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Uni-Leben in Frankfurt: Wir waren beim "Tag der Naturwissenschaft" auf dem Campus Riedberg

Von 3000 Schüler zwischen 15 und 16 konnten gestern und können heute die naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Goethe-Universität kennenlernen. In Vorträgen, mit Experimenten und Führungen will die Uni Lust auf Forschung machen.
Faszinierend! Marlon (16), Maximilian, Sebastian und Felix (alle 15) schauen am Tag der Naturwissenschaft auf den schwebenden Magneten, der eine Spur von Wasserdampf hinter sich herzieht.	Fotos: Lyding Bilder > Foto: Heike Lyding Faszinierend! Marlon (16), Maximilian, Sebastian und Felix (alle 15) schauen am Tag der Naturwissenschaft auf den schwebenden Magneten, der eine Spur von Wasserdampf hinter sich herzieht. Fotos: Lyding
Frankfurt. 

Physik? Chemie? Gar Mathematik? Was in der Schule oft die Horrorfächer schlechthin sind, nimmt sich in einem richtigen Labor oft ganz interessant aus. „Die Fächer können spannend sein, auch wenn man es in der Schule nicht immer glaubt“, sagt Felix. Der 15-Jährige schaut interessiert auf einen kleinen Magneten, der an der Unterseite einer Metallschiene entlangflitzt – ohne Reibung, denn er hat einige Millimeter Abstand, aber er fällt nicht runter. „Es funktioniert nur, solange der Magnet kalt ist“, sagt Philipp Beloiu, Physikstudent und in der Fachschaft Physik. Dann kondensiert auch der Wasserdampf in der kalten Luft unter dem Magneten.

Fasziniert vom Supraleiter

Marlon und Maximilian von der Heinrich-Böll-Schule in Hattersheim schauen ebenso fasziniert dem Experiment mit dem Supraleiter zu wie Sebastian und Felix von der Philipp-Reis-Schule in Bad Homburg. 1500 Schüler der neunten und zehnten Klasse waren gestern insgesamt beim Tag der Naturwissenschaften auf dem Campus Riedberg der Goethe-Universität. Im Otto-Stern-Zentrum haben wissenschaftliche Mitarbeiter und Studenten verschiedene Experimente aufgebaut.

Begrüßt wurden sie vom hessischen Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) und Professor Enrico Schleiff, Vizepräsident der Goethe-Universität. Insgesamt 3000 Schüler aus 39 Schulen besuchen die beiden Tage der Naturwissenschaften, ein Angebot, das die Goethe-Universität bereits zum 14. Mal macht.

So informiert die Universität

Prominenteste Veranstaltung ist die Kinder-Universität, in diesem Jahr vom 4. bis 7. Oktober. 11 000 Kinder von acht bis zwölf Jahren werden in den Hörsälen der Hochschule erwartet.

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„Oft kommen ganze Klassen“, sagt Susanne Mombers, die die Veranstaltung seitens der Studienberatung organisiert. „Die Schüler kommen bis aus Michelstadt und Lampertheim.“ Von den insgesamt 39 Schulen waren allerdings jetzt nur neun Schulen aus Frankfurt angemeldet.

Sinn der Aktion ist, wie Boris Rhein sagte, den Schülern Lust auf die naturwissenschaftlichen Fächer zu machen. Dafür halten Wissenschaftler Vorträge, auf dem Campus gibt es Führungen in die Labore und Werkstätten, und im Foyer des Otto-Stern-Zentrums präsentieren Mitarbeiter ihre Fächer.

Laut Susanne Mombers können Schüler im Gespräch mit den Studenten auch erfahren, was für ein Fach besonders wichtig ist. „Also welche Kurse man besser nicht abwählt, auch wenn man sie nicht so mag“, so Mombers. Enrico Schleiff forderte die künftigen Studenten auf, möglichst viele Fragen zu stellen.

„Bei uns finden besonders die Insekten Interesse“, sagt Jan Jofmann, im Bio-Masterstudiengang und in der Fachschaft Biologie. „Insekten stechen die Tomatenkulturen und die Bakterienkolonien aus.“ Bewegen sie sich doch auch. Für die Schülerin Eva (15) ist es anfangs ein wenig aufregend, eine fast sechs Zentimeter großes „Wandelndes Blatt“, lateinisch Phyllium Philippinica, auf der Hand zu haben. Das grüne Insekt kitzelt auf der Haut, wenn es die Beinchen bewegt. Nach einigen Minuten verliert Eva die Scheu vor dem seltsamen Tier fast ganz. „Ich würde ganz gerne den Leistungskurs Biologie belegen“, sagt Eva (15). Sie besucht das Rudolf-Koch-Gymnasium in Offenbach.

Stefanie Steiner (21) studiert Informatik und ist in der AG Roboter. „Ich war schon mit Jolanda auf der Weltmeisterschaft in Leipzig“, sagt die Studentin. Jolanda ist ein etwa 40 Zentimeter großer Roboter aus Kunststoff. Angetrieben mit Elektromotoren, sind es doch die Programme der Studenten, die den Robotern so etwas wie Leben einhauchen. Eine Gruppe von Schülern bleibt stehen, als Jolanda auf ihrem grünen Spielfeld einen Fußball ansteuert und zu treffen versucht. „Leider sind wir in der Vorrunde schon ausgeschieden“, sagt Stefanie Steiner. Doch was nicht ist, kann noch werden.

Herztöne abhören

Zwei Freundinnen, Louise und Kirsten von der Maintaunus-Schule in Hofheim, hören sich am Stand des Fachbereichs Medizin gegenseitig den Puls ab. „Ich kann gar nichts hören“, sagt Louise ein wenig enttäuscht. Beide jungen Frauen haben zu diesem Zeitpunkt schon zwei 45-minütige Vorträge gehört. „Ich fand Zahnmedizin sehr interessant“, sagt Louise, ihre Freundin Kirsten hingegen die Pharmazie.

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