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Nahverkehr: VGF muss Millionen in den Brandschutz der U-Bahnen stecken

Mehr als 88 Millionen Euro muss die städtische Verkehrsgesellschaft VGF für den Brandschutz in U-Bahn-Stationen ausgeben. Ungefähr die Hälfte ist geschafft, doch Ausgaben von rund 41 Millionen Euro stehen noch bevor. Zuschüsse gibt es nicht.
Foto: Rainer Rüffer
Frankfurt. 

Als die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) für den gestrigen Donnerstag zur Pressekonferenz über den Brandschutz in der U-Bahn einlud, konnte sie nicht ahnen, dass ausgerechnet an diesem Tag ein Brand Stadtgespräch Nummer eins sein würde. Nun gibt es in der U-Bahn natürlich keine Holzkonstruktionen, die wie der Goetheturm in Flammen aufgehen könnten. Gefahrenquellen sind aber dennoch vorhanden. Und seit dem verheerenden Brand am Flughafen Düsseldorf vor 21 Jahren sind die Anforderungen an den Brandschutz noch einmal erheblich verschärft worden. Deshalb hat die VGF schon 2005 begonnen, die 27 unterirdischen U-Bahn-Stationen, die zum Teil aus den 60er Jahren stammen, für den Ernstfall zu rüsten. Mehr als 47 Millionen Euro wurden seitdem in Rauchschürzen, neue Decken oder Sicherheitstüren investiert.

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Neue Deckenverkleidung

Den Fahrgästen fielen diese Arbeiten vor allem deshalb auf, weil in vielen Stationen die Deckenverkleidung entfernt wurde und die darunter liegenden Kabelstränke zum Vorschein kamen. Das hat laut VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer vor allem einen Grund: „Früher blickte man vor allem aufs Feuer, heute gilt der Rauch als das größte Problem.“

Er habe es selbst einmal bei einem Test erlebt: In einer verqualmten Station verliere man schnell die Orientierung, finde man den Fluchtweg nicht. Wenn aber nach oben hin mehr Raum ist, in dem sich der Rauch ausbreiten kann, bleibt auf Augenhöhe länger freie Sicht. „Das bringt ein paar Minuten, aber die können entscheidend sein“, sagt Paul Laska, Brandschutzbeauftragter der VGF.

Damit die Stationen wieder gepflegt aussehen, der Rauch sich aber weiterhin nach oben ausbreiten kann, werden nach und nach Deckenverkleidungen mit Lochblechen angebracht. Derzeit ist das an der Konstablerwache zu beobachten. Gearbeitet wird außerdem an 13 weiteren Stationen.

Weitgehend abgeschlossen ist die Nachrüstung der Stationen mit sogenannten Rauchschürzen. Mit diesen soll die Ausbreitung des Qualms in die Treppenhäuser verzögert werden. Manchmal hat man dafür Gipskarton verwendet, an der Hauptwache allerdings sind die Rauchschürzen aus optischen Gründen aus Glas. An einigen Stationen gibt es auch bewegliche Schürzen, die nur im Alarmfall herunterfahren.

Durch diese Maßnahmen seien die 27 unterirdischen Stationen sicher, betont Laska. „Sonst würde die Feuerwehr da nicht mitmachen.“ Trotzdem werden in den kommenden zehn Jahren noch einmal 41 Millionen Euro in den Brandschutz investiert. Unter anderem werden weitere Stationen automatische Türen bekommen, wie es sie zum Beispiel am Südbahnhof gibt. Wird der Rauch zu dicht, schließen sie automatisch, um die Fluchtwege freizuhalten. Natürlich können sie von Hand wieder geöffnet werden, damit niemand in der Station eingeschlossen wird.

Nach und nach erneuert werden auch die Lüftung und die Anlagen, die im Notfall Durchsagen ermöglichen. Sie müssen so ausgelegt sein, dass sie auch im Brandfall funktionieren. So werden zum Beispiel zwei getrennte Leitungen verlegt – für den Fall, dass eine ausfällt.

Wunsch nach Zuschüssen

Insgesamt rechnet die VGF mit Kosten von 88,6 Millionen Euro. Davon wurden bereits 47,5 Millionen Euro ausgegeben. Die noch ausstehenden Kosten sind geschätzt. „Niemand weiß genau, was noch auf uns zukommt“, so Rüffer. Bezahlen muss die Brandschutznachrüstung die VGF aus eigener Tasche. Zuschüsse vom Land gibt es nicht – was gestern sogar Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) verwunderte. „Wir würden uns freuen, wenn das Land künftig etwas dazugeben würde“, sagte Rüffer.

Immerhin, so Oesterling, habe Frankfurt nicht die Brandschutzprobleme der 150 Jahre alten Londoner U-Bahn. „Wir haben überall im Tunnel Rettungswege und Notausgänge.“

(mu)
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