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Studie untersucht Schulunfälle: Vom Pausenhof direkt ins Krankenhaus

Will man Unfälle im Schulalltag vermeiden, muss zunächst einmal der Kontext von Unfällen und Verletzungen in der Schule geklärt werden.
<span></span> Foto: Jürgen_Mahnke (dpa)
Frankfurt. 

Jeder vierte Fünftklässler, also rund 24 Prozent, verletzte sich im Schuljahr 2014/2015 mindestens einmal und musste von einem Arzt behandelt werden. Das ist das Ergebnis der Studie „Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter“, für die ein Team des Forschungszentrums Demografischer Wandel (FZDW) der Frankfurt University of Applied Sciences (früher Fachhochschule) 10 700 Schüler der fünften Jahrgangsstufe befragt hat. Ziel der Untersuchung ist es, Erkenntnisse über Ursachen von Unfällen und Verletzungen im Schulkontext zu gewinnen, damit auf dieser Grundlage Ansätze zur Unfallprävention entwickelt werden können.

Schulhof ist eine Gefahr

Die meisten Unfälle ereigneten sich auf dem Schulhof (36,7 Prozent), im Sportunterricht (32 Prozent) und im Schulgebäude – beispielsweise in rund 12 Prozent der Fälle im Klassenzimmer. In mehr als der Hälfte aller Fälle (55 Prozent) zogen sich die Jugendlichen nach eigenen Angaben eine Verstauchung, Prellung, Überdehnung oder Zerrung zu. Jede vierte Verletzung (26 Prozent hatte Abschürfungen der Haut, Schnitte oder Stiche zur Folge.

Blickt man auf persönliche Merkmale, so verletzen sich Jungen (25 Prozent der Altersgruppe) häufiger im Schulkontext als Mädchen (22 Prozent der Altersgruppe). Interessant ist, dass es an den teilnehmenden Schulen erhebliche Unterschiede in den Verletzungsquoten gibt: So verunfallen an einigen Schulen nur rund zehn Prozent der Fünftklässler, während sich an anderen Schulen mehr als jedes dritte Schulkind verletzt. Dabei spielen sowohl der bauliche Zustand als auch das Wohlbefinden der Kinder in der Schule bzw. in der Schulklasse eine wichtige Rolle. So gaben mehr als 30 Prozent der Schüler, die sich von ihren Mitschülern nicht akzeptiert fühlen, eine Schulverletzung zu Protokoll. Unter jenen, die sich besonders akzeptiert fühlen, sind es dagegen nur 23 Prozent. „Dies deutet auf einen Zusammenhang zwischen Mobbing und Verletzungsgefahr hin. Programme zur Bekämpfung von Mobbing scheinen daher helfen zu können, Unfälle zu vermeiden“, erklärt Prof. Dr. Andreas Klocke vom FZDW.

Diesen und anderen Zusammenhängen wird in den nächsten Erhebungsjahren näher auf den Grund gegangen. Die teilnehmenden Schulkinder sollen auf jährlicher Basis bis zur zehnten Jahrgangsstufe wieder befragt werden, um Muster und Ursachen von Unfällen besser erkennen und verstehen zu können.

590 Schulklassen befragt

An der Studie beteiligten sich 590 Klassen aus 148 Schulen in elf Bundesländern. Gefördert wird das Forschungsprojekt von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

(red)
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