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Ausstellung präsentiert die Projekte Nika und Niddastern: Wohnen, wo jeder auf jeden achtgibt

In der Ausstellung „Living in the Office – neues Wohnen im Frankfurter Bahnhofsviertel“ zeigt das Stadtteilbüro die zwei gemeinschaftlichen Wohnprojekte.
Melanie Bareuther und Thorsten Schraut erläutern anhand von Plakaten, was sich hinter dem gemeinschaftlichen Wohnprojekt „Niddastern“ verbirgt. Foto: Rainer Rueffer-- FRANKFURT AM MA Melanie Bareuther und Thorsten Schraut erläutern anhand von Plakaten, was sich hinter dem gemeinschaftlichen Wohnprojekt „Niddastern“ verbirgt.
Bahnhofsviertel. 

Sie kennen sich seit vielen Jahren, wohnen und arbeiten rund um das Bahnhofsviertel. „Wir Freiberufler und Künstler können nicht gerade eine üppige Rente erwarten. Da fragt man sich schon, ob man sich alleine die stetig teurer werdenden Wohnungen noch leisten kann“, sagt Thorsten Schraut, Inhaber einer Agentur für Webdesign. Gemeinsam haben die sechs Frankfurter zwischen 40 und 60 Jahren deshalb ein Domizil gesucht – und gefunden: Das derzeit eher unscheinbare Geschäftshaus früherer Pelzhändler mit seiner hellen Fassade sehen sie als ihren Wohnraum für die Zukunft – und als einen echten Stern in der Niddastraße, daher der Name „Niddastern“.

Platz für 40 Leute

Gleich um die Ecke in der Karlstraße wagen sich 35 neue Bewohner vom Kleinkind bis zum Senior an das gemeinschaftliche Wohnprojekt „Nika“. „Wir haben sogar Platz für bis zu 40 Leute“, sagt Jeronimo Voss.

Flexible Wohngemeinschaften mit variablen Grundrissen, gemeinsamen Küchen und Bädern und Gemeinschaftsräumen, das versucht man in rund 60 Wohnprojekten, die im Verein „Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen“ zusammengeschlossen sind. Zwei von ihnen stellen ihre Ideen im Stadtteilbüro Bahnhofsviertel vor: der „Niddastern“ plakativ, das Projekt „Nika“ künstlerisch inspiriert auf neun aufklappbaren, beschrifteten Fensterscheiben.

Einsteigen durchs Fenster

„Die geöffneten Fenster laden ein, in das Innenleben des Wohnprojekts einzusteigen“, findet Julia Wahl, Mitarbeiterin im Stadtteilbüro. Die Preise auch. Im Fall von Nika liegen sie zwischen 9 und 10 Euro pro Quadratmeter.

„Die Zwei-Zimmer-Wohnung mit Küche und Bad passt nicht mehr zur Lebenswirklichkeit vieler Menschen“, betont Birgit Kasper vom Verein Netzwerk Frankfurt für gemeinschaftliches Wohnen. Über einen Liegenschaftsfonds vermittelt der Verein städtische Immobilien an selbstorganisierte, gemeinschaftliche Wohninitiativen. Auch der demographische Wandel begünstige „Wohnformen, in denen man vor Schicksalsschlägen besser geschützt ist, weil jeder auf jeden achtgibt“.

„Es geht aber auch darum, Alternativen zu einem Wohnmarkt zu finden, auf dem derjenige den Zuschlag erhält, der zuerst da ist, die besten Beziehungen unterhält und am meisten Geld bietet“, betont Kasper. Rechtlich agieren die Eigentümergemeinschaften wie juristische Personen: So werden die Mieter in der Nidda-/Karlstraße zu Eigentümern in der „Hausprojekt Nika GmbH“. Der „Hausverein Nika“ ist für die persönlichen Belange der Mieter zuständig, die im Plenum ihre Angelegenheiten mehrheitlich und einvernehmlich zu regeln versuchen. Inzwischen, so Voss, sei das Eigenkapital von 720 000 Euro für die veranschlagten 3,5 Millionen Euro für Kauf und Umbau durch viele Einzelkredite mehrheitlich beisammen. „Wir können im Januar 2018 anfangen und Mitte 2019 einziehen“, hofft Voss.

Für das Wohnprojekt Niddastern suchen die Bewohner noch nach der richtigen Organisationsform. „Wir werden wahrscheinlich eine GmbH & Co KG gründen“, sagt Melanie Bareuther. Dort werden für Kauf und Sanierung 1,4 Millionen Euro veranschlagt. „Die einzelnen Etagen sind mit ihrem Loftcharakter sehr reizvoll, doch der Umbau der früheren Geschäfts- oder Atelierräume mit Miniküchen und-bädern stellt auch eine Herausforderung dar“, räumt Schraut ein. Im März soll der Ausbau beginnen. Jeder gehe an seine Grenzen, wer etwas mehr hat, helfe Mitbewohnern mit etwas weniger Ressourcen, erklären Schraut und Bareuther.

 

(got)
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