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Mord in Frankfurt-Nied: Wer erstach die junge Hilda L. aus Nied?

Von Hilda L. öffnete nicht und rief nicht zurück. Schließlich brach die Polizei ihre Wohnungstür auf und fand die Leiche - tödlich an Kopf und Hals verletzt. Die Nachbarn fragen sich, wer der Mörder ist.
Das Opfer Hilda L.: Die junge Frau wurde offenbar ermordet. Das Opfer Hilda L.: Die junge Frau wurde offenbar ermordet.
Frankfurt. 
Die Polizei hat die Tür mit einer Marke versiegelt.	Fotos: chc Bild-Zoom
Die Polizei hat die Tür mit einer Marke versiegelt. Fotos: chc
Hilda L. war eine bildhübsche Frau. Das Schwarz-weiß-Foto auf der Internetseite der Agentur, bei der sie als Spezialistin für Make-up und Frisuren arbeitete, zeigt sie mit blondem, langem Haar und markanten Augenbrauen. Das Lächeln, das sie für den Fotografen aufgelegt hat, wird das Gesicht der 29 Jahre alten Frau aus Serbien allerdings nie wieder zieren. In der Nacht zum Freitag haben Polizisten Hilda L. tot in ihrer Wohnung in der Heinrich-Stahl-Straße (Nied) gefunden.

Es ist schon nach Mitternacht, etwa 1 Uhr, als Polizisten zu dem Mehrfamilienhaus kommen. Angehörige und Freunde haben sie verständigt – besorgt darüber, dass sich Hilda nicht meldete. Die Beamten klingeln und klopfen an der Drei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss. Weil sich nichts rührt, brechen sie die Tür, an der ein Herz aus Grünzeug und rosa Blüten hängt, mit Gewalt auf.

Im Inneren der Mietwohnung finden sie Hilda L. Der herbeigerufene Notarzt kann nichts mehr tun, als den Tod der jungen Frau festzustellen. Anfangs wollen die Strafverfolger die Möglichkeit eines Selbstmords noch nicht ganz ausschließen. Nach Sonnenaufgang wird die Leiche in die Gerichtsmedizin gebracht. Am Nachmittag steht fest: Hilda L. ist eines gewaltsamen Todes gestorben.

 

„Massive Gewalt“

 

Die Frankfurter Polizei vermeldet, dass bei der Obduktion „schwere Verletzungen festgestellt“ worden seien, die auf „massive Gewalteinwirkung“ hindeuten. Die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft führt aus, dass Verletzungen am Kopf und Schnitte am Hals gefunden worden sein, die sich das Opfer unmöglich selbst beigebracht haben kann. Es sei von einem Verbrechen auszugehen, die Mordkommission (K 11) habe die Ermittlungen übernommen.

Wie lange die 29 Jahre alte Frau schon tot in ihrer Wohnung lag, ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch völlig unklar. Auch über mögliche Hintergründe der Tat wollen die Strafverfolger zunächst keine Angaben machen – „aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie es heißt.

 

Kleine Tochter

 

Recherchen dieser Zeitung ergeben, dass Hilda L. mit ihrem Mann in Unterliederbach lebte und eine kleine Tochter hat. Weil es in der Ehe kriselte, kam es schließlich zur Scheidung. Mutter und Kind zogen nach Nied. In dem Mehrfamilienhaus in der Heinrich-Stahl-Straße waren sie erst ein paar Monate. „Es sollte wohl ein Neubeginn werden“, sagt einer, der die Familie kennt.

Auch beruflich änderte sich bei Hilda L. eine Menge. Ende 2013 gab sie ihre Tätigkeit als Rechtsanwaltsgehilfin in einer Höchster Kanzlei auf. Sie begann bei einer Frankfurter Agentur als Make-up-Artist zu arbeiten, was sie seit einer Ausbildung im Jahr 2009 schon nebenberuflich getan hatte.

Privat soll die junge Mutter bald nach der Scheidung einen neuen Freund gehabt haben, einen strenggläubigen Moslem, der der Schminkerei und der Schönheitsbranche skeptisch gegenüberstand. Kam es zu einem Zerwürfnis zwischen den beiden, das in der Bluttat gipfelte? Nachbarn berichten, dass es an der Wohnung öfter mal „Tumult“ gegeben habe. Spätabends sei geklopft und geschrien worden, so dass die Polizei kommen musste.

Zuletzt sei Hilda L. offenbar auch depressiv gewesen. Sie habe ihre Rollläden mitunter tagelang nicht geöffnet. Und die kleine Tochter, mit der sie zusammen in der Wohnung lebte, habe sie vor ein paar Tagen weggegeben – „zu Bekannten oder sonst wohin“. Wegen all dieser Umstände habe man zunächst auch an einen Freitod geglaubt.

Ein Nachbar zeigt sich nachdenklich wegen Hilda L.s Tod: „Sie wirkte immer fröhlich – aber man kann nicht in die Menschen hineinschauen.“

 

Die Kriminalpolizei sucht Zeugen, die etwas zum Tötungsdelikt oder seinen Umständen sagen können. Sie ist unter Telefon 0 69 / 755 5 31 11 erreichbar.

 

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