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Demonstration: „Wir machen die Welt, wie sie uns gefällt“

Um ein Zeichen zu setzen, gingen Mädchen am Mittwoch auf die Straße. Die Schülerinnen demonstrierten in der Innenstadt für Gleichberechtigung. In Zusammenhang mit dem gestrigen Internationalen Mädchentag hat das Frauenreferat Frankfurt den „Walk of Girls“ organisiert.
Bei dem „Walk of Girls“ demonstrierten über 200 Mädchen für Gleichberechtigung. Foto: Holger Menzel Bei dem „Walk of Girls“ demonstrierten über 200 Mädchen für Gleichberechtigung.
Frankfurt. 

Die Demo durch die Frankfurter Innenstadt haben sich die Mädchen gewünscht. Über ein Jahr lang planten sie das Programm zum Internationalen Mädchentag 2017. An der Hauptwache haben sich gestern morgen Mädchen und junge Frauen versammelt, um sich für ihre Rechte stark zu machen.

Linda Kagerbauer, Referentin für Mädchenpolitik und Kultur, begrüßte die über 200 Teilnehmerinnen. Um alle auch richtig einzustimmen, sangen drei Mädchen ein eigens komponiertes Lied. Mit der Unterstützung von dem „Frauen Musik Büro“ haben die acht- bis 16-Jährigen das Lied über lila Luftballons geschrieben und einstudiert. Am Tag der Demo sangen die neunjährigen Mädchen Edda, Ity-I und Claire das Lied „purple ballons in the sky“.

Textlich setzen sich die Mädchen mit den bestehenden Vorurteilen auseinander. Aber auch mit den Vorschriften, wie sie sich beispielsweise zu kleiden haben. „Wir wollen uns kleiden können, wie wir wollen“, fordern sie beispielsweise.

Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne): „Gleichberechtigung ist notwendiger denn je.“ Mädchen müssen lernen, dass sie ein selbstbestimmtes Leben führen können. „Sie müssen sich keine sexuellen Übergriffe gefallen lassen. Und deshalb ist eine frühe Solidarisierung so wichtig“, sagte Rosemarie Heilig.

Gegen Zwangsheirat

Diese Aktionstage bieten den jungen Teilnehmerinnen eine gute Gelegenheit, politische Beteiligung zu erleben. Auf den Plakaten stehen Aussagen wie „keine Zwangsheirat“ oder „Mädchen haben die gleichen Rechte wie Jungs“. In der Vorbereitung haben die Mädchen bei monatlichen Treffen auch über die Farbe und das Design der T-Shirts abgestimmt. Auf der Rückseite der lila Shirts ist „girl power“ zu lesen. „Ich wollte damit zeigen, dass Mädchen auch stark sind“, sagt Schülerin Feriele (13). Ihre Idee für das T-Shirt hat gewonnen. Das Frauenreferat ließ für die Demo 200 T-Shirts bedrucken. Diese trugen die Mädchen zum Protestlauf durch die Innenstadt. Mit Trillerpfeifen und diversen Demo-Sprüchen wie „wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt“ zog die Gruppe lautstark über die Zeil in Richtung Merianplatz. Dort ließen sie hunderte lila Luftballons in den Himmel steigen. Im Jugendhaus Heideplatz, in der Schleiermacherstraße, wurde anschließend gefeiert.

Stärke beweisen

Für die Demo hat das Frauenreferat an den Schulen und auch über das Internet geworben. Für Tabea (16) aus Mörfelden-Walldorf ist es selbstverständlich mitzumachen: „Wir wollen einfach zeigen, dass wir auch Menschen sind und ein Recht auf Gleichbehandlung haben.“ Außerdem wollen sie Stärke demonstrieren. „Bei uns in der Siedlung sind immer ältere Jungs vor den Häusern, und da fühlen wir uns meistens unwohl, wenn wir vorbei laufen müssen“, erzählte Amina (13) aus Griesheim. „Und oft unterhalten sich die Jungs auch darüber, wie sich Mädchen anziehen und schminken sollen. Dabei sollte das jede für sich entscheiden dürfen“, so die Schülerin. „Wir wollen respektiert werden“, sagte auch Nesli (14) aus Frankfurt.

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