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Mysteriöse Bauarbeiten im Gutleutviertel: Wird die Bauruine am Westhafen ein Wellnesshotel?

Im Gutleutviertel wird darüber spekuliert, was am Ende des Karpfenwegs auf der Westhafenmole entsteht. Ein Bauschild, das über das Bauvorhaben und den Bauherren hinweist gibt es jedenfalls nicht. Angeblich ist ein Wellness-Hotel geplant.
Seit fast drei Jahren hat sich nichts mehr getan auf der Baustelle am Ende der Karpfenstraße im Westhafen. Mittlerweile sind Bauarbeiter gesichtet worden, das Gebäude soll ein Wellnesshotel werden. Seit fast drei Jahren hat sich nichts mehr getan auf der Baustelle am Ende der Karpfenstraße im Westhafen. Mittlerweile sind Bauarbeiter gesichtet worden, das Gebäude soll ein Wellnesshotel werden.
Gutleutviertel. 

Der Rohbau auf der Westhafenmole ist das Gesprächsthema im Viertel. Auch die beiden Frauen, die in der Stichlingstraße stehen, schauen neugierig in Richtung der Baustelle am Ende der Mole im Karpfenweg und gestikulieren. „Eigentlich kennen sich hier die meisten Anwohner“, sagt eine der Frauen, die wie ihre Bekannte in einem der gehobenen Wohnhäuser im Karpfenweg wohnt. Ihre künftigen Nachbarn kennen die beiden aber bislang noch nicht.

Auch über den Einzugstermin können die beiden Frauen nur spekulieren. Vielleicht steht dieser schon in diesem Jahr, vielleicht aber auch erst im nächsten Jahr an. Eine Handvoll Bauarbeiter ist im Moment auf der Baustelle tätig. Weil allerdings kein Bauschild darauf verweist, was hier genau entsteht, muss Planungsamtssprecher Mark Gellert aushelfen. „Ein Spa oder ein Wellnesshotel soll dort entstehen“, sagt er.

Entsprechende Pläne wurden der Öffentlichkeit schon im Jahr 2011 vorgestellt. Die City Works Planungs GmbH hatte damals in einer Sitzung des Ortsbeirates 1 (Bahnhofsviertel, Gallus, Gutleut, Innenstadt, Altstadt) stolz bekanntgegeben, ein Gebäude mit einem großen Swimming-Pool auf dem Dach, drei Saunen und einem Fitnesscenter sowie einem gesundheitsorientiertes Restaurant bauen zu wollen.

Seit Herbst 2013 aber passierte nicht mehr viel am Ende des Karpfenweges. Der Rohbau verkam zur Bauruine, an die Wände sprühten Sprayer ihre bunten Graffiti und Schriftzüge. Wie Gellert berichtet, wechselte im September 2015 der Eigentümer des Grundstücks. Die Gerüchteküche brodelte anschließend. Anwohner befürchteten gar, dass im Karpfenweg ein Edelbordell entstehe, vielleicht aber auch eine große Spielhalle. Beides ist nach Angaben von Gellert aber laut Bebauungsplan nicht gestattet – Fremdenverkehrs- oder Ferieneinrichtungen hingegen schon.

Klingenschild fehlt

Bauherrin ist die Bin Jassim GmbH. Die Gesellschaft ist zwar eingetragen im Handelsregister, aber eine Telefonnummer im Internet nicht aufgeführt. Nur eine Adresse in der Hamburger Allee ist angegeben. An dem Gebäude mit der Hausnummer 45 gibt es viele Klingelschilder, eine Bin Jassim GmbH ist allerdings nicht dabei. Nur ein Briefkasten mit der Aufschrift Bin Jasim GmbH ist zu finden. Doch selbst Menschen, die in dem Haus ein und ausgehen, haben noch nie etwas von der Gesellschaft gehört.

Bauschild anbringen

Es bleibt Simone Zapke, Leiterin der Frankfurter Bauaufsicht. Nähere Informationen über den Bauherr darf sie zwar nicht bekanntgeben. „Das verbietet der Datenschutz“, sagt sie. Zweifel an der Seriosität des Bauherrn hat Zapke jedoch keine. „Wir stehen mit ihm in Kontakt und können die Ansprechpartner jederzeit erreichen“, versichert Zapke. Dass die Bin Jassim GmbH in Frankfurt nur in Form eines notdürftig beklebten Briefkastens existiert, stört sie nicht. Gegen das Fehlen eines Bauschildes möchte sie jedoch etwas unternehmen: „Wir schauen zu, dass dort möglichst schnell eines aufgestellt wird.“

Für mehr Transparenz kann aber auch Zapke nicht sorgen: „Wir können den Bauherrn nicht dazu auffordern, Details über sein Projekt bekannt zu geben“, sagt sie.

Offenbar will er das auch gar nicht. Der freundliche Mann, der sich bei unserem Besuch im Westhafen kurz auf der Baustelle umgeschaute, hatte zwar auf die Frage, wer der Bauherr sei, um eine Visitenkarte gebeten und versichert, dass der Bauherr noch am gleichen Tag telefonisch alle Fragen zum Projekt beantworten werde. Doch auch Tage später hat sich der angekündigte Anrufer nicht gemeldet.

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