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Cargo-City-Urteil: Van-Almsick-Freund legt Revision gegen Urteil ein

Von Nach dem Urteil im Korruptionsprozess um die Cargo City Süd am Frankfurter Flughafen haben außer dem angeklagten Investor Ardi Goldman auch Projektentwickler Jürgen Harder und die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt.
Bilder > Foto: Uwe Zucchi (dpa)
Frankfurt. 

Am Dienstag um 24 Uhr ist die Frist abgelaufen. Nach dem Urteil im Korruptionsprozess um die Cargo City Süd am Flughafen hatten die Beteiligten eine Woche Zeit, um beim Landgericht Revision einzulegen. Der stadtbekannte Investor Ardi Goldman, den die Strafkammer zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt hatte, tat das schon in der vergangenen Woche – für sich und für seine Projektgesellschaft Cargoport.

Gestern teilte Werner Gröschel, Sprecher des Frankfurter Landgerichts, auf Nachfrage dieser Zeitung mit, dass der Projektentwickler Jürgen Harder und die Staatsanwaltschaft ebenfalls Revision eingelegt haben. Revision bedeutet, dass ein Urteil von einer höheren Gerichtsinstanz überprüft wird. Im vorliegenden Fall ist der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe zuständig.

Der Vorsitzende Richter Christopher Erhard hatte am Ende der Urteilsverkündung anklingen lassen, dass die Strafkammer vor allem auf das Verhalten des verurteilten Maklers Uwe S. im Hinblick auf Rechtsmittel gespannt sei. Strafverteidiger Uwe Lenhart sagte auf Nachfrage, dass sich sein Mandant gegen eine Revision entschieden habe: S. sehe die Unrechtmäßigkeit seines Verhaltens ein und übernehme die Verantwortung dafür. S. habe abgesehen von den Handlungen, für die er verurteilt wurde, „ein beanstandungsfreien Leben“ geführt. Er gedenke, mit dem dunklen Kapitel so schnell wie möglich abzuschließen und sich auf neue Herausforderungen zu konzentrieren. Der Makler war trotz seiner zentralen Rolle im Korruptionsgeschehen „nur“ zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden, weil er früh gestanden und sich stark an der Aufklärung beteiligt hatte.

Der Heidelberger Projektentwickler Jürgen Harder – bundesweit bekannt als Lebensgefährte Franziska van Almsicks – hat im Gegensatz zu seinem Geschäftspartner Kai B. ebenfalls Revision eingelegt. Das könnte daran liegen, dass ihn die Strafkammer zwar „nur“ zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, als Auflage aber vergleichsweise hohe Zahlungen von insgesamt 6 Millionen Euro für soziale Zwecke festgelegt hatte.

Goldman im Fokus

Nadja Niesen, Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft, sagte auf Nachfrage, dass die Strafverfolger allein im Hinblick auf den Investor Ardi Goldman Revision eingelegt hätten. Das Landgericht sei bei der Strafzumessung hinter der Forderung der Staatsanwälte zurückgeblieben. Diese hatten für Goldman wie berichtet eine vier Monate längere Freiheitsstrafe von drei Jahren gefordert.

Goldman hat sich für die Revision dem Vernehmen nach neuen juristischen Beistand geholt. Ein ungewöhnlicher Vorgang ist das nicht: Es gibt Rechtsanwälte, die auf dieses Rechtsmittel spezialisiert sind. Bis der BGH entscheidet, ob der Cargo-City-Süd-Prozess neu aufgerollt wird, dürften aber noch viele Monate vergehen: Erst muss das Urteil, dann die Revision begründet und zugestellt werden. Und dann muss sich der BGH, wo sich die Vorgänge stapeln, des Urteils annehmen.

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