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Interkulturelle Schule: Wo lernen richtig Spaß macht

Von Kleine Klassen, Ganztagsunterricht und Englisch ab der ersten Klasse sind Markenzeichen der noch jungen Interkulturellen Schule. Nun plant die Leitung mit dem Aufbau einer Integrierten Gesamtschule.
Ismail Özkan, Gesellschafter der Schule, vor dem Schild mit den Werten, die hier besonders groß geschrieben werden. Foto: Holger Menzel Ismail Özkan, Gesellschafter der Schule, vor dem Schild mit den Werten, die hier besonders groß geschrieben werden.
Frankfurter Berg. 

Lebhaft geht es zu in dem kleinen Klassenraum, in dem ein Dutzend Kinder sitzen, vom Erst- bis zum Viertklässler. Masoum Naderi, Englischlehrerin und pädagogische Leiterin der privaten Grundschule, hält Karten mit Bildern in der Hand, die sie den Kindern zeigt. „Can you see what it is?“ – „Könnt ihr sehen, was das ist?“, fragt sie auf Englisch. Alle Finger schnellen in die Höhe, obwohl sie das Bild fast komplett verdeckt. „A pencil“ – „ein Stift“, antwortet Sarah (6). Naderi zeigt das Bild eines lächelnden Mädchens. „Ist sie traurig?“, fragt sie auf Englisch. „Nein, glücklich“, antwortet Gioia (7). Das Frage- und Antwortspiel geht weiter, alle Kinder kommen mal zu Wort – so macht Englischunterricht sichtlich Spaß. „Das ist eine der Besonderheiten unserer Schule: Wir bieten Englisch ab der ersten Klasse, auf Basis des Cambridge Certificate“, erklärt Klaudia Steimle, Sportlehrerin und Sprecherin der Interkulturellen Schule Rhein-Main (IKS).

Privatschule, Englisch ab der ersten Klasse – da denkt man gleich an Elitenförderung. Doch das sei mitnichten so, sagt Ismail Özkan, Gesellschafter der Schule, und verweist darauf, dass das Schulgeld mit 280 Euro im Monat eher niedrig ist, dass es auch Stipendien für Kinder gibt, die sich das Schulgeld nicht leisten können. „Wir heißen nicht nur Interkulturelle Schule, wir leben das auch.“

Europäische Kultur

Respekt sei hier ein wichtiges Schlagwort. Vor anderen Religionen, vor der Herkunft des anderen. „Frankfurt ist eine sehr facettenreiche Stadt. Diese Vielfalt wollen wir abbilden.“ Dabei stehe nicht nur die Kultur der Länder im Mittelpunkt, aus der die Familien der Kinder stammen, rund die Hälfte hat einen Migrationshintergrund. „Es geht uns auch darum, eine europäische Kultur zu vermitteln, wir wollen zu Internationalität erziehen. Dazu gehören auch Werte wie Solidarität oder Demokratie.“

Entstanden sei die Interkulturelle Schule aus der 1954 von Walter Hierse gegründeten „Handelsschule Hierse“, erklärt Özkan. Zunächst gab es eine zweijährige Berufsfachschule und eine einjährige Höhere Handelsschule. Ein Jahr später kamen die zweijährige Höhere Berufsschule und eine Fachoberschule mit Schwerpunkt Wirtschaft hinzu.

Seit der Fusion des Trägers, des Gemeinnützigen Schulvereins, mit der European Academy of Economics firmiert die Schule als Interkulturelle Schule Rhein-Main, die 2012 in die Homburger Landstraße in Preungesheim zog und nun seit einigen Wochen im Kaiserkronenweg 1 eine neue Heimat fand. Zu früheren Zeiten habe die Berufsschule zwischen 700 und 1000 Schüler gehabt, auch sein Sohn habe einst die Schule besucht, sagt Özkan. Heute sind es 76 in der Berufsschule und 40 in der Grundschule. „Die Grundschule entstand, als wir 2011 ein neues Konzept erarbeiteten. Wir überlegten, welche Schulformen gut zu uns passen.“ So entstand auf Elternwunsch die Grundschule. Los ging es 2012 mit sieben Schülern, die heutige erste Klasse besuchen 16 Kinder. „Wir hatten 61 Anmeldungen, aber wir konnten nicht alle nehmen.“

Kleine Klassen

Die Grundschule setzt auf kleine Klassen, um eine möglichst gute Betreuung aller Kinder zu gewährleisten. „Wir haben eine zweimonatige Beobachtungsstufe. Danach besprechen wir mit den Eltern, wie wir ihre Kinder am besten fördern können“, sagt Özkan. Neben dem Standardunterricht gebe es Lernwerkstätten, etwa für Lesen, Rechnen. Insgesamt werden sechs Themenbereiche abgedeckt. „Eine Besonderheit ist auch, dass wir bis 16 Uhr Unterricht haben. Die Kinder machen ihre Hausaufgaben in der Schule, beaufsichtigt von den Lehrkräften“, sagt Steimle. Betreut werden die Kinder darüber hinaus auf Wunsch ab 7.30 Uhr und bis 18 Uhr.

Um den Schülern eine Perspektive über die vierte Klasse hinaus zu bieten, hat die IKS die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule beantragt, die möglichst nach den Sommerferien mit einer fünften Klasse starten soll. Weil Gelände und Räume im Kaiserkronenweg für dann drei Schulen irgendwann zu klein werden, hat die IKS im nahen Gewerbegebiet August-Schanz-Straße ein 10 000 Quadratmeter großes Grundstück für einen Neubau gekauft.

Wer sich über das Programm der Interkulturellen Schule Rhein-Main informieren möchte, kann dies am morgigen Samstag zwischen 10 und 14 Uhr tun. Beim Tag der offenen Tür präsentieren dann die Grundschüler Themen aus ihrem Unterricht. Schüler der Berufsschule helfen bei der Organisation. Infos gibt es im Internet unter www.iks-rhein-main.de.

 

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