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Bundestagswahl: Wahlkampfkundgebung der Linken: Wer reich ist, sollte sich schämen

Von Gestern hielt die Partei Die Linke ihr großes Frankfurter Wahlkampfspektakel auf der Hauptwache ab. Um die 2000 Zuhörer wollten vor allem Sahra Wagenknecht hören.
<span></span> Foto: Leonhard Hamerski
Frankfurt. 

Während andere Parteien ihre Wahlkampfkundgebungen geradezu theatralisch inszenieren, treten die Politiker der Linken noch einer nach dem anderen auf die Bühne. Dafür aber trat gestern an der Hauptwache gleich das gesamte Spitzenpersonal der Partei auf: Die Vorsitzenden Bernd Riexinger und Katja Kipping, dazu die Köpfe der Bundestagsfraktion, Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch, und auch noch die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler sowie die beiden Frankfurter Direktkandidaten Achim Kessler und Monika Christann. Es waren also einige Reden, die sich die rund 2000 Zuhörer an diesem Freitagnachmittag anhörten. Wobei der Spitzenkandidatin Wagenknecht die mit Abstand längste Redezeit von knapp einer halben Stunde eingeräumt worden war. Auch wenn bei Dietmar Bartsch häufiger gelacht wurde, Wagenknecht hing das Publikum beinahe an den Lippen.

Um sie entspann sich auf der sonst nüchternen Veranstaltung doch ein bisschen Star-Rummel, als sie nach ihrer Rede direkt wieder aufbrechen wollte. Wagenknecht musste für ein paar Minuten mit den Frankfurtern auf Tuchfühlung gehen, bevor sie in den schwarzen Mercedes steigen und zum nächsten Termin abfahren konnte.

Zeit für die Rente

Zuvor hatte sie dem Publikum einen energischen Ritt durch die klassischen linken Themen geboten, angefangen bei den Gegensätzen zwischen prunkvollen Bankentürmen und hungerleidenden Griechen und bis hin zur Kritik am System der Parteienfinanzierung, das laut Wagenknecht Klüngelei und Manipulationen zwischen Politik und Wirtschaft begünstige. Zu Angela Merkel fiel ihr naturgemäß vor allem „abwählen“ und ein „sie gehört in Rente geschickt“ ein. Hämisch hielt sie der SPD vor, ihre Chance, die sie mit der Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidat gehabt habe, in nur wenigen Wochen verspielt zu haben.

Wie ihre Vorredner zeichnete auch Wagenknecht, neben der ein Leibwächter auf der Bühne stand, ein drastisches Bild von der zweigeteilten Republik, in der sich zwischen den Superreichen und den entrechteten Arbeitnehmern eine immer größere Kluft auftue. Und keine der regierenden Parteien sei ernstlich daran interessiert, diesen Trend umzukehren. Schlimmer noch: CDU, SPD, FDP und Grüne trügen maßgeblich Schuld daran, dass etwa „die Rente kaputtgespart“, der Mindestlohn viel zu niedrig festgelegt und die Rechte der Arbeitnehmer aufgeweicht worden seien. Entstanden seien Zustände, „mit denen sich Die Linke niemals abfinden werde“, wie schon Wissler klargemacht hatte.

Raffgierige Superreiche

Bartsch, der als einziger nicht gleich in kämpferischen Parteitagston verfiel, sondern scheinbar locker darüber redete, „wie wir das alles bezahlen wollen“, rechnete vor allem mit denen im Land ab, deren Reichtum geradezu „obszön“ sei. In sorgfältig ausgewählten Zahlen machte er den Zuhörern deutlich, wie ungleich die Vermögen im Land verteilt seien und klärte mit der Erwähnung von Skandalen, wie den um die Vergütung für den damaligen VW-Vorstand Martin Winterkorn, „in der Spitze 17,1 Millionen Euro“, wer für ihn das Böse verkörpert. Bartsch bezeichnete die Milliardäre und Millionäre als „kriminelle Grapscher“. Ihr Geld müsse über Steuern umverteilt werden. „Es geht am 24. September auch darum, den Sozialstaat wieder herzustellen“, warb Bartsch an der Hauptwache um Stimmen.

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