E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Frankfurt am Main 18°C

Wo schon Bernhard Langer golfte

Von Der Frankfurter Golf Club feiert sein 100-jähriges Bestehen. Das Jubiläumsjahr beginnt heute mit einem Festakt im Kaisersaal des Römers.
Die deutsche Golf-Meisterin Milly Reuter beim Abschlag um 1939.	Foto: FGC Clubarchiv / Repro: Salome Roessler Die deutsche Golf-Meisterin Milly Reuter beim Abschlag um 1939. Foto: FGC Clubarchiv / Repro: Salome Roessler
Niederrad. 

Der Blick von der Terrasse der ersten Etage des Clubhauses des Frankfurter Golf Clubs (FGC) auf das Grün des Platzes lässt erahnen, wie hier Natur und Sport eine gelungene Verbindung eingehen. Die Anlage ist weitläufig und der gepflegte Rasen wird immer wieder flankiert von Bäumen. Der Golfplatz des FGC liegt in einem Teil des Stadtwaldes. Golfstraße 41 lautet die Anschrift. Hier ist nicht viel vom Lärm der Mainmetropole zu hören. Elf Mitarbeiter des sogenannten "Greenkeeping-Teams" kümmern sich um die Pflege des rund 64 Hektar großen Geländes. Es handelt sich um städtisches Gelände, das vom FGC gepachtet ist. Hierauf verteilt sind die 18 Spielbahnen. Rund viereinhalb Stunden dauert es, um jede einmal zu spielen.

Große Tradition

Es ist ein traditionsreicher Ort. Der FGC feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Dass dessen Gründung am 3. März 1913 möglich wurde, ist vor allem der Initiative und dem Engagement des Mitbegründers Carl von Weinberg (1861-1943) zu verdanken. Der Frankfurter Kaufmann, Unternehmer und Stifter, an den heute etwa der Waldspielpark Carl von Weinberg in Niederrad erinnert, war auch der erste Präsident des FGC. 20 Jahre lang führte er dieses Amt aus. So ist es in der Chronik nachzulesen, die anlässlich des Jubiläums erschienen ist. Zunächst befand sich das Domizil des Golf Clubs noch am Hofgut Goldstein. Hier spielte man auf einem 9-Loch-Platz. Dieser wurde am 4. September 1913 mit einem Eröffnungsmatch zwischen Prinz Albert zu Schleswig-Holstein und dem ersten Frankfurter Golfprofi Joseph G. Longhurst eingeweiht. Der Umzug an den heutigen Standort erfolgte Ende der 1920er Jahre. Gründe hierfür waren zum einen das immer größere Interesse an dem Sport, zum anderen plante die Stadt, am vorhergehenden Standort des FGC eine Siedlung zu errichten.

Gestaltet wurde die Parklandschaft des neuen Platzes von dem britischen Golfplatzarchitekten Harry Colt, auf dessen Idee ein 18-Loch-Platz gebaut wurde. Die Spielbahnen verdoppelten sich somit. Am 30. September 1928 wurde die Anlage eröffnet. Im Jahr 1929 wurde das von dem Schwanheimer Architekten Hans Belz im englischen Landhausstil errichtete Clubhaus fertiggestellt, das Besucher heute als erstes sehen, wenn sie auf den Parkplatz fahren. Im Foyer des Gebäudes wird an Carl von Weinberg erinnert. In einer Vitrine ist dieser auf einem Plakat zusammen mit seiner aus England stammenden Frau May abgebildet. Darunter ist ein Abriss seines Lebens nachzulesen. Zurzeit wird das Innere des Clubhauses neu gestaltet, insbesondere das Clubrestaurant und die Terrasse. Beides soll demnächst wieder für die Mitglieder zur Verfügung stehen. "Wir planen dort eine Ausstellung in Petersburger Hängung mit historischen Fotografien", sagt Sanja Bradley, seit 2008 Clubmanagerin des FGC.

Auf der nächsten Seite: German Open

Berühmte Golfer wie Bernhard Langer, Mark McNulty oder der verstorbene Severiano Ballesteros spielten schon auf der Anlage. Der FGC war in seiner Geschichte bereits zwölfmal Gastgeber der German Open und Austragungsort weiterer Turniere wie den Internationalen Amateurmeisterschaften oder der Mannschaftseuropameisterschaft. Der Club feierte in der Vergangenheit zahlreiche nationale und internationale Mannschafts- und Einzeltitel unter anderem achtmal die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Im Jubiläumsjahr spielen die Damen-, die Herren- und die Seniorenmannschaft des FGC in der Ersten Liga. "Golf ist ein Sport, denn man auch im Alter noch ausüben kann. Das sagte schon meine Mutter", erzählt Gesa Buring, Präsidentin des FGC. Sie ist seit 1968 Mitglied im Club, begann mit 21 Jahren damit, das Golfen zu lernen. Heute beginne man meist viel früher. Von den heute etwa 1300 Mitgliedern des Clubs seien rund 200 Kinder und Jugendliche. "Der Frankfurter Golf Club ist sehr aktiv in der Nachwuchsförderung", fügt Bradley hinzu. So wurde der FGC bereits dreimal mit dem "Grünen Band" des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Commerzbank für vorbildliche Talentförderung und Jugendarbeit ausgezeichnet. 2010 wurde der FGC von einer Fachzeitschrift für Golf unter die drei besten Golfanlagen bundesweit gewählt und im vergangenen Jahr mit dem Golf & Natur Zertifikat in Bronze des Deutschen Golfverbandes (DGV) ausgezeichnet.

Weitere Informationen zum FGC gibt es im Internet unter www.fgc.de.

Zur Startseite Mehr aus Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen