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Aktion am Friedrich-Dessauer-Gymnasium: Wie Schüler zu Imkern werden

Von Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums erarbeiten zusammen mit Profis ihre eigene Honigmarke „Schulblüte“ und das Design der Gläser, in die der süße Nektar abgefüllt wird. Der Honig wird von schuleigenen Bienen produziert. Beides wurde jetzt auf einem Fest vorgestellt.
Im Bienchen-Fieber: Wulf Gebhardt, Ronja Burschyk, Itai Heßberger und Gideon Stuurman, alle Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums, präsentieren ihren selbst produzierten Honig mit dem schönen Namen »Schulblüte«. Foto: Maik Reuß Im Bienchen-Fieber: Wulf Gebhardt, Ronja Burschyk, Itai Heßberger und Gideon Stuurman, alle Schüler des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums, präsentieren ihren selbst produzierten Honig mit dem schönen Namen »Schulblüte«.
Höchst. 

Genüsslich beißt Yvonne Werner (18) in ein Stück Brot, das mit Butter und Honig bestrichen ist. „Der Honig schmeckt ganz mild und frisch. Man merkt, dass er erst vor kurzem aus der Wabe herausgeschleudert wurde“, befindet die Schülerin des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums. Sie kenne diesen Geschmack noch aus ihrer Kindheit. „Ich bin auf einem Obsthof in Sindlingen aufgewachsen, meine Mutter hatte dort auch Bienen“, erzählt sie.

 

Süßes Produkt

 

Auf dem Platz vor dem Bildungs- und Kulturzentrum Höchst, kurz Bikuz, in dem auch das Oberstufengymnasium untergebracht ist, bestreichen Mädchen und Jungen des Leistungskurses Kunst fleißig frisches Brot mit Butter und Honig und verteilen es an ihre Mitschüler. Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Honig, sondern um den süßen Nektar, den die schuleigenen Bienen in den vergangenen Wochen produziert haben.

Seit 2012 gibt es an dem Oberstufengymnasium nämlich im Rahmen einer fachübergreifenden Arbeitsgemeinschaft (AG) eine schuleigene Imkerei mit derzeit drei Bienenvölkern. „Erst am Dienstag haben wir unseren Blütenhonig geschleudert“, erklärt Gideon Stuurman (16), der bei der AG Stadtimkerei des Friedrich-Dessauer-Gymnasiums mitmacht. Sorgfältig haben die AG-Teilnehmer die süße Leckerei in Gläser abgefüllt.

 

Eigenes Design

 

Die Gläser haben ein ganz eigenes Design, das die Jugendlichen des Kunstleistungskurses im aktuellen Schuljahr zusammen mit den Grafikdesignern Catrin Altenbrandt und Adrian Nießler von der Frankfurter Agentur Pixelgarten gestaltet haben. Gleichzeitig haben die Gymnasiasten zusammen mit den Profis eine eigene Honigmarke mit dem Namen „Schulblüte“ entwickelt, unter der sie den süßen Nektar vermarkten möchten, und einen Internetauftritt erarbeitet, auf dem man künftig mehr über das Imkereiprojekt an der Schule und den gewonnenen Blütenhonig erfahren kann.

Anlässlich eines Fests stellen die Schüler ihre Marke „Schulblüte“ samt selbst designter Honiggläser und natürlich den frisch geernteten Honig aus diesem Jahr vor. Fünf Euro kostet ein Glas mit 250 Gramm Blütenhonig. „Besonders beliebt bei unseren Bienen ist der Götterbaum, auch falscher Jasmin genannt“, sagt Kunstlehrerin Julia Roppel, die den Kunstleistungskurs leitet. Aber auch anderen Blüten wurden von den Bienen angeflogen und tragen zum Geschmack des Honigs bei.

Das Schulprojekt, unter dem der optische Auftritt für den schuleigenen Honig entwickelt wurde, heißt passend „Honey, Honey“. Ermöglicht wurde es über eine Partnerschaft zwischen der Stiftung Deutsches Design Museum und dem Höchster Oberstufengymnasium. Finanziell unterstützt wird es durch den Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main. Für die Präsentation vor dem Bikuz konnten weitere Sponsoren gewonnen werden.

„Wir haben uns für ein rundes Glas entschieden, auch wenn es die Form bereits gibt“, erzählt Julia Roppel. Um das Honigglas hängt ein Schild aus Pappe, auf dem in schwarzer Schrift der Markenname „Schulblüte“ sowie stilisierte Bienen aufgedruckt sind. Die Biene ist zudem als Motiv auf einem T-Shirt aufgedruckt, das die Schüler anlässlich der Präsentation tragen.

„Wir haben dieses Mal rund 200 Gläser abgefüllt. Derzeit produzieren nur zwei unserer drei Bienenstöcke Honig“, sagt Julia Roppel. Der dritte Stock sei ein Ableger, ihm fehle derzeit eine Königin. „Es gab eine Königin, doch die ist von ihrem Hochzeitsflug nicht zurückgekehrt“, erzählt sie. Von den Einnahmen aus dem Verkauf des Honigs soll unter anderem eine neue Königin angeschafft werden.

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