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Senckenberg Museum Frankfurt: Warum die Borsten eines Senckenberg-Fossils die Fachleute staunen lassen

Eine echte Überraschung: Der aus der Kreidezeit stammende Psittacosaurus weist Vorläufer von Federn auf. Bislang galt das als eher unwahrscheinlich. Jetzt aber hat ein Forscherteam das im Senckenbergmuseum ausgestellte Fossil mit neuer Methode untersucht.
Modell des untersuchten Dinosauriers aus der Kreidezeit. Deutlich zu erkennen sind die langen Schwanzborsten und die Färbung. 	Bild: Jakob Vinther/Robert Nicholls Modell des untersuchten Dinosauriers aus der Kreidezeit. Deutlich zu erkennen sind die langen Schwanzborsten und die Färbung. Bild: Jakob Vinther/Robert Nicholls
Frankfurt. 

Ein internationales Team um den Senckenberg-Wissenschaftler Dr. Gerald Mayr hat die Weichteilstrukturen eines außergewöhnlich gut erhaltenen Fossils des kreidezeitlichen Dinosauriers Psittacosaurus untersucht. Mittels einer neuen Technik konnten die Forscher um den Frankfurter Ornithologen bisher unbekannte Details der Schwanzborsten dieses kleinen Dinosauriers beschreiben. Erstmalig werden diese Hautstrukturen mit dem Truthahn-Bart und anderen borstenartigen Bildungen heutiger Vögel verglichen und als evolutionäre Vorgänger moderner Federn identifiziert. Außerdem zeigen die Wissenschaftler, dass die Oberseite des Dinosauriers dunkler gefärbt war als dessen Unterseite, und interpretieren dies als Tarnfärbung in geschlossenen Habitaten. Die zugehörigen Studien sind in den Fachjournalen „Palaeontology“ und „Current Biology“ erschienen.

Das wohl auffälligste Merkmal des im Senckenberg Naturmuseum ausgestellten und aus China stammenden Psittacosaurus-Fossils sind eben dessen lange, borstenartige Strukturen am Schwanz. „Bisher wurde kontrovers diskutiert, ob die Borsten mit heutigen Federn zu vergleichen sind“, so Mayr. „Der Vergleich mit den Truthahn-Borsten zeigt, dass die fossilen Hautanhänge als evolutionäre Vorläufer von Federn gesehen werden können.“

Dies ist im Falle von Psittacosaurus eine echte Überraschung. „Auch wenn in den letzten Jahren zahlreiche befiederte Saurier aus China beschrieben wurden, sind Psittacosaurier nur sehr entfernt mit den heutigen Vögeln verwandt“, erläutert Mayr.

Die neuen Fluoreszenz-Aufnahmen zeigen, dass die Borsten in Bündeln aus 3 bis 6 einzelnen Borsten auftraten. Da sie den Schwanz nur teilweise bedeckten, scheinen sie keine wärmeisolierende Funktion gehabt zu haben – so wie bei anderen Saurierarten. Mayr: „Wir vermuten vielmehr, dass die Saurier die Borsten zur Kommunikation, zum Beispiel bei der Balz einsetzten.“

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