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Planungsausschuss: Wohnungsbauprogramm: Frankfurt will von Hamburg lernen

Von Der Planungsausschuss des Stadtparlaments hat gestern neue Richtlinien für den geförderten Wohnungsbau beschlossen. Zudem genehmigt sich das Gremium eine Studienreise nach Hamburg.
Die Elbphilharmonie, das Wahrzeichen der Hafencity in Hamburg, die demnächst die Mitglieder des Frankfurter Planungsausschuss besuchen werden. Foto: Axel Heimken (dpa) Die Elbphilharmonie, das Wahrzeichen der Hafencity in Hamburg, die demnächst die Mitglieder des Frankfurter Planungsausschuss besuchen werden.
Frankfurt. 

Die Stadt am Main und die Hansestadt an der Elbe haben vieles gemeinsam: Beide Metropolen sind boomende Wirtschaftsstandorte. In beiden Städten stöhnen aber Normalverdiener über die Höhe der Mieten. So verdienen nach den Angaben des Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) 43 Prozent der Frankfurter Haushalte unter 2000 Euro netto im Monat. Das ist in vielen Fällen zu viel für eine Sozialwohnung, aber zu wenig für den freien Wohnungsmarkt. Diesem Personenkreis, aber auch anderen, soll jetzt geholfen werden. Investoren können vergünstigte städtische Darlehen erhalten, wenn sie im Gegenzug eine Sozialwohnung oder eine preisgedämpfte Wohnung für die Dauer von 30 Jahren anbieten. Die preisgedämpften Wohnungen sehen je nach Einkommen drei Stufen vor: 8,50 Euro, 9,50 Euro und 10,50 Euro – und das in allen Stadtteilen. In den Genuss einer preisgedämpften Wohnung kann eine Familie mit zwei Kindern noch mit einem Jahreseinkommen von 75 000 Euro brutto gelangen.

In Hamburg sind 30 Prozent der Wohnungen für klassische Sozialwohnungen reserviert, weitere für preisgedämpfte Wohnungen und nur 30 Prozent für den freien Wohnungsmarkt. Das erklärte Planungsdezernent Josef am Rande der Sitzung. In Frankfurt sind ebenfalls 30 Prozent der Neubauwohnungen für klassische Sozialwohnungen reserviert: Mit der Folge, dass die restlichen 70 Prozent ausschließlich als hochpreisige Eigentumswohnungen verkauft werden.

Über das Hamburger Modell will sich der Planungsausschuss nun bei der Reise in die Hansestadt informieren. Auch der im Zuge der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg von 2007 bis 2013 neu entwickelte Stadtteil Wilhelmsburg wird Ziel eines Besuches der Frankfurter Delegation sein. Auch in Frankfurt gab es immer wieder Bemühungen Standort einer IBA zu werden. Das scheiterte aber bisher an der mangelnden Unterstützung der Landesregierung.

Informieren wollen sich die Frankfurter auch über den Hamburger Deckel, eine Einhausung der Bundesautobahn 7 auf einer Länge von 3753 Metern. In Frankfurt ist die Einhausung der A 661 auf einer Länge von 400 Meter geplant. Sie ist Teil des Ernst-May-Viertels. Das Hamburger Projekt ist bereits weiter fortgeschritten als das Frankfurter Vorhaben, das sich über die Stadtteile Nordend, Bornheim und Seckbach erstreckt.

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