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Informationspolitik: Verspätete Starts von Flugzeugen früher ankündigen

Von Das unbeständige Wetter mit Gewitter und heftigen Regenfällen hat für die Bewohner des Frankfurter Südens negative Begleiterscheinungen: Flugzeuge starten und landeten dieser Tage sehr oft nach 23 Uhr. Die SPD im Ortsbeirat 5 fordert jetzt Konsequenzen.
Die Wetterkapriolen der vergangenen Tage haben dazu geführt, dass Flugzeuge nicht starten und landen konnten – viele kamen deshalb später an und hoben entsprechend erst nach 23 Uhr ab. Viele Bewohner des Frankfurter Südens hatten sich darüber zuletzt beschwert. Foto: Boris Roessler (dpa) Die Wetterkapriolen der vergangenen Tage haben dazu geführt, dass Flugzeuge nicht starten und landen konnten – viele kamen deshalb später an und hoben entsprechend erst nach 23 Uhr ab. Viele Bewohner des Frankfurter Südens hatten sich darüber zuletzt beschwert.
Frankfurter Süden. 

Sommerzeit ist Gewitterzeit. Für die Anwohner im Frankfurter Süden bedeutet dies allerdings: Sie werden auch nach 23 Uhr, wenn am Flughafen eigentlich das Nachtflugverbot gilt, mit verspäteten Starts und Landungen rechnen müssen.

Das führt zu zahlreichen Beschwerden in diesen Tagen. Vor allem in den sozialen Netzwerken wie Facebook tun genervte Anwohner ihren Unmut darüber kund. „Und wieder keine Nachtruhe in Oberrad. Das ist der dritte Tag in Folge“, schreibt ein Nutzer in der Facebook-Gruppe „Oberrad – Forum von Oberrädern für Oberräder“. Anschließend zählt er von 23.05 Uhr bis 23.22 Uhr neun Flugzeuge auf, die über seinem Haus starten. Ein anderer Nutzer schreibt: „24 Uhr der nächste Start. Lärm und Dreck über Frankfurt.“

Angaben zur Anzahl

Das hessische Wirtschaftsministerium informiert erst am Tag nach den Gewittern auf ihrer Internetseite, wie viele verspätete Starts und Landungen es gegeben hat. Der SPD-Fraktion im Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) ist dieser Zeitpunkt aber zu spät. Sie wünscht sich, dass sich der Magistrat der Stadt dafür einsetzt, dass der Flughafenbetreiber Fraport oder eben das Wirtschaftsministerium täglich schon am frühen Abend auf ihren Internetseiten darüber informieren, wie viele Starts und Landungen es voraussichtlich nach 23 Uhr geben wird und ab wie viel Uhr Ruhe herrscht.

FDP und Grüne im Ortsbeirat sehen in der täglichen Information der Öffentlichkeit aber keinen Sinn. „Das hat überhaupt keinen Informationsgewinn“, sagte Uwe Schulz (FDP) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats am Freitagabend. Und für Reinhard Klapproth (Grüne) seien die Informationen des Wirtschaftsministeriums schon heute bürgerfreundlich. „Tag für Tag kann man auf der Internetseite des Ministeriums nachlesen, warum und bis wann es laut war“, so der Stadtteilpolitiker, der sich als Oberräder auch oft über die verspäteten Starts und Landungen ärgern würde. „Aber wir wissen doch, dass spätestens ab Mitternacht Ruhe ist, denn dann darf nicht mehr gelandet und gestartet werden“, sagt Klapproth. „Aber zu fordern, dass sich die Landesregierung eine Glaskugel anschafft, um vorauszusehen, wann es zu verspäteten Starts und Landungen kommt, halte ich nicht für zielführend.“

In Frankfurt gilt zwischen 23 und 5 Uhr ein Nachtflugverbot. Verspätete Maschinen mit planmäßiger Ankunft vor 23 Uhr dürfen jedoch bis 24 Uhr noch landen, wenn sich der Grund der Verspätung nicht aus der Gestaltung des Flugplans ergibt. Verspätete Starts sind ebenfalls möglich, bedürfen aber jeweils einer gesonderten Genehmigung. Kriterium ist, dass der Grund der Verspätung außerhalb des Einflusses der Fluglinie liegt – wie eben bei einem Gewitter.

Keine Einschränkungen

Jan Binger von der SPD kann das Blockieren des Antrags von den Grünen nicht verstehen, wie er sagt. „Der Flugbetrieb wird dadurch ja nicht eingeschränkt. Wir wollen nur, dass die Bürger informiert werden.“ Immerhin könne Fraport schon tagsüber abschätzen, wenn es ein Gewitter gegeben hat, ob und in welchem Ausmaß es zu Verschiebungen im Flugplan kommen werde. „Das kann man kalkulieren und entsprechend an die Bürger weitergeben“, so Binger. Dann wüssten diese nämlich, wann sie schlafen gehen und ihre Fenster zum Lüften öffnen können.

Letztlich wurde der SPD-Antrag mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen abgelehnt.

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