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Gesundheit in der Mainmetropole: Wie eine unscheinbare Plastikdose in Zukunft Frankfurtern das Leben retten soll

Von Zwölf Zentimeter hoch und nur wenige Gramm schwer – die SOS-Dose des Sozialverbandes VdK in Frankfurt soll künftig Leben retten helfen. 2500 Stück hat der Kreisverband produzieren lassen, in den kommenden Wochen werden sie an die Mitglieder verteilt.
Seit drei Wochen ist Otto Pühl, Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Nieder-Eschbach, im Nordwesten unterwegs und verteilt die SOS-Dosen an die Mitglieder. Von den einst 700 Stück sind nicht mehr viele übrig, lediglich zwei Körbchen gibt es noch. Bilder > Foto: Rainer Rüffer Seit drei Wochen ist Otto Pühl, Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Nieder-Eschbach, im Nordwesten unterwegs und verteilt die SOS-Dosen an die Mitglieder. Von den einst 700 Stück sind nicht mehr viele übrig, lediglich zwei Körbchen gibt es noch.
Frankfurt. 

Im Notfall sind es Minuten, manchmal sogar nur Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden. Doch diese Zeit fehlt oft den Rettungskräften, wenn sie zu allein lebenden Menschen gerufen werden, die nicht mehr ansprechbar sind. Denn die Suche nach Unterlagen zu möglichen Vorerkrankungen, die lebensrettend sein könnten, raubt kostbare Zeit. Eine kleine rot-weiße Dose im Kühlschrank, platziert zwischen Salatsauce und Erfrischungsgetränken, soll diese überflüssig machen.

„Rettung aus der Dose“ heißt das handliche, nur wenige Gramm leichte Plastikbehältnis, „SOS“ steht darauf. In der Dose verstecken sich drei Aufkleber und ein großer Zettel – mit ausreichend Platz für alle wichtigen Patientendaten.

2500 Stück dieser Rettungsdosen hat der VdK-Kreisverband Frankfurt produzieren lassen und verteilt sie nun kostenlos an ihre Mitglieder. Den Anfang machte der Ortsverband Nieder-Eschbach, quasi der Vater der Dose.

Suche nach Unterstützung

„Unsere neue Sozialbezirksvorsteherin Beate Lamp stieß im Frühjahr im Internet auf diese Rettungsdose. Wir waren sofort begeistert und gewillt, sie auch in die Frankfurter Kühlschränke zu bringen“, berichtet Otto Pühl, Vorsitzender des Ortsverbandes. Doch der Weg war zunächst steinig, die Umsetzung am Anfang alles andere als einfach. Denn der VdK brauchte einen Partner. Immer wieder gab es Rückschläge, auch Gespräche mit der Stadt Frankfurt fruchteten nicht.

12 000 Mitglieder in 29 Ortsverbänden

Der Sozialverband VdK Deutschland (VdK) ist ein gemeinnütziger Verein mit Hauptsitz in Berlin. Gegründet wurde er 1950 unter dem Namen „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“.

clearing

Der Durchbruch gelang schließlich Dieter Müller, dem Kreisvorsitzenden des Sozialverbandes. „Ich bin drangeblieben und habe die Produktion auf den Weg gebracht. Denn dieses Projekt muss man einfach unterstützen“, sagt er. Hergestellt werden die Dosen übrigens in Hanau vom dort ansässigen Lions Club. Bereits 70 000 Dosen wurden seit November an Organisationen und Projektpartner in ganz Deutschland geliefert – dazu zählt nun auch Frankfurt am Main.

Das Prinzip der Rettungsdose ist laut Otto Pühl „denkbar einfach“ und deswegen auch von Senioren umsetzbar. „Und wenn es dann doch irgendwo klemmt oder Hilfe benötigt wird, dann sind wir selbstverständlich da“ sagt der 60-Jährige. Auf dem Datenblatt in der Dose sollen relevante Informationen festgehalten werden, wie etwa der Name, ein aktuelles Foto, medizinische Hinweise und Erkrankungen, Unverträglichkeiten und Medikamente. Hinzu kommen Informationen über eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht sowie Kontaktdaten von Hausarzt und Angehörigen.

Aufkleber weisen den Weg

Aufbewahrt wird die Rettungsdose gut sichtbar in der Innentür des Kühlschranks. Ein Aufkleber an der Eingangstür und am Kühlschrank zeigen dem Rettungsdienst sofort, dass es im Haushalt eine solche SOS-Dose gibt.

Seit drei Wochen werden in Nieder-Eschbach, Bonames und Nieder-Erlenbach nun die rot-weißen Plastikbehälter an die Mitglieder verteilt. Fast alle der 700 Dosen, die Pühl dafür bei der Geschäftsstelle des VdK-Kreisverbandes abgeholt hat, haben einen neuen Platz gefunden. Für die Mitglieder ist die Dose kostenlos, andere Senioren können sie für eine Spende von zwei Euro beim VdK erwerben.

Die ersten Reaktionen auf die Dose seien positiv. So positiv, dass dem VdK die bestellten 2500 Dosen nicht reichen werden. „Wir haben 12 000 Mitglieder in Frankfurt, ich werde nachordern müssen“, sagt Dieter Müller.

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