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Verbrechen: Warum der Mordfall Hilda neu aufgerollt wird

Rund vier Jahre nach dem Tod einer Kosmetikerin aus Nied kommt der Fall erneut vor Gericht. Warum?
Waren ein Paar: Das Opfer und der Angeklagte. Waren ein Paar: Das Opfer und der Angeklagte.
Frankfurt. 

Nach dem gewaltsamen Tod seiner Freundin wird ein Mann wegen Mordes verurteilt. Aber die nächste Instanz kassiert das Urteil – unter anderen wegen zweifelhafter Vernehmungsmethoden. Gut vier Jahre nach dem Tod der als „schöne Hilda“ bekanntgewordenen Kosmetikerin aus der Heinrich-Stahl-Straße in Nied hat gestern der zweite Prozess gegen ihren damaligen Partner wegen Mordes begonnen.

Die Neuauflage ist der Entscheidung des Bundesgerichtshofes geschuldet, der das erste Urteil des Landgerichts gegen den heute 30-Jährigen in vollem Umfang aufgehoben und nach Frankfurt zur Neuverhandlung zurückgeschickt hatte. Die Vernehmung der Kripo sei nicht rechtens und damit für den Prozess verwertbar gewesen, rügten die Revisionsrichter. Darüber hinaus kritisierten sie auch das Mordmerkmal der „niedrigen Beweggründe“.

Die Frau wurde im Juli 2014 tot in ihrer Wohnung aufgefunden – mit neun Hammerschlägen und zahlreichen Schnitten mit einem Rasiermesser in den Hals war die Leiche übel zugerichtet. Bald nach dem grausigen Fund fiel der Verdacht auf den nun erneut Angeklagten, mit dem die junge Frau zu Lebzeiten wohl häufig im Clinch gelegen hatte. Meistens ging es um ein großzügiges Leben, das er ihr versprochen haben soll, mit Eigentumswohnung und häufigen Urlaubstrips. Dabei war er immer nur knapp bei Kasse, was Hilda irgendwann einmal erkannte und zum Anlass für Konsequenzen nahm: Sie stellte die Trennung in Aussicht. Dies soll Initialzündung für die Bluttat gewesen sein.

Die Beweisaufnahme muss laut BGH komplett wiederholt werden – für manche der Zeugen aus dem Familien- und Bekanntenkreis des Opfers gewiss keine leichte Aufgabe. Gestern sagten bereits die Mutter und der Bruder der Getöteten aus – es wurde unter anderem beschrieben, wie sich der Angeklagte direkt nach dem Verschwinden der Frau noch scheinheilig an der Suchaktion beteiligt hatte. Auch soll er vom Mobiltelefon der Frau nach deren Tod diverse Mitteilungen gesendet haben, um Freunde und Bekannte über die wahren Umstände zu täuschen. Insgesamt hat das Landgericht acht Verhandlungstage angesetzt.

(ge)

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