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„Was habt ihr denn damals gespielt?“

Mit dem Geschichtsunterricht beginnen die Viertklässler der Münzenbergerschule vor der eigenen Haustür. Viele ihrer Fragen über das alte Eckenheim konnten weder ihre Lehrer noch Spaziergänge durch den Stadtteil beantworten. Zwei ehemalige Münzenbergerschüler sollten Abhilfe schaffen.
Gespannt lauschen die Viertklässler den Erzählungen der ehemaligen Münzenbergerschüler. 	Foto: Chris Christes Gespannt lauschen die Viertklässler den Erzählungen der ehemaligen Münzenbergerschüler. Foto: Chris Christes
Eckenheim. 

Aus allen Richtungen führen die Schulwege der Münzenbergerschüler durch Eckenheim. Viele der Viertklässler, die sich am Mittwochmorgen in der Schulbibliothek versammelt haben, gehen seit Jahren denselben Weg vorbei an Geschäften, Bäumen und Straßenschildern. Da bleibt es nicht aus, dass sie sich die Frage gestellt haben, wie der Stadtteil wohl früher ausgesehen haben mag.

Um Antworten darauf zu erhalten, haben die Schüler der 4b und 4d Gäste eingeladen: Arthur Rudolf (60) und Gero Gabriel (34) sind im Geschichtsverein aktiv, stammen beide aus alten Eckenheimer Familien und leben noch heute im Stadtteil, der bis 1910 noch eigenständige Gemeinde gewesen war. Diese und andere Informationen hatten die Viertklässler bereits auf mehreren Spaziergängen mit ihren Klassenlehrern Heinz Bögershausen und Bea Schmidt erfahren.

Ihr Wissen präsentierten die Kinder stolz den Gästen. Vor allem für die zehnjährige Lisa war das eine spannende Erfahrung. „Mir hat am besten gefallen, dass wir unser Wissen auch mal Zuhörern präsentieren durften, die nicht unsere Lehrer waren.“ Für alle offenen Fragen standen die beiden Eckenheimer im Anschluss Rede und Antwort.

Zum Beispiel auf die Frage der neunjährigen Eleta, die wissen wollte, welche Geschäfte es früher in Eckenheim gegeben habe. Rudolf erinnerte sich an ein Eisenwarengeschäft, in dem man Nägel und Schrauben abgezählt kaufen konnte, ein Milchgeschäft, wo er als Schuljunge in den 1960er Jahren zum Auffüllen der Milchkanne hingeschickt wurde und an mindestens sechs oder sieben Metzgereien. „Den Supermarkt, wie ihr ihn heute kennt, gab es hier noch nicht.“

Genauso wenig wie die Unterhaltungsmedien, die die Kinder kennen. Darum war die Frage nahe liegend, was die Kinder den damals so gespielt hätten. Der 34-jährige Gero Gabriel, auch ehemaliger Schüler der Münzenbergerschule, erinnerte sich an die Bücher, die er sich in der Schulbibliothek gerne auslieh. Einer der Viertklässler griff daraufhin zielsicher in eines der Regale und zog das alte Lieblingsbuch heraus: So sehr haben sich die Zeiten vielleicht gar nicht geändert.

Organisiert hat das Treffen Ursula Plahusch, die als Lesepatin die Grundschüler beim Lesenlernen unterstützt und seit sieben Jahren jeden Mittwoch an die Schule kommt. Einige der Jungen und Mädchen kennt sie schon seit vielen Jahren und ist begeistert, wie neugierig die Kinder für ihre Heimat sind, auch wenn – oder vielleicht auch gerade weil – viele ihrer Eltern gar keine gebürtigen Eckenheimer sind.

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