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150 Menschen wohnen jetzt auf ehemaligen Fabrikgelände: West-Rödelheim: Erste Flüchtlinge in der Au eingezogen

Von Mit vier Monaten Verspätung sind die ersten Flüchtlinge in ein ehemaliges Fabrikgebäude an der Straße „In der Au“ gezogen. Rund 150 der insgesamt 400 Plätze sind mittlerweile besetzt.
Im ehemaligen Bürohaus, links neben dem Grundstückseingang, wohnen jetzt 24 Frauen mit ihren Kindern. Foto: Leonhard Hamerski Im ehemaligen Bürohaus, links neben dem Grundstückseingang, wohnen jetzt 24 Frauen mit ihren Kindern.
Rödelheim. 

30 Familien, 30 alleinstehende Personen sowie 24 Frauen mit Kindern leben seit Anfang der Woche auf dem ehemaligen Gelände der Messebaufirma Ambrosius in Rödelheim-West. Sie waren bisher in der Turnhalle der Franz-Böhm-Schule am Dornbusch und im Labsaal in Bockenheim untergebracht.

Eigentlich war der Einzug bereits im Juli geplant. Doch daraus wurde nichts, weil es immer wieder Verzögerungen gab. „Probleme kann es bei jedem Bauprojekt geben. Hier waren es vor allem der Brandschutz und diverse Sicherheitsfragen, die uns immer wieder ausgebremst haben“, begründet Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), die viermonatige Verspätung.

Von dem Einzug der Flüchtlinge überrascht zeigte sich der Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen). „Wir haben keine Kenntnis darüber, der Ortsbeirat wurde nicht informiert“, sagte Ortsvorsteherin Michaela Will (SPD) in der Sitzung am Dienstag. Torsten Schulte von der Initiative „Willkommen in Rödelheim“ hatte zuvor mitgeteilt, dass der Einzug der Flüchtlinge begonnen habe. „Ich habe die Befürchtungen, dass es an sozialen Räumlichkeiten fehlt“, äußerte er auch Bedenken.

Keine Großküche

Die sozialen Räumlichkeiten sind tatsächlich ein Problem. Vier Gebäude gibt es auf dem Gelände. Neben dem ehemaligen Bürohaus links neben dem Eingang, in dem 24 Frauen mit ihren Kindern wohnen, gibt es zwei Hallen sowie in deren Mitte ein kleineres Gebäude. „Eigentlich sollten dort Begegnungsräume sowie eine Großküche entstehen. Daraus wird nun aber nichts“, so Manuela Skotnik.

Stattdessen sollen in dem Gebäude Gemeinschaftsküchen entstehen, in denen die Bewohner ihr Essen selbst zubereiten können, um so auch die sozialen Kontakte zu pflegen. Ob dies realisiert werden kann, soll eine aktuell laufende Machbarkeitsstudie entscheiden. Sollte diese positiv ausfallen, wird der Plan der Gemeinschaftsküchen umgesetzt. Platz für weitere Räume, die als Treffpunkt dienen, gibt es dann in diesem Haus nicht.

Die sogenannten Begegnungsräume werden deswegen in der linken der zwei Hallen realisiert. Ein Teil davon wird bereits von der Verwaltung genutzt, der andere Teil soll bis zum kommenden Frühjahr ertüchtigt werden. „Ursprünglich sollten dort 275 Menschen einziehen. Durch die Planänderungen wird es allerdings nur 250 Plätze geben. Auf dem gesamten Gelände werden somit 400 Flüchtlinge leben können“, erklärt Skotnik. Frühestens im März rechnet sie mit dem Bezug der Halle.

Bis es soweit ist, gibt es vier Gemeinschaftsräume in der rechten Halle – dort, wo Anfang der Woche die 30 Familien und 30 alleinstehenden Personen eingezogen sind. 130 Plätze belegen sie, 20 weniger als eigentlich geplant. „Nur so konnten wir die Orte der Begegnung ermöglichen “, erklärt die Sprecherin des Sozialdezernats. Geschaffen wurde unter anderem ein Raum nur für Frauen sowie ein Platz zum Lesen. Ob diese Räume auch dauerhaft bestehen bleiben, kann Skotnik derzeit noch nicht sagen. „Man muss abwarten, wie es läuft.“

Spürbare Verbesserung

Ansonsten zeigt man sich bei der Stadt zufrieden mit der Unterbringung der Flüchtlinge in Rödelheim-West. Vor allem für die Menschen, die bislang im Labsaal an der Bockenheimer Warte untergebracht waren, sei der Umzug eine deutliche und vor allem spürbare Verbesserung. „Dort haben die Menschen in Kojen geschlafen. Jetzt haben die Familien Räume für sich alleine“, sagt Skotnik.

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