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Street Art in Frankfurt: Wir haben mit dem Mann hinter den "DJ Bobo Ultras" gesprochen

An gefühlt jeder zweiten Straßenlaterne in Frankfurt klebt ein Sticker der „DJ Bobo Ultras“. Was hat es damit auf sich? Wir haben den Mann hinter der Aktion getroffen.
Mine mit einem seiner "DJ Bobo Ultras"-Sticker. Foto: Markus Künzel Mine mit einem seiner "DJ Bobo Ultras"-Sticker. Foto: Markus Künzel
Frankfurt. 

In den Neunzigern war der Schweizer DJ Bobo einer der großen Stars des Eurodance. Seine Singles bekamen regelmäßig Gold- und Platin Auszeichnungen.

Doch warum man gut 20 Jahre später in Frankfurt auf einmal überall die Aufkleber sogenannter „DJ Bobo Ultras“ entdecken kann, war uns ein Rätsel.

Was hat es mit den Stickern – die das Konterfei des DJ auf den Körpern von Chuck Norris oder Sylvester Stallone zeigen – auf sich?

Wir haben den Mann hinter dieser Aktion getroffen. Er möchte anonym bleiben. Sein Künstlername lautet „Mine“, gesprochen wie „Main“.

Wir hatten Fragen.

Du bastelst Sticker mit dem Gesicht von DJ Bobo auf den Körpern von Chuck Norris oder Sylvester Stallone. Da frage ich mich: Warum?

Mine: (lacht) Ein Kollege von mir hatte die Tour-Daten von DJ Bobo bei Facebook gepostet und zum Spaß geschrieben, dass wir da unbedingt hinmüssten. In den Kommentaren wurden dann viele Witze gerissen und natürlich auch Bobos musikalische Qualität angezweifelt. Für mich gehört DJ Bobo aber ganz klar zur Hip-Hop Kultur. Er kann auflegen, kann Breakdance, war Graffiti-Künstler und er kann rappen. Deswegen habe ich ihn ein bisschen verteidigt und eben das erste Motiv entwickelt – Chuck Norris mit zwei Uzis und dem Gesicht von DJ Bobo.  Das kam bei den Leuten online so gut an, dass ich mich entschied, mehr daraus zu machen –  und schwupps waren die ersten 1500 Sticker gedruckt.

Foto: DJ Bobo Ultras Bild-Zoom
Foto: DJ Bobo Ultras

Ist das Street Art oder Vandalismus?

Mine: Ich sehe es als Street Art. Ich finde es gut, wenn die Leute amüsiert sind und darüber lachen können. Ich bin Baujahr 1979 und ich denke, das spricht genau meine Generation an. Bobo ist der letzte Überlebende, die härteste Sau der ganzen Eurodance-Trash-Musiker von damals.

Foto: DJ Bobo Ultras Bild-Zoom
Foto: DJ Bobo Ultras

Du selbst verklebst ja offiziell keine Sticker. Gab es denn schon rechtliche Konsequenzen?

Mine: Fast. Und zwar hatte ein Nachahmer versucht, Aufkleber im Internet zu verkaufen. Daraufhin sind auch Anwälte an mich herangetreten. Ich konnte aber nachweisen, dass ich nichts davon wusste. So bin ich glimpflich aus der Sache rausgekommen. Ich verdiene kein Geld mit den Stickern. Das war auch nie die Intention. Es geht einfach nur um den Spaß an der Sache und die Reaktionen der Leute.

Foto: DJ Bobo Ultras Bild-Zoom
Foto: DJ Bobo Ultras

Wie weit hat sich dein Projekt schon verbreitet?

Mine: Ich bekomme sehr viele Anfragen über die sozialen Netzwerke, teilweise auch von seriösen Künstlern. In Hamburg, München und in Köln sind die Dinger schon sehr weit verbreitet. Es ist ein Selbstläufer, die erste gute Idee in meinem Leben. Dass sie sich nicht monetarisieren lässt, ist halt schon bezeichnend für meinen Lebensweg. Aber ich bin trotzdem stolz darauf. Dieses Jahr wird es noch eine Überraschung geben. Verfolgt meine Kanäle und haltet um die Weihnachtszeit die Augen offen.

Foto: DJ Bobo Ultras Bild-Zoom
Foto: DJ Bobo Ultras

Hat DJ Bobo schon Wind von der Sache bekommen?

Mine: Ich weiß es nicht. Das wäre natürlich die Krönung für mich, wenn er sich mit einem meiner Sticker ablichten ließe und das zum Beispiel auf Twitter unter dem Hashtag „DJBoboUltras“ posten würde. Das wäre der ultimative Ritterschlag für dieses Projekt. Also René – falls du das hier liest: Es ist alles gut gemeint. Wir feiern dich! (lacht)

Das Gespräch führte Markus Künzel

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