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Nach Explosion in Ludwigshafen: Wie sicher ist der Industriepark Höchst?

Von Einer der beiden Stoffe, die für das Inferno auf dem Ludwigshafener BASF-Gelände verantwortlich waren, wird auch im Höchster Industriepark in großen Mengen verarbeitet. Eine Gefahr gehe davon aber nicht aus, versichert Betreiber Infraserv.
Industriepark Höchst Industriepark Höchst
Frankfurt. 

Nach den verheerenden Explosionen auf dem Werksgelände des Chemieriesen BASF in Ludwigshafen beschleicht so manchen Nachbarn des Höchster Industrieparks ein mulmiges Gefühl. Könnte sich ein ähnliches Szenario auch am Main abspielen? Mit Ethylen wird zumindest einer der beiden Stoffe im Höchster Industriepark in großen Mengen verarbeitet, die ersten Einschätzungen zufolge für das Inferno bei BASF verantwortlich waren. Der zweite Stoff hingegen, Prophylen, werde in Höchst nicht verarbeitet, erklärt Michael Müller, Sprecher des Industrieparkbetreibers Infraserv. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Thema:

Was ist Ethylen?

Ethylen ist eine Kohlenwasserstoffverbindung und hochentzündlich. In der chemischen Industrie kommt es unter anderem zur Herstellung von Dämmstoffen und Lösemitteln zum Einsatz.

In welchen Mengen wird Ethylen im Industriepark verarbeitet und wie kommt es dort hin?

Ethylen gelangt laut Unternehmenssprecher Müller ausschließlich über eine Pipeline in den Industriepark, die von Infraserv Höchst betrieben wird. Infraserv leitet das Ethylen per Rohrleitungen an die einzelnen Produktionsbetriebe weiter, in der Regel etwa 30 Tonnen pro Stunde.

Wofür wird Ethylen hauptsächlich benötigt?

Verschiedene Unternehmen im Industriepark Höchst benötigen Ethylen, beispielsweise für die Produktion von Basis- und Spezialchemikalien.

Wie sicher ist das?

„Infraserv Höchst überwacht über eine Messwarte kontinuierlich Druckschwankungen in der Leitung und kann per Fernsteuerung Ventile und Absperrschieber kontrollieren“, erklärt Unternehmenssprecher Müller. Alle Ventile und Schieber könnten auch manuell bedient werden. „Sicherheit hat für die Unternehmen, die im Industriepark Höchst Anlagen betreiben, höchste Priorität. Dies gilt auch beim Transport von Rohstoffen und Materialien, die für die Produktion benötigt werden.“

Wie ist der Industriepark Höchst für Zwischenfälle wie jenen bei der BASF gerüstet?

Der Industriepark Höchst verfügt laut Infraserv-Sprecher Müller über eine „sehr gut aufgestellte Notfallorganisation, mit einem rund um die Uhr einsatzbereiten Notfallmanagement“. Dieses besteht „aus fünf speziell qualifizierten Kollegen“. Darüber hinaus gibt es eine eigene Werkfeuerwehr mit 115 Einsatzkräften, die speziell geschult und ausgebildet sind und im Schichtsystem arbeiten, „so dass die Einsatzbereitschaft an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr gewährleistet ist“, versichert Müller. Die Wehr verfüge über 20 hochmoderne Fahrzeuge, die speziell für die Anforderungen bei Einsätzen im Umfeld von Produktionsanlagen ausgestattet seien. „Messfahrzeuge der Umweltschutzabteilung von Infraserv Höchst sind ebenfalls rund um die Uhr einsatzbereit, um gegebenenfalls Luftmessungen durchzuführen“, erklärt Müller. Bei Bedarf könne zusätzlich ein Einsatzstab aus verschiedenen Experten einberufen werden, die über ein Bereitschaftsdienstsystem ebenfalls rund um die Uhr verfügbar seien.

Zur Notfallorganisation gehört laut dem Infraserv-Sprecher auch das Bürgertelefon (0 69/3 05 40 00), das im Fall eines Sirenenalarms zeitnah besetzt werde und für Fragen der Bürger zur Verfügung stünde. Alle Informationen würden zudem im Internet unter www.ihr-nachbar.de veröffentlicht.

Gibt es nach derartigen Zwischenfällen einen Austausch mit den betroffenen Kollegen, um aus deren Erfahrungen zu lernen?

Es gibt auf Verbandsebene einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch der Werkfeuerwehren.

Wie geht Infraserv mit den Ängsten von Mitarbeitern und Anwohnern um, die nach solchen Ereignissen naturgemäß größer sind als sonst?

Dazu Müller: „Bislang sind noch keine derartigen Hinweise eingegangen, weder von Anwohnern noch von Mitarbeitern.“

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