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Als die Minis helfen lernten: Vor 25 Jahren: Kinderfeuerwehr in Praunheim war die erste in ganz Deutschland

Von Die Freiwillige Feuerwehr Praunheim ist Vorreiter. Vor 25 Jahren gründete sich dort die erste Mini-Feuerwehr in Deutschland. Zwischen vier und sechs Jahren sind die Nachwuchs-Brandschützer, die spielerisch an wichtige Themen wie Hilfe im Notfall oder Brandschutzerziehung heranführen.
Flammi ist das Maskottchen der Minifeuerwehren in Frankfurt. Bilder > Flammi ist das Maskottchen der Minifeuerwehren in Frankfurt.
Praunheim. 

„Mein Gott, was bin ich alt“, sagt Wolfgang Mehmel, lehnt sich im Stuhl zurück und streicht sich durch das dichte Haar. Dem 65-Jährigen ist gerade bewusst geworden, dass die ersten Mitglieder der Praunheimer Mini-Feuerwehr mittlerweile erwachsene Frauen und Männer sind. Viele von ihnen sind der Freiwilligen Feuerwehr treu geblieben, einige haben sogar ihr einstiges Hobby zum Beruf gemacht. 25 Jahre, ein Vierteljahrhundert ist es nun her, dass Mehmel die Wehr für die Jüngsten, die Vier- bis Zehnjährigen, gründete. Für verrückt erklärt worden sei er damals von seinen Feuerwehrkollegen. Heute wird er für seinen Mut bewundert und die Idee von vielen Feuerwehren in ganz Deutschland übernommen. Alleine in Frankfurt gibt es mittlerweile zwölf Mini-Feuerwehren.

Eltern erreichen

Mehmel wusste damals, dass er Neuland betritt. Vergleichbare Modelle gab es in Deutschland nicht. Behörden mussten überzeugt, die Versicherung geklärt werden. Überzeugungsarbeit musste er auch beim Eintrittsalter leisten. Vier Jahre fanden viele Kollegen zu jung, Mehmel genau richtig. „Weil in diesem Alter ein besonderer Gefahrenschwerpunkt besteht. Zudem werden über die Kinder die Eltern erreicht. Was Kinder bei der Mini-Feuerwehr lernen, zeigen sie zu Hause. Das ist wichtig“, erklärt er.

Vier Kinder kamen zum ersten Treffen der Praunheimer Mini-Feuerwehr am 5. März 1992, heute zählt sie 44 Mitglieder. 33 Jungen und elf Mädchen, im Durchschnitt sechseinhalb Jahre alt. Rund 25 Kinder sind es, die jeden Freitag ins Gerätehaus kommen. Eine Stunde verbringen sie dort gemeinsam, üben was im Notfall zu tun ist, lernen etwas über Ernährung, bestaunen einen Feuerwehrmann in ganzer Montur, basteln, machen Sport und spielen.

„Nicht alles, was wir tun, hat mit Feuerwehr zu tun. Wir wollen den Kindern ein abwechslungsreiches Programm anbieten. Sie sollen Spaß haben. Das steht an oberster Stelle“, erklärt Andreas Velte, stellvertretender Miniwart. Achtköpfig ist das Team der Mini-Feuerwehr, angeführt wird es von Nadine Zimmermann. Die 29-Jährige ist ein Eigengewächs der Freiwilligen Feuerwehr Praunheim, mit sechs Jahren trat sie den Minis bei. Die große Altersspanne sei bei ihrer Arbeit eine der Herausforderungen.

„Wir müssen wichtige Themen so verpacken, dass sie verständlich für die Vier- aber nicht zu langweilig für die Zehnjährigen sind“, erklärt sie. Das klappe meist gut, auch dank eines „tollen Teams“. Das hatte Wolfgang Mehmel vor 20 Jahren so nicht. 1996 entschied er sich, seinen Job bei der Mini-Feuerwehr in andere Hände zu übergeben. Seine Aufgaben als Wehrführer und Gerätewart füllten ihn aus, darunter sollten die Jüngsten nicht leiden.

Schläuche sind tabu

1996 wurde das Logo entwickelt, das bis heute für alle Mini-Feuerwehren der Stadt gilt. Ein kleiner grüner Drache, mit gelbem Helm und roter Gießkanne. Flammi heißt das putzige Reptil, das bewusst keinen Schlauch zwischen seinen Drachenhänden festhält. Ein Schlauch ist für die Nachwuchs-Brandbekämpfer nämlich tabu.

„Viele der Kinder fühlen sich ohnehin schon wie ein richtiger Feuerwehrmann, das darf nicht gefördert werden. Sie müssen wissen, was im Brandfall zu tun ist. Das ist nicht das Löschen des Feuers, sondern das Wählen der Notrufnummer“, erklärt Andreas Velte. Den Umgang mit dem Schlauch lernen die Knirpse bei der Jugendfeuerwehr. Mit zehn Jahren dürfen sie dort hineinschnuppern und können es meist kaum erwarten, endlich zu den Großen zu gehören.

Dass die Praunheimer mit ihrer Mini-Feuerwehr Pioniere nicht nur in Frankfurt, sondern in ganz Deutschland waren, das interessiert Wolfgang Mehmel nur am Rande. „Das ist schön, aber wirklich nebensächlich. Uns kam und kommt es auf die Kinder an – nicht mehr und nicht weniger. Sie sollen etwas lernen, sie sollen Spaß haben“, betont er.

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