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Wohnbebauung im gemischten Doppel

Lange war die Zukunft des Bürohochhauses in der Stresemannallee 61 sowie der angrenzenden Liegenschaft in der Tiroler Straße 103 bis 105 ungeklärt. Nun verwandeln die Bien Immobilien GmbH sowie die Bien-Ries AG das Bürogebäude und dessen Nachbargrundstück in Wohnungen.
Sachsenhausen. 

Seit 1959 ist Hans Bien im Immobiliengeschäft tätig. Von Sägewerken über Einfamilienhäuser bis hin zu Bürogebäuden hat der Architekt so ziemlich alles geplant und verwirklicht, was man sich vorstellen kann. Doch: „Für mich ist es das erste Mal, dass ich aus einem Bürohochhaus ein Wohngebäude mache“, sagt Bien. Bereits im Mai 2014 sollen die 45 Mietwohnungen bezugsfertig sein, versichert der Architekt und wirkt dabei fast wie ein Kind, das es kaum erwarten kann, sein neues Spielzeug auszupacken.

Im Mai 2012 erwarb Bien das 14-stöckige Bürohochhaus in der Stresemannallee 61 von Christian Freiherr von Bethmann, der sich jahrelang mühte, die schwer vermittelbaren Immobilie an den Mann zu bringen. Wie berichtet sollte hier einst ein Ärztezentrum und später ein Studentenwohnheim entstehen. Doch die hohen Kosten für den Umbau und die brandschutztechnische Ertüchtigung des in den 1950er-Jahren errichteten Stahlbetonklotzes schreckten viele Investoren ab.

Wohnen mit Skyline-Blick

Was er für das Bürohochhaus bezahlen musste, möchte der Chef der Bien Immobilien GmbH nicht verraten. Doch allein der Umbau des Gebäudes werde knapp zehn Millionen Euro kosten. Seit Anfang des Jahres wuseln die Handwerker im Hochhaus umher. Das Gebäude ist bereits vollständig entkernt, die zu erneuernde Fassade ist mit einem grünen Sicherheitsnetz versehen. In den oberen Stockwerken werden bereits die neuen Fenster eingebaut. Auf einen Quadratmeterpreis für die 34 bis 137 Quadratmeter großen Wohneinheiten will sich Hans Bien noch nicht festlegen. Doch gerade die Penthouse-Etagen mit unverbautem Skyline-Blick dürften wohl mehr als 13 Euro pro Quadratmeter kosten.

Kita im Erdgeschoss

Gleichwohl soll das einstige Bürohochhaus vor allem für junge Familien attraktiv sein. Neben einer ausgezeichneten Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr kann der Standort auch mit guter fußläufiger Nahversorgung punkten. Zudem soll im Erdgeschoss sowie im ersten Stock eine Kindertagesstätte mit je zwei Betreuungsgruppen für Kinder unter sowie über drei Jahren entstehen. 700 Quadratmeter sind für die Kita eingeplant. Der Mietvertrag mit dem künftigen Träger, dem Verein BVZ, sei bereits unterzeichnet.

Parkplatzsorgen dürften durch die Umbau vom Büro- zum Wohnhochhaus nicht aufkommen. Den 45 Mietparteien stehen insgesamt 53 Tiefgaragenplätze in der nahen Tiroler Straße zur Verfügung. Weitere 19 Stellplätze gibt es direkt vor der Stresemannallee 61. Aber: „Wir müssen auf acht Stellplätze zurückbauen. Der Rest soll begrünt werden“, verweist Hans Bien auf eine Auflage der Stadt.

Die Mitnutzung der Tiefgaragenplätze in der nahen Tiroler Straße erklärt Hans Bien durch den Umstand, dass sein Geschäftspartner Wolfgang Ries von der Bien-Ries AG den Zuschlag für die jahrelang brachliegende Liegenschaft in der Tiroler Straße 103 bis 105 erhielt. Für Ex-Eigentümer Christian von Bethmann sei es weniger umständlich gewesen, beide durch die gemeinsame Tiefgarage verbundenen Objekte in einem Zug zu verkaufen, als diese an zwei verschiedene Unternehmen abzutreten.

Während Hans Bien sich voll auf den Umbau des einstigen Bürohochhauses konzentriert, treibt sein Geschäftspartner Ries gleich nebenan den Bau von 35 - teilweise barrierefreien - Eigentumswohnungen voran. Die Quadratmeterpreise für die Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen sollen, inklusive Tiefgaragenstellplätzen, zwischen 3800 und 4500 Euro liegen. Der Preis für das 161 Quadratmeter große Penthouse beläuft sich auf 787 000 Euro, also auf knapp 4900 Euro pro Quadratmeter. Nach zwei Monaten sei bereits knapp die Hälfte der Wohnungen des Projekts „Hurry up, Marc!“ vermarktet. Bis Ende 2014 sollen die Wohnungen bezugsfertig sein.

Tor zur Tiroler Straße

Nicht zufällig ähneln sich die beiden Bauprojekte in ihrem architektonischen Antlitz. „Wir versuchen, eine Tor-Situation zur Tiroler Straße zu schaffen“, erläutert Ries, dessen Neubau ein Investitionsvolumen von gut elf Millionen Euro haben wird. Über den Kaufpreis schweigt Ries ebenso wie sein Mitstreiter Bien.

Wolfgang Ries ist in der Frankfurter Immobilienszene kein unbeschriebenes Blatt. Besonders aktiv mischte er bei der Bebauung des Riedbergs mit. Der erste Bauabschnitt des aktuellen Neubauprojekts „feelin good“, stehe kurz vor der Fertigstellung und soll Ende des Jahres fertig werden. Inzwischen seien 76 von 79 Wohnungen verkauft. Beim zweiten Bauabschnitt habe man jüngst mit den Erdarbeiten begonnen. Bereits jetzt sei die Hälfte der 76 Wohnungen vermarktet. Diese sollen Ende 2014 bezugsfertig sein.

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