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Agentur Eastwestmodels: Wie eine 15-jährige Schülerin sich in Frankfurt auf eine Modelkarriere vorbereitet

Von Die Agentur Eastwestmodels im Frankfurter Osten bildet Models für die Laufstege in Paris, Mailand und New York aus. Eine davon ist Henrike (15), die in Frankfurt zur Schule geht. Sie hat vor einem halben Jahr mit dem Modeln begonnen, im November vertritt sie Deutschland auf einem internationalen Wettbewerb in Mailand.
Henrikes großer Traum ist es, als Model Karriere zu machen. Henrikes großer Traum ist es, als Model Karriere zu machen.
Frankfurt.   

Am Anfang stand eine Schnapsidee. „Zu meinem fünfzehnten Geburtstag habe ich ein Fotoshooting bekommen“, erzählt Henrike, mittlerweile fünfzehneinhalb. „Ich hatte mir schon länger gewünscht, das mal auszuprobieren, also haben wir es einfach gemacht.“

Mit den Fotos bewarb die Schülerin sich bei der Frankfurter Agentur Eastwestmodels. Wurde prompt sie zum Casting eingeladen - und stand ein paar Wochen später unter Vertrag. Seither bewältigt die Gymnasiastin in ihrer Freizeit ein anspruchsvolles Programm: neben Gitarren- und Tennisstunden nimmt sie Model-Unterricht.

Für Letzteren ist Carlos Streil zuständig. Gemeinsam mit seinem Bruder Markus leitet Streil die Agentur Eastwestmodels im Frankfurter Osten. „Henrike ist wie ein junges Fohlen, das nicht weiß, was es macht“, sagt der 54-Jährige, der früher selbst gemodelt hat. „Und genau das macht ihren Charme aus. Sie läuft los, fällt hin, steht wieder auf, läuft weiter – sie verkörpert diesen Fohlen-Typ total. Das ist genau das, was die Kunden wollen.“

Vor der Kamera bin ich selbstbewusster als im Alltag“, sagt die 15-jährige Henrike von sich. Das Fotografiertwerden und Posieren mache ihr Spaß. Bild-Zoom
Vor der Kamera bin ich selbstbewusster als im Alltag“, sagt die 15-jährige Henrike von sich. Das Fotografiertwerden und Posieren mache ihr Spaß.

In den vergangenen Monaten hat Streil mit Henrike geübt: wie man sich auf einem Laufsteg bewegt, wie man mit einer Kamera arbeitet, wie man Posen einnimmt. „Vor der Kamera bin ich selbstbewusster als im Alltag“, sagt Henrike. „Das Fotografiertwerden und Posieren macht mir Spaß. Ich probiere Rollen aus.“ Model-Agent Carlos Streil ist von seinem jungen Model überzeugt: „Henrike ist ein Talent“, sagt er.

Ohne die Unterstützung ihrer Familie könnte Henrike dieses Programm nicht bewältigen. Ihre Mutter fährt sie in die Agentur nach Frankfurt oder auf Foto-Termine; auf sich selbst gestellt, wäre die Schülerin nicht sehr mobil. „Gerade bei jüngeren Models versuchen wir, die Familie von Anfang an einzubinden“, sagt Carlos Streil. „Sie brauchen einen starken familiären Rückhalt, denn dieser Job kann hart sein.

Klar erlebt man viele tolle Momente – aber eben auch weniger tolle. Und dann braucht man Leute, auf die man sich verlassen kann. Leute, die einem sagen: Wir kennen das, wir haben im Berufsleben auch ein paar Hürden genommen, Du kommst da durch. Das ist ganz wichtig.“ Bei den Gesprächen mit Models und Eltern gehe es oft auch darum, mit Vorurteilen aufzuräumen, ergänzt der Agent. „Dieser Job ist anders, als die Leute denken.“

Viele Vorurteile

Viele Branchenneulinge kennen die Model-Welt nur aus Fernsehformaten wie „Germany’s Next Topmodel“ – und hätten ein völlig falsches Bild von dem Beruf, sagt Agent Carlos Streil. „Germany’s Next Topmodel ist total unrealistisch. Diese Show hat mit unserer Arbeit praktisch nichts zu tun. Die wären ehrlicher, wenn sie die Sendung einfach umbenennen würden, in ,Germany’s Next Mini Celebrity’ - denn mehr ist es nicht."

Die Streils führen mehrere hundert Models in ihrer Kartei, Frauen und Männer. Viele von ihnen arbeiten hauptberuflich als Models. „Wir haben hier Frauen, die an 300 Tagen pro Jahr arbeiten, zu Festgagen zwischen 4000 und 6000 Euro pro Tag. Die pendeln zwischen New York, Paris und hier und verdienen richtig gutes Geld.“ Daneben betreuen die Streils auch Models, die neben Schule, Ausbildung oder Beruf jobben. „In unserer Kartei ist sogar ein Richter“, erzählt Carlos Streil. „Der macht die Jobs nur noch, weil er sagt, so komme ich mal raus.“

Ein sicheres Rezept für die gelingende Model-Karriere gebe es allerdings nicht - ob eine Frau oder ein Mann es schaffe, hänge immer von individuellen Faktoren ab. „Deshalb legen wir Wert darauf, dass alle Models ihren Schulabschluss machen“, sagt Carlos Streil. „Danach können sie sich aussuchen, was sie machen. Gegebenenfalls schlagen wir den Models vor, ein Jahr zwischen Abitur und Studium oder Ausbildung einzulegen, in dem sie versuchen, hauptberuflich Fuß zu fassen, also Jobs in Paris, Mailand oder New York an Land zu ziehen.“

Für Henrike könnte es schneller gehen: Im November wird sie beim Elite-Modelcontest in Mailand – einem hochkarätigen Wettbewerb für Nachwuchsmodels – antreten. Und dann? Die Fünfzehneinhalbjährige grinst. „Ich hoffe, dass ich ein paar Jahre lang modeln kann.“

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