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Treffen der neuen Aktionsgruppe in Seckbach: Verkehr in Seckbach nervt: Bürger zeigen Kante

Von Der viele Verkehr auf Seckbachs Hauptstraße, der Wilhelmshöher Straße, nervt die Menschen im Stadtteil. Und so kamen zur Gründungsversammlung der Aktionsgruppe Wilhelmshöher Straße mehr als 60 Anwohner, die sich für eine Verkehrsberuhigung einsetzen wollen.
Bonny Fischer, Heiko Nickel und Kalle Kröwer (v.l.) haben die Aktionsgemeinschaft Wilhelmshöher Straße gegründet. Foto: Salome Roessler Bonny Fischer, Heiko Nickel und Kalle Kröwer (v.l.) haben die Aktionsgemeinschaft Wilhelmshöher Straße gegründet.
Seckbach. 

Bonny Fischer reckt zu Beginn des ersten Treffens der neuen Aktionsgruppe Wilhelmshöher Straße die Faust jubelnd in die Luft. Denn mehr als 60 Seckbacher sind an diesem Abend gekommen. „Jeder von ihnen zeigt mit seinem Erscheinen, dass er etwas erreichen will“, sagt sie in die Runde. Dabei geht es um die Verkehrsberuhigung entlang Seckbachs vielbefahrener Hauptstraße. Reden alleine helfe da nicht mehr, auch wenn die Gruppe das Gespräch mit der Stadt suchen werde. „Wir werden auch Aktionen vorbereiten, sechs, sieben, acht Mal im Jahr“, sagt Fischer. „Das erwarten die Leute auch von uns“, ist Kalle Kröber, wie Fischer einer der vier Mitbegründer der Aktionsgruppe, überzeugt.

Vorschläge gibt es an diesem Abend viele, etwa die Straße mit Transparenten und einer Demo zu sperren. „Die Wilhelmshöher muss dicht gemacht werden“, fordert eine Dame. Oder Spaziergänge auf der Straße oder über die Zebrastreifen, um den Verkehr so zum Erliegen zu bringen, sagt Fischer. Und um die Aufmerksamkeit der Stadt zu bekommen.

Jeder hat eine Geschichte

Beispiele, warum die Geduld bei vielen Anwohnern der Wilhelmshöher Straße, der Hofhausstraße und deren Nebenstraße am Ende sei, kenne jeder, sagt Fischer. Die vielen Male etwa, als ihr Kinderwagen auf dem Bürgersteig fast von Lastwagen umgefahren wurde. Und dass sie schon mehrfach Freunden ihrer Kinder, die zur Zentgrafenschule gehen, in den Ranzen greifen musste, um sie auf dem schmalen Bürgersteig vor dem Überfahren zu retten. Kalle Kröber erzählt, er sei beim Verlassen des eigenen Grundstücks, „quasi im Vorgarten“, fast vom Bus überfahren worden. „Dabei ist der Fußweg 1,3 Meter breit.“ Oder jene Anwohnerin, deren Tochter fast überfahren wurde „von einem Auto, das am Stau mit hohem Tempo vorbei zog, um abzubiegen“.

Auch Markus Janz ist da, der „Schutzmann vor Ort“ des sechsten Polizeireviers aus Bornheim, das auch für Seckbach zuständig ist. Das Durchfahrtsverbot an der Nußgartenstraße könne die Polizei nicht durchsetzen, denn dort steht „frei bis Seckbach“. „Und jeder sagt dann, er müsse zu dem und dem oder zum Metzger – und dann können wir nichts machen.“ Aber kontrollieren könne die Polizei doch wenigstens, sagt eine Dame. Die Autofahrer mit Kontrollen aufhalten, ausbremsen, so dass sie merken: Diese vermeintliche Abkürzung ist gar nicht schneller.“ Doch Janz bleibt skeptisch. Eher erfolgversprechend sei, wenn die Seckbacher jene Lastwagenfahrer anzeigen, die durch den Ort rollen. Am besten mit Zeugen, ergänzt Jürgen Kuhn, ebenfalls Mitbegründer der Aktionsgruppe. „Sonst kann die Polizei gar nichts machen.“

Viele Versprechen

Einige sind skeptisch. „Wir haben schon vor 38 Jahren mehrfach demonstriert. Damals hieß es, eine Nordumgehung werde gebaut. Doch nichts ist passiert. Nicht einmal der Riederwaldtunnel, der Seckbach entlasten könnte, existiert“, sagt ein Mann. Statt dessen werde es immer schlimmer.

Konzepte gebe es noch nicht, sagt Fischer. Wohl aber eine Vorplanung der Stadt für die Sanierung der Wilhelmshöher Straße, die bereits „viele gute Ansätze“ habe, sagt Aktionsgruppen-Mitgründer Heiko Nickel. „Das zeigt, dass die Stadt verstanden hat: In Seckbach muss etwas geschehen.“ Doch die Bürger könnten sich weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen vorstellen, Verengungen etwa. Oder eine Einbahnstraßenregelung.

Auf großen Karteikarten werden die Wünsche gesammelt: eine Art Slalom durch Parkbuchten, das Messen der Luftqualität, das Durchfahrtverbot für Lastwagen endlich durchsetzen oder den Pkw-Verkehr zu reduzieren.

Am Ende des Treffens steht der Wille, gegen den Verkehr etwas zu tun. Und dass man sich am Mittwoch, 15. Februar, um 20 Uhr in den Räumen von Kids Seckbach, Atzelbergstraße 3A, wieder treffen will.

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