Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 16°C

Theaterprojekt “(M)eine Geschichte“: Von Träumen, Wünschen und zerplatzen Seifenblasen

Von Im Theaterprojekt “(M)eine Geschichte“ des Internationalen Bundes erzählen elf Jugendliche und junge Erwachsene über ihre Hobbys, Träume, Abenteuer und Ängste.
Träume zerplatzen oft wie Seifenblasen – trotzdem halten viele daran fest und verfolgen ihr Ziel. Davon handelt das Theaterstück, das Jugendliche im Günes Theater auf die Bühne bringen. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Träume zerplatzen oft wie Seifenblasen – trotzdem halten viele daran fest und verfolgen ihr Ziel. Davon handelt das Theaterstück, das Jugendliche im Günes Theater auf die Bühne bringen.
Gallus. 

Eine Jugendclique trifft sich an ihrem Stammplatz, um auszuloten, „was geht“. Jeder stellt spontan dar, was ihn gerade bewegt: Abdirizak (20) erzählt von einem Nordafrikaner, der von einer Karriere als Läufer träumt, Larisa (27), Albulena und Joana (beide 18) spielen Mobbingszenen aus dem Schulalltag nach. Andere Jugendliche zeigen ihre Abenteuer beim illegalen Sprühen und Kevin (18) begeistert die Runde mit seinem Hobby, aufwendige Rangiermanöver am Frankfurter Hauptbahnhof digital zu simulieren.

Gestern zeigten die elf Darsteller das rund einstündige Projekt des Internationalen Bundes (IB) vor Schulklassen im benachbarten Günes Theater. Da ausgefallene Schauspieler ersetzt werden mussten, kam es auch zu Überraschungseffekten. Morgen Abend kann sich das Publikum auf die kreativen Phantasiewelten junger Leute einlassen. „Wir haben zunächst eine öffentliche Aufführung vorgesehen, doch bei unerwartet großem Erfolg sind weitere Termine denkbar“, sagt Sandra Kanbak, Sozialpädagogin bei der Bildungswerkstatt des IB.

Die Darsteller des Theaterprojektes nehmen mit unterschiedlichen Abschlüssen und Voraussetzungen an den Lehrgängen der IB-Bildungswerkstatt teil. Auf Anregung des Theaterpädagogen Uli Bogensperger entstand die Idee, aus einer Erzähl- und Schreibwerkstatt eigene Lebensgeschichten und passende Darstellungsformen zu entwickeln. „Das Treffen der jungen Leute bietet den Rahmen für die einzelnen Darbietungen“, erklärt Asperger. Die Initiative „Kulturkoffer Hessen“ unterstützt das Projekt mit 4300 Euro.

Sportkarriere

So hat sich der begeisterte Läufer Abdirizak aus Somalia für die Erzählung eines Märchens entschieden. „Viele junge Nordafrikaner träumen von einer Sportlerkarriere, um mit dem verdienten Geld ihre Familie zu ernähren“, berichtet er. Dass dieser Traum oft nur einem Märchen gleicht, liegt auf der Hand. Doch Abdirizak, der gerade eine Ausbildung als Lagerist absolviert, arbeitet weiter an seinem persönlichen sportlichen Erfolg. „Derzeit laufe ich zehn Kilometer in 37 Minuten“, sagt er stolz.

Natalie (25) improvisiert gerne mit der Science-Fiction-Figur des „Doctor Who“, der als humanoider Außerirdischer mit seinem Raumschiff die Erde bereist. „Mir gefällt die Vorstellung, wie er dabei auch den Menschen im Alltag hilft“, sagt sie. Larisa, Abulena und Joana zeigen in ihren Szenen verschiedene Möglichkeiten auf, wie man sich auch nach Mobbing wieder versöhnen kann. „Ich wurde schon mal wegen meinen Schuhen gemobbt“, erinnert sich Abulena.

Die Grenzen zwischen spontanen aus einer Laune heraus erfolgenden Sticheleien und gezieltem böswilligem Mobbing auch über die sozialen Medien seien fließend. „Ich kenne sogar einen Fall, wo jemand dadurch in den Tod getrieben wurde“, sagt Abulena. Es gebe jedoch für die Betroffenen immer auch Lösungswege, auch könne ein Vertrauenslehrer helfen.

„Die Zusammenhänge zwischen der momentanen Lebenssituation der jungen Leute und ihrem im Theaterprojekt ausgedrückten Gedanken und Wünschen können vielfältig sein“, stellt Kanbak fest und rückt ihren Stuhl zurecht. Das Sitzpolster hat Kevin gestaltet, der eine Ausbildung zum Raumausstatter macht, in der Freizeit aber in digitale Fantasiewelten eintauscht. „Wie Schiffe bei jedem Wetter fahren, Züge umgeleitet oder auch Feuerwehreinsätze koordiniert werden, alles lässt sich über das Spiel EEP genau programmieren und inszenieren“, sagt er auf der Bühne.

Fahrpläne im Kopf

Bei der Bahn kennt Kevin dazu derart viele Fahrpläne und Betriebsabläufe in- und auswendig, dass sich die Zuschauer am Ende fragen, ob in ihm nicht eher ein Logistiker steckt.

„(M)eine Geschichte“ beginnt morgen um 18 Uhr im Günes Theater, Rebstöcker Straße 49 d. Der Eintritt kostet 3 Euro. Karten gibt es per E-Mail an bildungswerkstatt-ffm@internationaler-bund.de oder telefonisch unter (069) 75 08 98 78.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse