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Forsa-Umfrage vor Kommunalwahl: Wählen die Frankfurter Schwarz-Grün ab?

Von Im Auftrag dieser Zeitung hat die renommierte Forsa Politik- und Sozialforschung GmbH eine repräsentative Befragung von Frankfurter Bürgern durchgeführt. Im Hinblick auf die Kommunalwahl wurde untersucht, welche Probleme die Bürger in ihrer Stadt sehen und wie die Politik und deren Protagonisten wahrgenommen werden.
Am 6. März wählen die Frankfurter ihr Stadtparlament – doch weniger als die Hälfte der Bürger weiß davon. Am 6. März wählen die Frankfurter ihr Stadtparlament – doch weniger als die Hälfte der Bürger weiß davon.
Frankfurt. 

Die alarmierendste Nachricht dieser Umfrage ist sicherlich, dass knapp einen Monat vor dem Termin in Frankfurt weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten überhaupt weiß, dass am 6. März die Kommunalwahl stattfindet.

Zieht man dann noch den Bekanntheitsgrad der Kommunalpolitiker abseits des Oberbürgermeisters als Gradmesser hinzu, so ergibt sich ein desaströses Bild: Kommunalpolitik, so scheint es, interessiert die Frankfurter Bürger nur am Rande. Auf zwei bis zehn Prozent generelle Bekanntheit kommen die ausschlaggebenden Politiker im Römer. Dabei tut die Parteizugehörigkeit übrigens nichts zur Sache – so rangiert Daniela Birkenfeld (CDU) zusammen mit Rosemarie Heilig (Grüne) mit zwei Prozent am unteren Rand der Dezernenten-Bekanntheit und Olaf Cunitz (Grüne) glänzt auch nicht gerade mit zehn Prozent, hat aber dennoch den Topwert dieser Skala. Nicht einmal auf das „alte Politik-Schlachtross“, so die Eigenbezeichnung von Petra Roth (CDU), ist mehr Verlass – ebenfalls auf nur zehn Prozent schlägt das Bekanntheitspendel bei ihr aus. Aber sie mischt ja ohnehin nicht mehr mit in der Wahlkampfarena.

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Die erstaunlichste Nachricht dieser Forsa-Umfrage im Auftrag dieser Zeitung ist aber die hohe Quote für die SPD. Würde am Sonntag gewählt werden, wäre die schwarz-grüne Koalition im Römer passé. Mit 29 Prozent – und somit einem Prozentpunkt – liegt die SPD in der Umfrage vor der CDU. Die Grünen kämen auf 17 Prozent. Die FDP stiege auf fünf, die Linken sogar auf neun Prozent. Und die AfD erreichte sechs Prozent.

Wir erinnern uns: Die SPD kam bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2011 gerade mal auf 21,3 Prozent – damals rangierte die CDU mit 30,5 Prozent für die Sozialdemokraten unerreichbar auf einem anderen Politik-Stern.

Hat also die Wahl des SPD-Mannes Peter Feldmann zum Oberbürgermeister im Jahr 2012 der Partei einen Bonus gebracht? Dem ist bei weitem nicht so – Feldmanns Werte sind seit dem Jahr 2013 nahezu unverändert. Es wissen lediglich 62 Prozent der Frankfurter, dass er überhaupt Oberbürgermeister ist. Im Januar 2014 waren das immerhin noch 68 Prozent. Mit seiner Arbeit sind 58 Prozent der Befragten zufrieden. Nicht gerade Topwerte.

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Die Stadt aber glänzt. Sie verfügt über enorme Summen an Geld in Form von Gewerbesteuer und funktioniert in großen Teilen absolut reibungslos. Es läuft einfach rund in Frankfurt. Die Infrastruktur stimmt, so leben die Menschen extrem gerne hier – 82 Prozent geben das so an.

Nur 29 Prozent interessieren sich „sehr stark“ für alles, was in Frankfurt geschieht. Vielleicht geht es der Stadt einfach zu gut, als dass sich deren Bürger mit so etwas „Profanem“ wie der Kommunalpolitik beschäftigen wollen. Oder besser – will man etwas Positives an der offenbarten Politikverdrossenheit sehen: Gottseidank geht es dieser Stadt so gut.

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