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Ausstellungen im Nordend: Von der Figur zur Abstraktion

Von Gleich zwei Ausstellungen machen derzeit das umfangreiche Werk der 2012 verstorbenen Künstlerin Renate Sautermeister sichtbar. Während im Karmeliterkloster ihre abstrakte Malerei zu sehen ist, wird in der Galerie „Das Bilderhaus“ die Grafik gezeigt.
Teresa Jungwirth freut sich, dass das grafischen Werk ihrer Mutter Renate Sautermeister in der Galerie „Das Bilderhaus“ zu sehen ist. Foto: Leonhard Hamerski Teresa Jungwirth freut sich, dass das grafischen Werk ihrer Mutter Renate Sautermeister in der Galerie „Das Bilderhaus“ zu sehen ist.
Nordend. 

Eine Leiter, übergroße Stühle, geöffnete Türen und Durchgänge, Treppen, Gruben, fast apokalyptisch wirkende Landschaften und von Menschen ist weit und breit nichts zu sehen. Die Grafiken, die Renate Sautermeister in den 1970er und 80er Jahren fertigte, erzählen von einer surrealen Welt, von Orten, in denen das menschliche Leben nur durch die Dinge, die dargestellt sind, präsent ist. Wie Spuren oder Erinnerungen an bessere Zeiten.

Umfangreicher Nachlass

Ihre Lithographien aus dieser Zeit lesen sich wie das Ergebnis einer künstlerischen Auseinandersetzung mit den damals vorherrschenden Ängsten um atomare Aufrüstung, kriegerische Konflikte und Umweltzerstörung. Sie erzählen von Umbrüchen, Aufbrüchen, von Zerstörung und Neuanfängen. Thematisch sind sie bis heute hoch aktuell.

Die Galerie „Das Bilderhaus“ zeigt unter dem Titel „Skripturen“ derzeit das grafische Werk der 2012 im Alter von 75 Jahren verstorbenen Künstlerin. Präsentiert werden sowohl Druckgrafik als auch Zeichnungen. Die Schau ist als Retrospektive konzipiert. Anhand der ausgestellten Werke können Besucher die unterschiedlichen, künstlerischen Schaffensperioden von Renate Sautermeister nachvollziehen. Parallel hierzu ist ihr malerisches Werk aktuell in einer Ausstellung im Foyer des Karmeliterkloster, Münzgasse 9, zu sehen.

„Meine Mutter hat nie etwas zu ihren Werken erzählt. Sie war politisch jedoch sehr interessiert, hat alles sehr aufmerksam verfolgt und sich immer eine Meinung zu gesellschaftsrelevanten Themen gebildet“, sagt Tochter Teresa Jungwirth. Die Journalistin kümmert sich um den umfangreichen Nachlass, möchte diesen auch künftig für die kunstinteressierte Öffentlichkeit zugänglich machen.

Frauenrechte und die Frauenbewegung griff Renate Sautermeister Ende der 60er Jahre als Themen auf. So betitelte sie ihre Radierungen zu dieser Zeit etwa mit „Notwehr“ oder „Gefahr“. Bildlich drückte sie dies mit der Darstellung von Füßen, Händen sowie mit Messern aus, deren Klingen zum Schnitt ansetzen. Der Fuß als künstlerisches Element taucht in dieser Zeit auch in ihren Objekten auf, die sie aus Gips gefertigt hat. Eines dieser Objekte, die durchaus auch als eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischen, künstlerischen Strömungen wie der amerikanischen Pop-Art zu verstehen sind, ist ebenfalls in der Galerie-Ausstellung zu sehen.

Während die Gegenständlichkeit und das Figürliche bis in die 1980er Jahre noch bestimmend waren, ändert sich dies mit den 90er Jahren. Abstrahierungen bestimmen von nun an die Bildkompositionen im grafischen Werk, dunkle verdichtete Linie, die zu Flächen zusammengeführt werden, legen sich über die noch immer wiederkehrenden Elemente wie Leitern, Stühle, Treppen oder zerbrochene Holzbalken. Auch den endgültigen Schritt zur Abstraktion setzte sie um. Dies kommt vor allem in ihren Bildern zum Ausdruck. Den dunklen Flächen werden farbliche Akzente gegenübergestellt.

Unkonventionelle Wege

Renate Sautermeister und ihre Kunstwerke waren in der Galerie „Das Bilderhaus“ erstmals 2010 zu Gast. Teresa Jungwirth freut sich über das große Interesse am Werk ihrer Mutter. „Viele Besucher schauen sich die Ausstellung an, weil sie die Werke kennen, vielleicht sogar selbst Arbeiten von ihr Zuhause haben“, schildert Jungwirth. „Mein Bestreben ist es, die Kunstwerke zusätzlich für ein neues Publikum entdeckbar zu machen.“ Dafür möchte sie neue und unkonventionelle Wege suchen, an Orte gehen, die nicht typischerweise mit Kunst in Verbindung stehen.

Die Ausstellung in der Galerie „Das Bilderhaus“, Hermannstraße 41, läuft noch bis zum 30. April. Sie kann mittwochs bis freitags von 16 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung besichtigt werden.

 

Weitere Infos im Internet unter www.renatesautermeister.de.

 

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