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60 Jahre nach der Einschulung: Wiedersehen auf dem Pausenhof

Von Vor fast 60 Jahren war für Sigrid Betz, Ingrid Konwisorz und Inge Sänger der erste Schultag. Zu vielen ehemaligen Klassenkameradinnen aus der Comeniusschule haben sie noch Kontakt, doch nicht zu allen. Nun suchen sie sie, um zum großen Klassentreffen einzuladen.
Inge Sänger, Sigrid Betz und Ingrid Konwisorz (v.l.) organisieren ein Klassentreffen. Foto: Heike Lyding Inge Sänger, Sigrid Betz und Ingrid Konwisorz (v.l.) organisieren ein Klassentreffen.
Nordend. 

Fast 60 Jahre ist es nun her, dass die Freundinnen Sigrid Betz, Inge Sänger und Ingrid Konwisorz hier ihren ersten Schultag hatten. Über dem Eingang des 1906 gebauten Schulhauses, eine Mischung aus Neobarock und Jugendstil, steht in geschwungenen Buchstaben sogar noch der alte Name: Comeniusschule. Allerdings stehen sie nicht in der Burgstraße 59, wo die heutige Grundschule 1967 ins Gebäude der früheren Lersnerschule zog: Sie befinden sich am Ostflügel der heutigen IGS Nordend in der Hartmann-Ibach-Straße. „Damals war die Comeniusschule eine reine Mädchenschule“, sagt Ingrid Konwisorz, geborene Thewalt. Und drüben, in der Günthersburgschule“ – sie zeigt über den Schulhof, auf den Westflügel der IGS – waren die Jungen.“

Diese Zeiten sind längst vorbei, die Damen wollen sie aber wieder aufleben lassen: Sie bereiten ein Klassentreffen vor anlässlich des 60. Jahrestags ihrer Einschulung. Zwei Treffen gab es bereits: Ein kleines, erstes im Jahr 1989, zu dem Inge Sänger, deren Mädchenname Keide lautet, eingeladen hatte. Und ein zweites 2007, 50 Jahre nach der Einschulung. „Aber von vielen damaligen Mitschülern wissen wir gar nicht, was aus ihnen geworden ist. Wir suchen sie nun, um möglichst viele zum Treffen am Freitag, 5. Mai, einladen zu können.“

Linie nicht übertreten

In der Mitte des Schulhofs war damals eine Linie, die weder Mädchen noch Jungen überschreiten durften, die Lehrer von Jungen- und Mädchenschule überwachten das strengstens. „Wenn keiner hinschaute, haben die Jungen das trotzdem gemacht. Um zu zeigen, wie toll sie sind“, sagt Sigrid Betz, geborene Tabok.

Eine der schönsten Erinnerungen sei jene an die Adventszeit, sagt Konwisorz. „Dann hing im Treppenhaus ein großer Adventskranz. Immer Montagfrüh standen die Klassen auf ihren Etagen am Geländer, die Kerzen brannten. Alle Kinder hatten Weihnachtslieder gelernt und sangen, das hat schön gehallt.“ Man habe die Weihnachtszeit richtig spüren können, erinnert sich Inge Sänger. „Heute haben manche Schulen ja nicht einmal einen Weihnachtsbaum.“

Die Schule habe sich äußerlich kaum verändert, sagt Betz, mit ihren symmetrisch einander gegenüberliegenden Hauptgebäuden, den beiden Turnhallen und der langen Reihe der Nebengebäude, die sich am Günthersburgpark entlang strecken. „Aber das Umfeld war ganz anders. Wir sind ja hier aufgewachsen“, sagt Konwisorz. Entlang der Rohrbachstraße etwa erstreckte sich ein Geschäft neben dem anderen. „Hier vorne, wo die Bilder hängen, war damals ein Blumenladen. Und neben der heutigen Pizzeria war eine Metzgerei. Und es gab ein richtiges Milchgeschäft, in dem Milch, Käse oder Mehl noch lose verkauft wurden“, zählt sie auf. Nur die Eisdiele an der Ecke zur Martin-Luther-Straße gab es damals bereits, erinnert sich Sänger. „Und an der Straßenbahnhaltestelle war ein Büdchen, da haben wir immer Kirschlutscher gekauft“, sagt Sigrid Betz.

1957 war die Comeniusschule eine Mädchenschule, fürs Foto hatten sich die Mädchen hübsch gemacht. Bild-Zoom
1957 war die Comeniusschule eine Mädchenschule, fürs Foto hatten sich die Mädchen hübsch gemacht.

Berg und Haus gemalt

An ihren ersten Schultag können sich die Damen noch sehr gut erinnern. „Ich werde nie vergessen, wie unsere Klassenlehrerin sich uns vorstellt. ,Damit ihr meinen Namen nicht vergesst‘, sagt sie und malte einen Berg an die Tafel und ein Haus oben drauf.“ Streng sei Frau Berghaus gewesen, „aber das war auch nötig bei einer so großen Klasse“, sagt Inge Sänger: 42 Erstklässlerinnen haben sich mit ihrer Lehrerin zum Gruppenfoto vor dem Schuleingang aufgereiht.

Nun versuchen Inge Sänger und ihre Freundinnen, möglichst viele der früheren Klassenkameradinnen wiederzufinden. „Einige sind leider schon gestorben, zurzeit sind wir 25 Frauen“, sagt Inge Sänger, die darum bittet: „Sollten ehemalige Mitschülerinnen oder deren Freunde und Verwandte dies lesen: Bitte meldet Euch.“ Entweder per E-Mail an saengeringe@gmx.de oder telefonisch unter der Telefonnummer (069) 47 87 47 42.

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