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Zehn Jahre iPhone: Wie hat das Smartphone Frankfurt verändert?

Heute Abend wird Apple zehn Jahre nach der Vorstellung des ersten iPhones seine neue Smartphone-Generation vorstellen. Anlass für uns, die Frage zu stellen: Wie hat das Smartphone die Stadt und das Leben ihrer Bürger verändert?
Nadja Paul (33) aus Berlin mit einem Smartphone am Mainufer in Frankfurt am 29.08.2017. Foto: Heike Lyding Nadja Paul (33) aus Berlin mit einem Smartphone am Mainufer in Frankfurt am 29.08.2017.
Frankfurt. 

Ob Terroranschläge, Brände, Überflutungen – egal, welche Katastrophe hereinbricht, von ihrem Smartphone können sich die Menschen warnen lassen. Als Innenminister Peter Beuth (CDU) vor wenigen Wochen den Startschuss für die Einführung von Katwarn, dem Warn-und Informationssystem für die Bevölkerung, gab, installierten 350 000 Hessen die App auf ihrem Telefon. Genutzt haben die Behörden die App bereits: „Information Bombenfund“ hieß es da vor zwei Wochen nur wenige Minuten, nachdem Sprengstoffexperten die Weltkriegsbombe im Westend als solche identifiziert hatten. Auch die Entwarnung kam um 19 Uhr per App.

Ähnlich funktioniert es mit Wetterkapriolen. Wann immer das Wetter eine Gefahr darstellen könnte – sei’s bei Glatteis oder Sturm – informiert der Deutsche Wetterdienst über die vom Fraunhofer-Institut entwickelte App.

Das Smartphone informiert uns nicht nur im Ernstfall. Wir nehmen es nach dem Aufwachen in die Hand, informieren uns, was wir nachts verpasst haben, lesen die Nachrichten unserer Freunde, kontrollieren die Verkehrslage auf unserer Strecke. Wir schauen nicht mehr an der Straßenbahn-Haltestelle, wann die nächste S-Bahn fährt, sondern gehen dank der App des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) aus dem Haus und wissen genau Bescheid über Verspätungen und Alternativstrecken.

Online-Käufe

Die Karten für die Oper kaufen wir online bei Frankfurt Ticket RheinMain, an der unter anderem die Stadt Frankfurt beteiligt ist. Die Online-Käufe machen inzwischen 40 Prozent der Ticketverkäufe aus. Jeder dritte Online-Kauf läuft über das Smartphone – Tendenz steigend. „Vor 20 Jahren zu unserer Gründung war das noch nicht der Fall. Natürlich verkaufen wir auch noch Tickets in unserer Vorverkaufsstelle an der Hauptwache – aber das hat sich stark verschoben“, berichtet Geschäftsführer Thomas Feda. Trotzdem: „Wir haben unsere Vorverkaufsstellen aufrechterhalten, weil wir die Devise haben, den Kundenkontakt weiter zu pflegen.“

In den Museen der Stadt kann man mit dem Smartphone weit mehr anstellen als „nur“ Eintrittskarten zu kaufen. Das Städel sieht in der Smartphone-Welt sogar einen Bildungsauftrag, aus dem sich gleich mehrere neue Maßnahmen abgeleitet haben, erläutert Städel-Sprecher Axel Braun. Seit 2015 existiert die kostenlose Städel-App mit mehr als 50 000 Downloads bisher. Mit ihr kann man sich zahlreiche Informationen über die Sammlung aufs Handy holen und auch den Audio-Guide zur aktuellen Sonderausstellung bequem auf dem eigenen Gerät hören. Angepasst hat das Städel auch seine Internetseite, da laut Braun inzwischen mehr als die Hälfte der Besucher diese über mobile Geräte besuchen. Dort findet sich auch die digitale Sammlung des Museums. Längst nutzen Braun und seine Kollegen auch die Sozialen Netzwerke wie Instagram, Twitter, Facebook und Youtube, um „möglichst viele Menschen zu erreichen und für Kunst und Kultur zu begeistern“. „Als Frankfurter Bürgermuseum ist das für uns Ehrensache“, betont er.

Auch kulinarisch lassen sich die Frankfurter längst von ihrem Smartphone lenken: Früher gab es den klassischen Pizzaservice, hingen an der Pinnwand im Büro die Speisekarten der Lieferdienste. Heute reicht ein Blick aufs Smartphone: Dank Start-Ups wie Lieferando und Foodora hat der Nutzer die Möglichkeit, aus hunderten Restaurants zu wählen – auch solche, die vor der Zeit der Smartphones keinen Lieferservice anboten. Denn: Die Foodora-Mitarbeiter holen das Essen in jedem Wunsch-Restaurant ab und bringen es zum Kunden. Genaue Zahlen will das Unternehmen zwar nicht nennen, aber eines sei gewiss: „Ohne das Smartphone würde es uns nicht geben“, sagt Foodora-Sprecher Vincent Pfeifer.

Live-Ticker

Auch Zeitungsleser ticken heute anders als früher: „Etwa 50 Prozent der Zugriffe auf unsere Homepage verzeichnen wir über mobile Endgeräte“, erklärt Tobias Köpplinger, FNP-Redaktionsleiter Digitales. Das wirkt sich natürlich auch auf die Arbeit der Journalisten aus: „Unsere Smartphones können wir Reporter als Studio in der Hosentasche nutzen: Wir können Videos, Texte und Bilder jederzeit von überall in die Redaktionen schicken oder gleich veröffentlichen“, berichtet Köpplinger. Ein Beispiel, wie dieser Journalismus in Echtzeit funktioniert, war der Live-Ticker dieser Zeitung zur Bombenentschärfung, dem insgesamt mehr als 72 000 Nutzer folgten.

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