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Weg würdigt Verdienste von Kleingärtnern

Von Mit der Enthüllung des Straßenschilds „Kleingartenweg“ starteten an Pfingsten die Kleingärtner zwischen Dortelweiler- und Wetterauer Straße in die Saison und machten zusammen mit Anwohnern auf die Sorgen um ihr Idyll aufmerksam.
Nordend. 
Rüdiger Koch, Oliver Lang, Dieter Unger, Giuseppe Lanza (v.l.) enthüllten das Schild. Bild-Zoom Foto: Leonhard Hamerski
Rüdiger Koch, Oliver Lang, Dieter Unger, Giuseppe Lanza (v.l.) enthüllten das Schild.

Die Grünflächen zwischen Günthersburgpark und Friedberger Warte sind bei Kleingärtnern beliebt. Während die Pächter gegenüber vom Wasserpark im Kleingartenverein „Cronberger“ zusammengeschlossen sind, haben sich entlang der Dortelweiler Straße rund 50 freie Kleingärtner angesiedelt, die mit ihrem sanierten und neu benannten Zubringerweg auch für die Anliegen ihrer rund 1600 Frankfurter Kollegen werben. Zumal sich manche Gartenfreunde gegen potenzielle Investoren behaupten müssen – gerade im nordöstlichen Nordend.

„Wir wollen möglichst viel von unserer grünen Lunge erhalten“, betont Beate Valentin, Anwohnerin der Dortelweiler Straße im Gespräch mit Oliver Lang. Die Enthüllung des dortigen Straßenschildes „Kleingartenweg“ ist für den Vorstandsvorsitzenden des Regionalverbandes Kleingärtner Frankfurt/Rhein-Main auch eine willkommene Gelegenheit, um mit Gleichgesinnten ins Gespräch zu kommen und sich über Anliegen und Probleme auszutauschen.

Denn die Planungen im wachsenden Frankfurt gehen weiter: Die FDP im Ortsbeirat 3 (Nordend) fordert den Bau des Innovationsviertels auf der Trasse des ursprünglich geplanten Alleentunnels. Diesem Vorhaben könnten etliche Kleingärten mit befristeten Pachtverträgen zum Opfer fallen. Außerdem fordern CDU, SPD und Grüne des Ortsbeirats den Magistrat auf, die Pläne für die Bebauung des Betriebsgeländes der Gärtnerei Friedrich nahe des Kleingartenwegs vorzustellen.

 

Sorge um Anlagen

 

„Die Beschilderung erfolgte vor einem Vierteljahr, aber mit der Einweihung haben wir auf die wärmere Jahreszeit gewartet“, erklärt Lang. Schon seit Jahren kämpft er für die Belange der Frankfurter Kleingärtner und einen passenden Straßennamen – nun ist er zur Freilegung des extra verhüllten Straßenschildes mit Kollegen aus dem ganzen Stadtgebiet im Austausch: So klagt etwa der Kleingartenverein Kleeacker in Fechenheim, dass die Verlängerung der Ernst-Heinkel-Straße ihre Anlage zwischen Orber und Wächtersbacher Straße durchschneiden würde. Auch die Kleingärtner der anliegenden Parzellen im Nordend sind in Sorge, da sie um die Wasserversorgung durch die Mainova aus wirtschaftlichen Gründen fürchten.

Tatsächlich würdigt Frankfurt mit dem „Kleingartenweg“ im Nordend als erste deutsche Kommune stellvertretend die Bemühungen und Verdienste all ihrer Kleingärtner. Deshalb kommt der Straßenname ohne weitere Zusätze aus, die die Lage näher beschreiben. „Einem Namen wie ,Kleingartenweg Nordend-Ost’ hätte das Amt für Straßenbau und Erschließung nicht ohne weiteres zugestimmt, da sonst andere Stadtteile für ihre Kleingärtner einen entsprechenden Straßennamen fordern könnten “, erklärt Rüdiger Koch, Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortsbeirat 3.

„Zusammen mit der Benennung konnten wir uns im Ortsbeirat 3 vor zwei Jahren auch für die Sanierung des Kleingartenwegs einsetzen“, betont Koch. Der hieß früher inoffiziell einfach „Interessentenweg“ und glich eher einer löcherigen Asphaltpiste. „Mit dem neuen Namen und dem neuen Belag werden wir hoffentlich noch weitere Gäste ansprechen“, wünscht sich Monika Stojanovska, Inhaberin der Kaffeerösterei Coo-Coo, schon jetzt ein Geheimtipp. „Nur nachts möchte man ohne Straßenlampen nicht unbedingt alleine hier durchlaufen.“

 

Licht soll aufgehen

 

Koch verspricht, der Ortsbeirat werde sich für eine ansprechende Beleuchtung einsetzen. Lang ist überzeugt, dass die Naturfreunde zumindest tagsüber problemlos in den Kleingartenweg finden werden: „Den Gärtnerweg und Musikantenweg kennt auch jeder ohne nähere Beschreibung.“

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