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General Aviation Terminal: Wo die Promis starten und landen

Von Im „General Aviation Terminal“ am Frankfurter Flughafen geben sich Hollywoodstars, Profifußballer und Regierungschefs die Klinke in die Hand. Denn dort, im Süden des Airports, werden nur Privatjets abgefertigt.
Das Abfertigungsgebäude für Prominente aus dem Showbiz oder der Politik weist von außen nicht viel Glamour auf. Bilder > Das Abfertigungsgebäude für Prominente aus dem Showbiz oder der Politik weist von außen nicht viel Glamour auf.
Frankfurt. 

Der US-amerikanische Sänger Pharrell Williams war erst kürzlich da. Auch Angela Merkel, Barack Obama und Leonardo DiCaprio sind schon ein- und ausgegangen. Ebenso Profifußballer Mesut Özil, Rihanna und Madonna. Sie alle sind mit ihrem Privatjets am „General Aviation Terminal“ (GAT) ganz im Süden des Frankfurter Flughafens angekommen oder abgeflogen.

Das spezielle, zu deutsch, Terminal für die Allgemeine Luftfahrt ist ausschließlich für die Abfertigung von Privatjets und Firmenfliegern zuständig, genutzt von Politikern, Wirtschaftsbossen, Sportlern und Hollywoodgrößen – eben jenen, die sich ein eigenes Privatflugzeug leisten oder von Amtes wegen auf ein solches zurückgreifen kann. Im Schnitt werden 30 Flugzeuge am Tag am „General Aviation Terminal“ abgefertigt. Und wie jede andere Passagiermaschine benötigen auch die Privatjets einen sogenannten Slot, ein Zeitfenster, in dem sie am Airport starten oder landen dürfen. Zwei Privatmaschinen pro Stunde sind einkalkuliert. Sie werden von der Deutschen Flugsicherung in den Strom der planmäßigen Linienflüge eingereiht. Dass das funktioniert, darum kümmern sich die Mitarbeiter des GAT. „Wir sind Mädchen für alles“, sagt der Betriebsleiter Kai Kowalewski. „Wir holen die Gäste mit einer Limousine an der Maschine ab, kümmern uns um das Gepäck und die Versorgung der Crew.“ Von der Flugzeugreinigung über das Catering bis hin zur Versorgung der Piloten mit allen wichtigen Flugdokumenten – alles übernimmt das Personal, das 365 Tage im Jahr rund um die Uhr arbeitet.

Den pompösen Flugzeugen ganz nah: Sascha Küster ist Broker für Privatjets, stets bemüht, das beste Angebot für seine reiche Klientel ausfindig zu machen.
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Sascha Küster sorgt dafür, dass am General Aviation Terminal die Arbeit nie ausgeht, denn er vermittelt über seine Firma „Deutsche Luftfahrzeug Vermittlung“ Flugzeuge, die ebendort, am Terminal

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Kurze Wege

 

„Die Gäste, die wir hier begrüßen, haben es immer eilig. Sie wollen sich nicht lange aufhalten“, sagt Kowalewski. „Wir sind ein schnelles Einfallstor für den Flughafen.“ Und so besitzt das „General Aviation Terminal“ eigene Parkpositionen für die Jets, Sicherheits- und Passkontrollen. Die Wege sind kurz und unkompliziert. An der Sicherheitskontrolle muss niemand lange anstehen. Die Jets stehen direkt vor dem Gebäude und sind innerhalb weniger Minuten zu erreichen.

„Und Sie haben bei uns Ruhe, können inkognito bleiben“, so der Betriebsleiter. Denn: „Diskretion ist für uns das A und O.“ Fotos mit den Stars machen oder sie gar nach einem Autogramm zu fragen ist tabu. Dennoch plaudert Kowalewski ein bisschen aus dem Nähkästchen. So sei Arnold Schwarzenegger im vergangenen Jahr da gewesen – klassisch mit einer großen Sonnenbrille auf der Nase und Zigarre im Mund. „Das war schon toll. Er hat es geschafft, den ganzen Raum für sich einzunehmen, war dabei aber sehr sympathisch und hat jeden einzelnen von uns begrüßt.“ Und Joe Cocker, der würde den Betriebsleiter stets mit „Hello, my friend“ begrüßen, war er doch schon öfter am GAT. Beeindruckt hat ihn aber auch der Scheich, der mit seiner Großfamilie mit einer Boeing 747 durch die Welt reist, die mit goldenen Wasserhähnen, einem sündhaft teuren Teppichboden und Kingsize-Bett ausgestattet ist. Neidisch, das sei er aber angesichts solchen Reichtums nicht. „Wenn es jemand geschafft hat, sich so etwas leisten zu können, soll er es auch machen“, sagt Kowalewski. „Man lebt nur ein Mal.“

 

Kein prächtiger Bau

 

Wenn man das „General Aviation Terminal“ betritt, mag man allerdings kaum glauben, dass dort die Prominenz ein- und ausgeht. Bei dem Gebäude handelt es sich nicht um einen prächtigen Bau. Unscheinbar kommt er daher. Auch innen fehlt jeglicher Glanz. Verschlissene, blaue Ledersessel sind der einzige Farbtupfer. „Das GAT wurde Anfang der 90er Jahre eröffnet, zu einer Zeit, als die private Fliegerei noch in den Kinderschuhen steckte“, erklärt Kai Kowalewski. Seitdem sei wenig an dem Gebäude verändert worden. Außerdem stand in den vergangenen Jahren immer wieder ein Abriss zur Debatte, soll doch unweit des Gebäudes das neue Terminal 3 gebaut werden. „Erst im vergangenen Jahr wurde beschlossen, dass wir bis 2020 definitiv hier bleiben.“ Anschließend soll ein neues Gebäude nahe der Startbahn West gebaut werden. „Dann muss man auch nicht mehr durch die ganze Cargo City Süd zu uns fahren.“

Bis dahin wird das Terminal jedoch – zumindest ein wenig – herausgeputzt. Bis zum Frühjahr soll es sukzessive während des Betriebs renoviert werden. Der Boden wird ebenso erneuert wie die Toiletten, modernere Möbel werden geliefert, die Wände gestrichen. Und so werden sich die Stars und Sternchen auch weiterhin die Klinke in die Hand geben.

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