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Cargo-City-Prozess in Frankfurt: Wie Ardi Goldman mit der Post umgeht

Wusste Ardi Goldman etwas von der Schmiergeldabsprache? Im Korruptionsprozess um die „Cargo City Süd“ ist seine Chefsekretärin als Zeugin vernommen worden.
Ardi Goldman Foto: Boris Roessler/Archiv Ardi Goldman
Frankfurt. 

Die E-Mail des Immobilienmaklers Uwe S. an den Investor Ardi Goldman datiert vom 25. April 2007. Der Makler bittet darin um einen kurzfristigen Termin. „Herr A. hat die Wichtigkeit unterstrichen“, ist in der Mail zu lesen. Drei Tage nach dem Versand unterschrieb Goldman mit dem Flughafenbetreiber Fraport einen Erbbaurechtsvertrag über ein Grundstück in der „Cargo City Süd“.

Alle drei erwähnten Männer müssen sich seit einigen Wochen im Korruptionsprozess vor dem Frankfurter Landgericht verantworten. Volker A., der die Wichtigkeit der gewünschten Zusammenkunft betont haben soll, war zum Zeitpunkt, als die E-Mail verschickt wurde, als Abteilungsleiter bei Fraport tätig und mit der Entwicklung der „Cargo City Süd“ betraut.

An die Mail, die am heutigen Prozesstag eine Rolle spielte, war der Entwurf für eine Provisionsvereinbarung zwischen dem Makler Uwe S. und dem Investor Goldman angehängt. Die Vereinbarung wurde auch unterzeichnet. S. hat inzwischen gestanden, dass Teile der Provision gemäß einer Absprache als Schmiergeld an den Fraport-Abteilungsleiter Volker A. flossen. A. soll sich im Gegenzug für die Vergabe eines Erbbaugrundstücks an Goldman stark gemacht haben.

Das Gericht muss klären, ob Goldman von der Schmiergeldabsprache wusste. Der Investor sagt: nein. Der Makler behauptet: ja. Für Goldmans Kenntnis der Absprache könnte sprechen, dass Uwe S. in seiner Mail mit der Erwähnung des Fraport-Abteilungsleiters Druck macht, obwohl es juristisch nur um eine Provisionsvereinbarung zwischen ihm selbst und Goldman geht. Wollte der Makler damit drohen, dass die Unterzeichnung des Erbbaurechtsvertrags platzt, falls Goldman zuvor die Provisionsvereinbarung nicht unterschreibt?

Chefsekretärin Susanne M., die seit 13 Jahren bei Goldman arbeitet, konnte über den Inhalt der Gespräche zwischen dem Investor und dem Makler – auch im Zusammenhang mit möglichen Schmiergeldabsprachen – auf Nachfrage des Richters keine Auskunft geben: Es habe zwar zahlreiche Termine zwischen den beiden gegeben, als Chefsekretärin habe sie auch den Eindruck gehabt, dass es viel zu reden gab; sie habe aber von den Gesprächen nichts mitbekommen. Grundsätzlich habe das Projekt in der „Cargo City Süd“ große Relevanz gehabt. Makler S. sei aus ihrer Sicht die Rolle eines „Vermittlers“ zugekommen.

Im Hinblick auf weitere, möglicherweise belastende E-Mails, die Goldman nie gesehen haben will, erläuterte Susanne M. die Büro-Organisation bei Goldman: Sie selbst organisiere und verwalte als Chefsekretärin sämtliche Mails und Telefonate. Vieles erledige sie eigenständig, nur die wichtigsten Mails drucke sie für Goldman aus. Es komme aber durchaus vor, dass sich ihr Chef eine ganze Woche lang nicht der Post widme. Und selbst dann sei es fraglich, ob er sie auch lese.

Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt: Dann will sich Volker A. einlassen, der sich als einziger Angeklagter noch nicht geäußert hat.

(chc)
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