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Bürgerinitiative und IHK kritisieren aktuelle Pläne: Warum der Riederwaldtunnel nicht ohne einen A 661-Ausbau funktioniert

Von Eigentlich soll der geplante Autobahntunnel die Bewohner des Riederwalds schon lange entlasten. Immer mehr wird er aber zum Problem. Denn: Der Erfolg des Verkehrsprojektes könnte vom Ausbau der A 661 abhängen. Wie eine Frankfurter Entscheidung zwischen Chaos und Berlin versackt.
Die Baustelle für den Riederwaldtunnel. Foto: Rainer Rueffer Die Baustelle für den Riederwaldtunnel.
Frankfurt. 

Friedhelm Ardelt-Theeck ist empört. Wieder einmal ärgert er sich über die Autobahnplanung im Frankfurter Osten. Seit Jahrzehnten kämpft der Bergen-Enkheimer mit dem „Aktionsbündnis unmenschliche Autobahn“ (AUA) gegen den Riederwaldtunnel, der die A 66 mit der A 661 verbinden soll. Bisher war er damit durchaus erfolgreich, denn am Tunnel wird immer noch nicht gebaut. Erst im vergangenen Jahr hat Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) eine neue Verkehrsuntersuchung angekündigt, bei der auch das Einwohnerwachstum in der Region berücksichtigt werden soll. Vor 2018 kann mit dem Bau nicht begonnen werden – weitere zwei Jahre Verzögerung. Frühestens 2025 wird der Tunnel fertig.

Nach Ansicht Ardelt-Theecks aber kann die Autobahnröhre unter den aktuellen Umständen gar nicht gebaut werden. Er bezieht sich auf den neuen Entwurf des Bundesverkehrswegeplans. Wie berichtet, wurde darin der sechsstreifige Ausbau der A 661 zwischen Offenbach-Kaiserlei und Bad Homburger Kreuz in den „weiteren Bedarf“ verschoben. Das bedeutet: Vor 2030 wird damit nicht begonnen.

Die Alleenspange kommt nicht, die A661 wird vorerst nicht auf sechs Spuren erweitert. Der Riederwaldtunnel soll dennoch gebaut werden. Bild-Zoom
Die Alleenspange kommt nicht, die A661 wird vorerst nicht auf sechs Spuren erweitert. Der Riederwaldtunnel soll dennoch gebaut werden.

Nach Ansicht Ardelt-Theecks darf dann aber auch der Riederwaldtunnel nicht gebaut werden. Die A 661 sei heute schon überlastet, könne den zusätzlichen Verkehr von der A 66 gar nicht aufnehmen. „Und der Riederwaldtunnel wird zusätzlichen Verkehr erzeugen“, ist er überzeugt. „Wir werden dann einen Dauerstau bis nach Hanau und ein gigantisches Verkehrschaos haben.“ Das werde sich herausstellen, wenn die neue Verkehrsprognose ehrlich erstellt wird. „Aber ich fürchte, dass da getrickst wird“, sagte Ardelt-Theeck, der wegen seiner zahlreichen Erfahrungen kein Vertrauen mehr in die Planer hat.

Verkehr sucht neue Wege

Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) weist auf einen anderen Aspekt hin: Eine neue Untersuchung sei auch deshalb nötig, weil sich die Planungsgrundlagen geändert haben. Denn ursprünglich war vorgesehen, den Verkehr von der A 661 über eine Spange zum Alleenring und weiter durch einen Tunnel zum westlichen Ende der A 66 an der Miquelallee zu leiten. Diese Planung ist erst im vergangenen Jahr offiziell aufgegeben worden. Das bedeutet, dass sich der Durchgangsverkehr neue Wege sucht: Die A 661 werde in Richtung Bad Homburger und Offenbacher Kreuz nach dem Anschluss des Riederwaldtunnels stärker belastet sein als bisher, so Oesterling.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ulli Nissen hält die Rückstufung des Ausbaus deshalb für problematisch. „Eine Realisierung des Riederwaldtunnels ohne den Ausbau der A661 auf sechs Spuren wäre fatal.“ Sie werde in Berlin klarstellen, „wie wichtig der Ausbau für Frankfurt ist“. Am Ende entscheidet der Bundestag über den Bundesverkehrswegeplan.

IHK: Hoher Nutzen

Auch die Industrie- und Handelskammer Hanau kritisiert die Pläne für die A 661. „Der Osten steckt weiter im Stau“, warnte IHK-Präsident Norbert Reichhold. So könne der Main-Kinzig-Kreis nicht von der positiven Entwicklung der Metropolregion profitieren. Nach Angaben der IHK wäre der sechsspurige Ausbau der A 661 volkswirtschaftlich gesehen äußerst rentabel, der Nutzen sei um den Faktor 9,5 höher als die Kosten.

Nicht absehbar sind bisher die Auswirkungen auf die geplante Einhausung der A 661 zwischen Bornheim und Seckbach. Für Oesterling ist klar: Es sei schwierig, erst einen Deckel zu bauen und später die Autobahn zu verbreitern. Das Planungsdezernat aber zeigt sich unbeeindruckt: „Wir planen weiter“, sagte Sprecher Mark Gellert.

Günter Murr
Kommentar: Alles nur Stückwerk

Man muss nicht besonders böswillig gesinnt sein, um festzustellen, dass die Planungen für die Autobahnen in Frankfurt ziemlich unkoordiniert laufen.

clearing
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