Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 21°C

Widerstand gegen Umbau-Pläne

Im Spätsommer startet der Umbau der U-Bahn-Haltestellen „Musterschule“ und „Glauburgstraße“. Sie sollen barrierefrei werden. Die Pläne kommen im Viertel nicht gut an.
60 Zentimeter hoch soll der Bahnsteig an der Haltestelle »Musterschule« in der Eckenheimer Landstraße werden. Vor allem die künftige Verkehrsführung wird kritisiert. Denn Autofahrer können von der Eckenheimer nicht mehr in die Eiserne Hand abbiegen.	Ansicht: Kölling Architekten 60 Zentimeter hoch soll der Bahnsteig an der Haltestelle »Musterschule« in der Eckenheimer Landstraße werden. Vor allem die künftige Verkehrsführung wird kritisiert. Denn Autofahrer können von der Eckenheimer nicht mehr in die Eiserne Hand abbiegen. Ansicht: Kölling Architekten
Nordend. 

Die Stimmung der Anlieger um die künftige U-Bahn-Haltestelle „Musterschule“ in der Eckenheimer Landstraße ist aufgeheizt. Die Pläne zum barrierefreien Umbau der Station missfallen ihnen. „Für die meisten bringt das Probleme, das Nordend wird zerstört“, sagte ein aufgebrachter Anwohner in der Sitzung des Ortsbeirates 3, in der Vertreter der Verkehrsgesellschaft und des Straßenverkehrsamtes über den Ausbau der Stationen „Musterschule“ und „Glauburgstraße“ informierten.

Vor allem das massive Bauwerk, das rund 80 Meter lang und 60 Zentimeter hoch am Rand der Eckenheimer Landstraße entstehen soll, sowie die künftige Verkehrsführung stoßen auf massive Kritik. Rund 500 Einwendungen von Bürgern hat es im Zuge des Planfeststellungsverfahrens gegen die Vorschläge gegeben (wir berichteten).

Deshalb will sich die Stadt auch auf kein konkretes Datum für den Baubeginn festlegen. Laut Peter Marohn, Bauingenieur bei der VGF, peile sein Arbeitgeber als Baubeginn die Sommerferien an.

Kritikpunkt Nummer eins an der stadtauswärts führenden neuen Haltestelle „Musterschule“ ist, dass die Zufahrt von der Eckenheimer Landstraße in die Eiserne Hand nicht mehr möglich ist. Die Einbahnstraßenregelung in der Weberstraße sowie der Hebelstraße wird deshalb umgekehrt, so dass eine Art Kreisverkehr möglich ist – Autofahrer gelangen über die Rappstraße wieder auf die Eckenheimer Landstraße.

 

„Dreieck des Terrors“

 

Für viele andere wird die Straßenführung östlich der Haltestelle „Musterschule“ damit noch mehr zum „Dreieck des Terrors“, wie es ein Anwohner formulierte. Nicht nur er befürchtet Konflikte, wenn Eltern ihre Kinder zur Schule bringen oder sie abholen.

Rückstaus werden mit Beginn der Bauarbeiten und nach deren Abschluss auch westlich der Haltestelle „Musterschule“ erwartet. Denn die Zufahrt von der Eckenheimer Landstraße in den Oberweg soll gesperrt werden. Autofahrer sollen stattdessen von der Eckenheimer in den Mittelweg fahren und die Ausfahrt über die Humboldtstraße sowie den Oberweg nehmen. „Aus vier Abflüssen wird dann einer“, sagte ein Anwohner, der davon ausgeht, dass damit auch die Verkehrsdichte im Mittelweg, in der Humboldtstraße und im Oberweg steigt. Laut Aussage von Peter Marohn habe der Ortsbeirat anschließend aber die Möglichkeit, die Verkehrsführung zu modifizieren. So könnten unter anderem Poller entfernt werden, die die Humboldstraße derzeit auf Höhe des Oberwegs versperren.

Für Unmut sorgt auch das für nach dem Ausbau geplante Tempolimit. Hatte Frankfurts ehemaliger Verkehrsdezernent Lutz Sikorski noch von Tempo 30 in der Eckenheimer gesprochen, so soll diese Geschwindigkeit künftig nur in Höhe der Haltestellen gelten. Ansonsten herrsche Tempo 50, so Budig. Verschlechtern wird sich mit Beginn des Ausbaus auch die Parkplatzsituation im Nordend. 35 Parkplätze sollen wegfallen und nur 16 neue geschaffen werden. Nicht alle betroffenen Anwohner wollen die anstehenden Veränderungen so einfach hinnehmen. „Es ist nichts in Stein gemeißelt. Die Möglichkeit, gegen die jetzigen Ausbaupläne zu klagen, gibt es noch“, erklärte Frauke Ackfeld.

 

Zehn Wochen gesperrt

 

Während der Bauarbeiten soll die Eckenheimer Landstraße komplett gesperrt werden. Zehn Wochen sollen die Bauarbeiten laut Auskunft von VGF-Geschäftsführer Rainer Budig dauern. Nicht nur aus Sicht von Grünen-Politiker Michael Mirsch „eine anspruchsvolle Zielsetzung“. Wie Budig erklärte, sollen die Bauarbeiten beschleunigt werden, indem ein Fachbüro für Baulogistik mit der Planung der Bauphasen beauftragt wird. Für Autofahrer bedeutet dies aber, dass sie während der Bauphase einen großen Umweg in Kauf nehmen müssen.

Ortsvorsteherin Karin Guder (Grüne) empfahl dem Straßenverkehrsamt, die geplanten Straßensperrungen schon vor den Bauarbeiten kurzzeitig zu testen. So könne herausgefunden werden, ob sich das befürchtete Verkehrschaos im Nordend einstellt oder nicht.

Das Risiko, dass sich die Bauarbeiten wie beim Umbau der Haltestelle „Deutsche Nationalbibliothek“ und „Hauptfriedhof“ verzögern, besteht laut Budig im südlichen Nordend nicht: „Dort wurden Kanäle entdeckt, die einer umfangreichen Sanierung bedurften. Die Kanäle unterhalb der Haltestellen ,Musterschule‘ und ,Glauburgstraße‘ befinden sich jedoch in einem besseren Zustand.“

(bki)
Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse