Juni kam der Kontrahent des 69 Jahre alten Rentners urplötzlich auf ihn zu und „massierte“ ihm schmerzhaft den Rücken. Dazu kamen Bemerkungen, die der nun Angeklagte als besondere Provokationen auffassen musste, etwa „du Mafioso“. So schaukelten sich die beiden „sehr impulsiven und zu Dramatisierung neigenden Männer“ (Richterin Bärbel Stock) immer weiter hoch.

Nach einem heftigen Wortwechsel auf der Toilette holte der Rentner schließlich ein Messer aus der Tasche, weil er sich offenbar vor dem körperlich überlegenen Gegner fürchtete. Nach einem weiteren „Mafioso“ stach er dem Gegner in den Bauch. Das Opfer sank zusammen und war praktisch schon klinisch tot, als der Notarzt kam und den an der Leber schwer verletzten Mann reanimieren konnte.

Gleichwohl ging die Schwurgerichtskammer nach mehrtägigem Prozess wie auch die Staatsanwaltschaft nicht von einem Tötungsvorsatz des Angeklagten aus. Er habe mit dem Messer nur seine Ruhe vor dem lästigen Zeitgenossen sicherstellen wollen. Das als Nebenkläger vor Gericht vertretene Opfer hatte den Messerangriff dagegen als „Mordkomplott“ bezeichnet. Der Angeklagte aber kam mit zwei Jahren auf Bewährung davon.

(ge)
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