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Frankfurt historisch: Winter vor 50 Jahren: Schlitterpartie auf dem Main

Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen Main oder Rodelpartien auf den kleinen Hügeln in den Grünanlagen - die Winter in den 1960er Jahren waren in Frankfurt bitterkalt und die Stadt ein echtes Schneeparadies. Davon ist heute nicht mehr viel übriggeblieben.
Am 19.3.1962 schlittern diese Jungen über den zugefrorenen Main. Im Hintergrund sind Dom, Eiserner Steg und Untermainbrücke zu sehen. Foto: Philipp Kerner Am 19.3.1962 schlittern diese Jungen über den zugefrorenen Main. Im Hintergrund sind Dom, Eiserner Steg und Untermainbrücke zu sehen.
Frankfurt. 

Jauchzend schlittern die fünf jungen Männer über die spiegelglatte Oberfläche des Mains. Im Hintergrund sieht man den Eisernen Steg, die Untermainbrücke und den Dom, der in den grauen Winterhimmel ragt. Kalt war der Winter 1961/ 62, so kalt, dass der Fluss zufror, die rund 20 Zentimeter dicke Eisschicht konnte gefahrlos betreten werden. Was die Frankfurter freute, sorgte bei den Schiffern für Verzweiflung, denn das Eis legte den Verkehr auf dem Main lahm, Waren konnten nicht zum Zielort transportiert werden.

Das passiert heute nicht mehr, seit mehr als 50 Jahren musste der Schiffsverkehr im Winter nicht mehr komplett eingestellt werden. 1963 war die Eisschicht auf dem Main ein letztes Mal so dick, dass sie betreten werden konnte. Chemikalien und in den Fluss geleitete warme Abwässer von Industrie und Kläranlagen sowie die schnellere Fließgeschwindigkeit durch die Begradigung des Stroms sind die Ursachen für diese Entwicklung.

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Diese imposante Aufnahme zeigt den Springbrunnen am Messegelände, der im Februar 1963 noch aktiv war und dessen Wasserfontäne das Eisgebilde auf über fünf Meter anwachsen ließ. In seinem Schatten, am offenen Wasser, tummeln sich Tauben und Enten.Stewardessen bauen am 4. Dezember 1964 am Frankfurter Flughafen einen Schneemann.Im Februar 1942 ist der Main komplett zugefroren. Im Hintergrund sind der Untermainkai mit der St. Leohardkirche, dem Rathausturm und Langem Franz zu sehen.

Daran nicht unbeteiligt ist auch der Klimawandel, der immer mildere Winter mit sich bringt. Das zeigt ein Blick in die Wetterdaten von 1963. Bitterkalt war es im Januar, zwischen drei und minus elf Grad bewegten sich die Temperaturen. Zum Vergleich: Zwischen neun und 14 Grad warm werden soll es am 1. Januar 2018.

Bei solchen Zahlen ist es auch kein Wunder, dass Frau Holle in Frankfurt ein seltener Gast geworden ist, Schnee gibt es kaum noch. Das sah in den 1960er Jahren noch ganz anders aus. Da wurde jeder noch so kleine Hügel in eine Rodelbahn umfunktioniert, einen Schlitten besaß damals noch jedes Kind.

In der Innenstadt wurde der weißen oder dort eher grauen Pracht mit Schaufeln zu Leibe gerückt, damit die Straßenbahnen trotz der Schneemassen fahren konnten. In manchen Monaten war es so bitterkalt, dass sogar die Brunnen einfroren. Wie im Februar 1963, als die Wasserfontäne des Springbrunnens an der Messe das Eisgebilde auf über fünf Meter anwachsen ließ. Bilder, die es so wahrscheinlich nicht mehr geben wird.

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