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Sicherheit: Viele Sprengstofftests am Frankfurter Flughafen sind positiv

Nachdem am Dienstag ein Sprengstoffalarm am Frankfurter Flughafen ausgelöst worden war, waren gestern noch viele Passagiere von Verspätungen und Flugausfällen betroffen. Die vollständige Aufklärung wird noch einige Tage dauern.
Rund 13 000 Passagiere waren laut Fraport von der Panne am Frankfurter Flughafen am Dienstag betroffen. Foto: Boris Roessler (dpa) Rund 13 000 Passagiere waren laut Fraport von der Panne am Frankfurter Flughafen am Dienstag betroffen.
Frankfurt. 

Ganz beendet war das Flughafenchaos von Dienstag auch gestern noch nicht: Weil viele Flugzeuge, deren Start gestrichen worden war, morgens noch im Flughafen standen und abgefertigt werden mussten, sei noch zu Verzögerungen gekommen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Zudem gab es wegen einer Gewitterwarnung weitere Probleme: Spätabends mussten weitere Flüge gestrichen werden, morgens zwischen 5 und 6 Uhr setzte zudem etwa 40 Minuten lang die Flugabfertigung aus.

Am Dienstagmittag war bei einer regulären Sicherheitskontrolle im Terminal 1, Abschnitt A, ein Alarm ausgelöst worden. Obwohl bei der Kontrolle einer Familie der sogenannte Wischtest angeschlagen hatte, wurden die Familienmitglieder nicht weiter kontrolliert und gingen in den Sicherheitsbereich. Eine Fraport-Mitarbeiterin hatte es versäumt, die vorgeschriebene zweite Kontrolle durchzuführen.

Festgelegtes Prozedere

„Was genau vor sich ging, wird derzeit in Gesprächen mit allen Mitarbeitern des betroffenen Teams untersucht. Das wird noch einige Tage dauern“, sagte Reza Ahmari, Sprecher der Bundespolizei am Flughafen. „Normalerweise läuft bei einem positiven Test alles weitere nach einem festgelegten Prozedere: Es gibt eine Nachkontrolle. Zumeist stellt sich bei dieser heraus, dass es sich um eine harmlose Handcreme oder ähnliches handelt.“

Denn: Verschiedene Stoffe, zum Beispiel Nitroglycerin, die sich in Sprengstoff befinden können, sind auch Bestandteil von Cremes oder anderer Kosmetikprodukte sowie von Medikamenten. Der stichprobenartige „Wischtest“ – die korrekte Bezeichnung lautet ETD-Test (Explosive Trace Detection) –, der auf diese Stoffe anschlägt, geschieht mittels eines Streifens, der aussieht wie ein Stück Papier und über eine Tasche oder ein Laptop gezogen wird. „Dieser Test ist hochempfindlich“, erklärt Ahmari. „Zum Glück bekamen wir zeitnah den Hinweis, dass eine Person in den Sicherheitsbereich gelangt ist, die nicht ausreichend kontrolliert wurde. So konnten wir das Boarding stoppen und den Sicherheitsbereich räumen. Die Familie befand sich noch dort, wir konnten sie mit der Videokontrolle ausfindig machen.“ Bei der dann durchgeführten Nachkontrolle stellte sich heraus, dass kein Sprengstoff, sondern Kosmetika den Alarm auslösten.

Die Sicherheitskontrollen am Flughafen unterliegen der Bundespolizei. Durchgeführt werden sie von drei Dienstleistungsfirmen, von denen eine direkt bei Fraport angesiedelt ist, die zweite – Frasec – ist eine Fraport-Tochter, und die dritte ist die Firma „I-Sec Deutsche Luftsicherheit“. 3300 Sicherheitsleute arbeiten am Flughafen. Sie werden von den genannten Unternehmen ausgebildet, die Zulassung erfolgt durch die Bundespolizei. Insgesamt fielen nach Angaben von Fraport am Dienstag knapp 100 Flüge aus, die aber nicht alle auf die Panne zurückzuführen seien.

Keine Entschädigung

Betroffene Passagiere können nicht auf Entschädigung hoffen. „Sie werden keine Ausgleichszahlung bekommen“, erklärt Reiserechtsexperte Ernst Führich aus Kempten. Grund sei, dass die Sicherheitskontrolle Staatsaufgabe sei und nicht in den organisatorischen Bereich der Airline falle. Folglich gehöre sie auch nicht zum Betriebsrisiko einer Fluggesellschaft. „Maßnahmen im Sicherheitsbereich sind außergewöhnliche Umstände“, sagt Führich. In einem solchen Fall sind Airlines von der Zahlungspflicht befreit. stw/dpa

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