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Wo sich Senioren fit halten

Anderen Trainingsgeräte, ein dezentes Ambiente und keine langfristigen Verträge – damit wirbt der Frankfurter Verband für das erste Fitness-Studio der Stadt, das speziell auf Senioren zugeschnitten ist. Mike Schubert, Leiter des Gesundheitszentrums des Frankfurter Verbands im Sozialzentrum Marbachweg, zeigt dem Ehepaar Edeltraut Hahn-Fallica (rechts) und Carmelo Fallica am Eröffnungstag von Frankfurts erstem Senioren-Fitness-Center, wie sie die Geräte richtig benutzen.	Foto: Martin Weis Mike Schubert, Leiter des Gesundheitszentrums des Frankfurter Verbands im Sozialzentrum Marbachweg, zeigt dem Ehepaar Edeltraut Hahn-Fallica (rechts) und Carmelo Fallica am Eröffnungstag von Frankfurts erstem Senioren-Fitness-Center, wie sie die Geräte richtig benutzen. Foto: Martin Weis

Eckenheim. 

Schon drei Mal hat Edeltraut Hahn-Fallica im neuen Fitnesszirkel für Senioren trainiert, obwohl es offiziell noch gar nicht geöffnet war. "Es ist einfach toll. In einem normalen Fitnessstudio hätte ich keine Lust zu trainieren", sagt die 75-Jährige. Heute hat sie ihren Mann Carmelo Fallica (79) "mitgeschleppt, damit er das mal ausprobiert", sagt sie. Doch der sieht gar nicht genervt und "mitgeschleppt" aus: Nach einer ersten Probe gefallen auch ihm die Trainingsgeräte. "Ich esse einfach zu gerne Pasta", lacht der gebürtige Italiener und zeigt auf seinen Bauch. Den ersten Nutzern scheint es also zu gefallen: Frankfurts erstes Fitness-Center speziell für Senioren. Eröffnet hat es der Frankfurter Verband in seinem Gesundheitszentrum im Schliemannweg.

Training ohne Jugendwahn

Aber wieso braucht man unbedingt ein Fitness-Center für Senioren? Es gibt doch auch bei Vereinen und in kommerziellen Fitness-Zentren Angebote für Senioren. "Zum einen ist es die Atmosphäre in den Fitness-Studios, die Senioren oft abschreckt, sagt Mike Schubert, der Leiter des Gesundheitszentrums und Ideengeber für das neue Angebot. "Selbst jüngere Menschen scheuen ja oft davor zurück, dort zu trainieren. Weil sie das Gefühl haben, dort herrsche ein Sport-, Fitness- und Jugendwahn, dem sie nicht folgen wollen", sagt Frédéric Lauscher, Geschäftsführer des Frankfurter Verbands.

Auf die Idee gebracht hätten ihn Klagen von Nutzern des Gesundheitszentrums, ihre Ärzte würden ihnen weniger Gymnastik verschreiben, sagt Schubert. "Wir überlegten, wie wir ihnen einen bezahlbaren Ersatz anbieten können." Etwa ohne langfristige Verträge wie in vielen Fitnessstudios, "die wollen Senioren meist nicht abschließen. Hier zahlen sie 25 Euro pro Monat. Wer nicht mehr will, hört im nächsten Monat auf."

Aber auch die Geräte sind anders als jene Trainingsmaschinen in "normalen" Fitness-Centern, sagt Schubert. "Zum einen sind sie kleiner, sie erschlagen die Senioren nicht mit ihrer schieren Größe, wenn sie sie das erste Mal sehen." Denn die Senioren trainierten oft zum ersten Mal in einem Studio. "Zum anderen haben die Geräte keine Gewichte, sondern arbeiten mit Gasdruck. Je stärker man drückt, desto stärker wird der Widerstand. Jeder entscheidet selbst, wie er trainiert." Dass das wichtig ist, erlebte Sozial- und Seniorendezernentin Daniela Birkenfeld (CDU), die zur Eröffnung kam, schon am eigenen Leibe. "Einmal stellte ich im Fitnessstudio die Gewichte zu schwer ein. Das tat meinem Rücken gar nicht gut", erzählt sie. "Mit diesem Geräten hier kann so etwas nicht passieren."

Automatisch passen sich die Geräte der Körpergröße des Nutzers an, erklärt Schubert. Der Fitnesszirkel ist ein regelrechter Parcours. "Die Besucher trainieren an jedem Gerät eine Minute." Nach einer Minute Pause wechseln sie zum nächsten Gerät. "Für alle acht Geräte brauche ich mit Pausen eine dreiviertel Stunde", sagt Edeltraut Hahn-Fallica.

Das Flair der 70er Jahre

Die alten Kacheln an der Wand und auf dem Fußboden versprühen das Flair der 1970er Jahre. Aufgepeppt haben Schubert und seine Mitarbeiterinnen die Räume mit hellgrünen Flächen, kleinen Spiegel-Kacheln und einem Farbtupfer hier und da. "Ich mag die 70er, und unsere Nutzer waren damals 30, 40 Jahre jung. Vor allem die Frauen loben, wie schön alles geworden ist."

Früher, erzählt Schubert, habe der Frankfurter Verband in diesen Räumen Moorpackungen und Unterwassermassagen angeboten. "Aber das ist heute nicht mehr so gefragt." Er freue sich, dass sich schon 40 Kunden angemeldet hätten. "Wenn es gut läuft, eröffnen wir auch in anderen Stadtteilen Frankfurts ähnliche Fitnesszirkel", sagt Lauscher. Schließlich sei der Frankfurter Verband überall in der Stadt aktiv.hau

Das Gesundheitszentrum im Sozialzentrum Marbachweg des Frankfurter Verbandes ist im Schliemann 12-14. Infos etwa zu den Öffnungszeiten gibts unter der Telefonnummer 2 99 80 72 78.

(Andreas Haupt)
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